Salzburger Stürmerfabrik

Wer kommt als Nächstes?

Die Kollegen von Stats Perform haben sich in diesem großartigen Artikel unserer Entwicklung gewidmet. Ihre Daten beleuchten die Hintergründe unseres Offensivfußballs eindrucksvoll.

Diese Story erschien zuerst bei Stats Perform. Wir danken für die Zusammenarbeit! Alle Statistiken aus der laufenden Saison sind auf dem Stand des abgeschlossenen Grunddurchgangs.

Unter dem früheren Sportdirektor Ralf Rangnick wurde Salzburg für eine Spielweise und Spielphilosophie mit starkem Pressing bekannt. Durch diesen hochintensiven Stil sind die Salzburger Spieler gut mit dem Offensivpressing vertraut, das bei den meisten europäischen Eliteclubs gang und gäbe ist. Dadurch sind sie sehr beliebte Transfersubjekte.

Mit Sadio Mane, Naby Keita und Takumi Minamino stehen derzeit drei ehemalige Salzburger bei Liverpool unter Vertrag, und Jürgen Klopp hat nach den Spielen gegen Salzburg (unter anderem dem denkwürdigen Anfield-Thriller mit sieben Toren im Oktober) die Spielerausbildung in Salzburg gelobt. Doch nicht nur der voraussichtliche Premier League-Sieger profitiert von der Salzburger Talentschmiede. Bei RB Leipzig stehen sieben ehemalige Salzburger Spieler im Team: Dayot Upamecano, Konrad Laimer, Amadou Haidara, Hannes Wolf, Kevin Kampl und Peter Gulacsi. Ein kurzer Blick auf das Framework „Spielstile“ von Stats Perform bringt eine ganze Reihe von Ähnlichkeiten zwischen den drei Clubs ans Licht: Alle drei Mannschaften haben viel Hochgeschwindigkeits-Ballbesitz, das heißt: Ballbesitz in der gegnerischen Hälfte, bei denen ein Spieler den Ball nach weniger als zwei Sekunden zu einem Mitspieler weiterleitet oder in hohem Tempo dribbelt.

Eine andere Mannschaft mit einem ähnlichen Spielstil ist Dortmund. Das Team hat kürzlich Erling Haaland von Salzburg verpflichtet. Der Norweger hat in Österreich zahlreiche Rekorde gebrochen, die ihm unter seinen Altersgenossen eine Ausnahmestellung sichern. Das Leben nach Haaland – ein näherer Blick auf Salzburgs andere Schlüsselspieler. Welcher Spieler hat außer Haaland in dieser Saison den größten Beitrag zu den Salzburger Offensivbemühungen geleistet? Dem Framework „Wert bei Ballbesitz“ von Stats Perform zufolge, das einzelnen Spielern für ihre positiven und negativen Beiträge bei Ballbesitz Punkte gibt, ist der südkoreanische Angreifer Hee Chan Hwang einer der Aktivposten.

Hwang hat ein gutes Auge für Freiräume und die Fähigkeit, sie im entscheidenden Moment auszunutzen. Er hat in dieser Bundesliga-Saison bereits 16 direkte Torbeteiligungen und belegt damit den sechsten Platz in dieser Wertung. Bei neun dieser 16 Tore hat Hwang den Ball vom Ort der Ballannahme aus mehr als fünf Meter weit geführt. Der Koreaner ist jedoch sehr anpassungsfähig und weiß seine Fähigkeiten zum richtigen Zeitpunkt einzusetzen. Außer seinen Leistungen in der Bundesliga war er mit drei Toren und drei Vorlagen auch Salzburgs zweitbester Scorer in der UEFA Champions League.

Nach Haalands Abgang im Jänner dreht sich vieles jetzt um Dominik Szoboszlai. Der 19-Jährige stand 2019/20 wesentlich länger (1.791 Minuten) auf dem Platz als in der Vorsaison (927 Minuten) und steht kurz vor seinem Durchbruch zum Stammspieler. Viele sind beeindruckt von seiner Technik, vor allem bei schnellen Läufen mit dem Ball.

9,6 % von Szoboszlais Läufen finden bei hohem oder sehr hohem Tempo statt – in Salzburg hat nur der Stürmer Patson Daka eine höhere Quote. Außer seiner hohen Geschwindigkeit hat Szoboszlai für einen Angriffsspieler eine hervorragende Passquote. 83 % seiner Pässe erreichten das Ziel. Sogar im Angriffsdrittel bringt er beeindruckende 74,1 % seiner Pässe zum Mitspieler. Damit übertrifft er nicht nur fast alle seine Teamkameraden, sondern ist auf seiner Position auch einer der stärksten Spieler der Liga.

Darüber hinaus ist die Vorliebe für Take-ons charakteristisch für Szoboszlais Spielstil. Das bedeutet, dass er häufig versucht, einen Gegner zu überspielen, wenn er in Ballbesitz ist. Szoboszlai ist durchschnittlich alle 22 Minuten an einem derartigen Zweikampf beteiligt. Zehn solcher Versuche fanden im gegnerischen Strafraum statt. Seine Erfolgsquote im Angriffszentrum bedarf der Verbesserung, doch indem er die gegnerischen Verteidiger direkt anläuft, versetzt er sie immer wieder in Unruhe.

Patson Daka, ein weiterer junger Spieler, der diese Saison seinen Durchbruch erlebt, schoss im November als erster Sambier überhaupt ein Tor in der UEFA Champions League. Der 21-jährige Stürmer hat in dieser Saison in der österreichischen Bundesliga 22 Tore erzielt. Eine von Dakas größten Stärken ist sein Gespür für gute Schusspositionen. In der Saison 2019/20 hatte er in 90 Minuten durchschnittlich 9 Mal den Ball im gegnerischen Strafraum, und seine Erfolgsquote pro Schuss ist mit 0,26 die höchste aller Spieler, die in der Liga 30 Mal oder öfter auf das Tor geschossen haben.

Wenn Hwang, Szoboszlai und Daka ihre Form halten können, scheint es unvermeidlich, dass eine Reihe von Interessenten aus den großen fünf europäischen Ligen vorstellig werden. Doch durch geschickte Neuverpflichtungen und gute Talentarbeit konnte der FC Red Bull Salzburg den Abgang seiner Schlüsselspieler kompensieren und sie durch den nächsten Jahrgang aus jungen und hungrigen Spielern ersetzen.

Da Youngster, wie Karim Adeyemi, Maurits Kjaergaard, Benjamin Sesko und Junior Adamu, in den Startblöcken stehen, verfügt Salzburg über eine weitere Spielergeneration, die bereits auf ihre Gelegenheit wartet, der österreichischen Bundesliga ihren Stempel aufzudrücken.