Peter Pokorny

Der Freitag im Zeichen der Youngsters

Zum Ende der Wochen jeweils ein Porträt: „Fridays for Future“ stellt unsere vielversprechendsten Talente in die Manege.

Nachname: Pokorny. Vorname: Peter. Hört sich österreichisch an, so österreichisch, dass er einen Grazer Namensvetter hat, der die Nummer zwei im weltweiten Seniorentennis ist. Der Haken an der Sache: Es ist slowakisch. Peter, 18, stämmig, kommt aus Trencin, einer Stadt ähnlich Salzburg mit Fluss und Burg, nahe der tschechischen Grenze. Beim AS Trencin, dem städtischen Erstligisten, hat für Pokorny alles begonnen. Einigen ist der Verein vielleicht in Erinnerung. Stefan Maierhofer gab sich 2016 dort für zehn Spiele die Ehre. Peter, für seine damals 16 Lenze erstaunlich erwachsen, fiel unseren Scouts ins Auge. Ob seiner physischen Wucht war er zunächst noch Verteidiger. In der Red Bull Fußball Akademie rückte er ins Mittelfeld, wo er grimmigen Blickes den Balanceakt zwischen Grätsche und Zuckerpass übt. Vergleiche mit dem jungen Granit Xhaka sind nicht von der Hand zu weisen, nicht nur wegen Frisur und Spielweise – beide zählen zu dem kleinen Kreis an Spielern, die bei jeder Gelegenheit Kurzarmtrikots mit Handschuhen rocken.

Peter Pokorny

Was auf dem Platz eng und kurz sein muss, ist abseits des solchen lang und weit. Seine Kleidung macht ihn zum Unikat und unter Teamkollegen auch gerne einmal zum Gegenstand von Scherzen. Die weißen Balenciaga-Treter sehen aus wie frisch vom Orthopäden. Die Oversize-Hoodies haben Kuscheloptik. Der Anblick verrät viel über seinen Charakter. Auf dem Feld eher Kampfhund, abseits dessen beinahe Chihuahua. Peter fühlt sich seiner Familie sehr verbunden. In jeder freien Minute ist er am Telefon und funkt in die Heimat – nach Trencin, wo er zurzeit verweilt und seine Verletzung am rechten Fuß auskuriert. Sein Deutsch kann sich nach gerade einmal zwei Jahren trotzdem sehen lassen. Im Moment bereitet er sich auf seine Matura vor.

Auf dem Rasen hat er seine Reife bereits bewiesen. Das Wintertrainingslager in Katar verbrachte er unter Jesses Ägide. Im slowakischen U21-Nationalteam ist er der jüngste Spieler im Kader, aber trotzdem der erste Name in der Aufstellung. Remember the Name: Peter Pokorny.