Back on the Big Stage

Lasset die Spiele beginnen!

Jetzt wird Geschichte geschrieben. Das Stadion erstrahlt im Blau der UEFA Champions League, der Teppich ist ausgerollt und die Hymne wird angestimmt. Doch Lok Moskau kommt, um die Einstandsparty zu crashen.

Die Erinnerung an unser erstes Spiel in der KönigsCLasse ist noch frisch, damals, als die Vorfreude so groß und die Erwartungshaltung doch so klein war. Die Parallelen zu damals, gegen Genk, sind nicht zu verkennen. Es ist wieder der vermeintlich kleinste Gegner, jener aus Topf vier, der als Erstes in unserer Heimstätte gastiert. Zu denken, dass sich zu einem ähnlichen Triumphmarsch wie im letzten Jahr posaunen lässt, wäre aber vermessen. Zu viele Tugenden von Lok Moskau könnten uns Probleme bereiten.

Das Anti-Salzburg

Lokomotive Moskau ist all das, was wir nicht sind. Der russische Vizemeister wird von Routiniers getragen, durch konservative Defensivarbeit gezeichnet und oftmals mit knappen Siegen belohnt. Erst am vergangenen Wochenende schaukelten sie gegen den FK Ufa ein bescheidenes 1:0 über die Ziellinie. Gnadenlose Effektivität, die in den letzten vier Spielen ebenso viele Siege einbrachte. Erst sieben Mal in elf Spielen klaubte der brasilo-russische Keeper Guilherme die Pille aus dem Netz, der beste Defensivwert der russischen Premier Liga.

Trainer Marko Nikolic lässt die Hauptstädter im 4-4-2 auflaufen, das auf den ersten Blick ancelottesk anmutet, dann doch eine Spur vorsichtig-pragmatischer daherkommt. Soll heißen, dass die beiden Flügelspieler bei jeder Gelegenheit in die Mitte ziehen, aber selten von nachrückenden Außenverteidigern überlaufen werden. Auch für das zentrale Mittelfeld gilt die Devise Safety first. So ergibt sich eine klare Rollenverteilung: sechs Mann für die Defensive, meist auch im eigenen Ballbesitz, vier andere, die es vorne richten sollen.

Pressekonferenz vor Lok Moskau

Der nächste Schritt

Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive Titel, heißt es so oft. Und ein Quäntchen Wahrheit scheint darin schon versteckt zu sein. Der russische Meistertitel ist und bleibt zwar eine Pflichtaufgabe für Zenit St. Petersburg. Für die beiden letzten Spielzeiten gab Lok aber den unangefochtenen ersten Verfolger. Dass es aus Moskau ein weiter Weg in das Herz Europas ist, musste man in ebendiesen Saisonen aber auch feststellen. Mit jeweils drei Punkten aus sechs Spielen war man zwei Mal Gruppenletzter.

Die Mannschaft dieser Tage, bestehend aus Routiniers, wie Benedikt Höwedes und Jefferson Farfan, bekam im Sommer eine Verjüngungskur, obgleich das durchschnittliche Alter der ersten Elf noch immer jenseits der 27 liegt. Am europäischen Buffet will man allerdings mehr als nur naschen. Nach zwei Lehrjahren möchte man den ersten Achtelfinaleinzug seit 2003/04 einheimsen.

Furchtlos

Nach Jahren des gallischen Daseins ist aus dem Dorf eine Festung erwachsen. Fußball-Europa kennt uns, nicht weil es wollte, sondern weil wir zu laut waren, um uns zu ignorieren. Damit einher geht Anspruch. Wir sind nicht mehr hier, um teilzunehmen, sondern um zu übernehmen. Daher ist es auch nur fair, dass uns gegen Lok Moskau die Favoritenrolle zugeschrieben wird. Unser Team gab in Pflichtspielen dieser Saison noch keinen einzigen Punkt ab. Zudem sind die Erfahrungswerte unseres fast unveränderten Teams um Lkw-Ladungen größer als noch im letzten Jahr. Wir sind bereit.

Gegen Lok wird genau diese Qualität gefragt sein. Das Selbstbewusstsein, in der UEFA Champions League ein Spiel dominieren zu können, sie auch mit Mitteln zu gewinnen, die wir selten zum Einsatz bringen. Wenig überraschend werden die Russen versuchen, uns unserer Lieblingswaffen zu berauben. Räume gibt es wenig, das Zentrum wird zugestellt, bei Ballgewinn will man schnell in die Laufduelle. Umso wichtiger wird das Gegenpressing. Ballgewinne in aussichtsreichen Positionen können speziell gegen Anfang ein probates Mittel gegen Russen sein, die temporeiches Spiel aus der heimischen Liga nicht gewöhnt sind.

Champions Lounge

Sie ist neu, und du bist mit ihr LIVE dabei. Unsere Champions Lounge bringt euch unser Spiel gegen Lok Moskau ins Wohnzimmer. Ab 18:40 Uhr schildern wir das Spielgeschehen im Livestream auf Youtube, App und Webseite. Unsere Bullenfunk-Moderatoren Andreas Grassl und Manuel Buckel kommentieren und analysieren den CL-Auftakt zusammen mit einem Überraschungsgast, enthusiastische Wortspenden garantiert. Anschauen und nichts verpassen!

Unsere Champions Lounge ist fünfzehn Minuten vor Ankick on air!

Info für Stadionbesucher:

  • Kindertickets sind im Onlineshop nicht erhältlich. Bei Interesse bitten wir um Kontaktaufnahme mit dem Ticketing & Service Center.
  • Alle Tickets sind personalisiert und können nicht an Dritte weitergegeben werden. Der Zutritt zur Red Bull Arena wird kontrolliert. Es gilt Ausweispflicht.
  • Am Spieltag ist unbedingt ein Lichtbildausweis und die Bestätigung der Symptomfreiheit mitzuführen.
  • Aufgrund der behördlichen Auflagen werden unsere Kioske nicht geöffnet sein. Das Mitnehmen von Speisen und Getränken ist außerdem leider untersagt.
  • Während des gesamten Stadionbesuchs gilt (auch auf dem Sitzplatz) MNS-Tragepflicht.

Personelles

Antoine Bernede fällt nach einem Schienbeinbruch aus.

Statements

Jesse Marsch:

Ich denke, dass diese Gruppe noch schwieriger ist als die im letzten Jahr. Natürlich freut man sich, wenn wir wieder den Titelverteidiger als Gegner haben. Sportlich stellt das allerdings die größte Herausforderung dar, die man haben kann. Aber wer uns kennt, weiß, dass wir von unseren Stärken überzeugt sind und versuchen werden, auch auf diesem Niveau unsere Art von Fußball durchzuziehen. Sie haben nicht die ganz großen Namen dabei, verfügen aber über ein sehr gutes Team mit etlichen sehr erfahrenen Fußballern. Wir werden sehr viel Konzentration und Geduld aufbringen müssen.

Zlatko Junuzovic:

Die Spiele in der kommenden Champions League-Gruppenphase sind mit denen der vergangenen Saison sicher nicht zu vergleichen. Damals konnten wir allein aus den vielen Zuschauern, aus der tollen Stimmung bei uns im Stadion viel Kraft und Energie schöpfen. Heuer haben wir höchstens 3.000 Fans hinter uns. Aber dass wir uns auf derartige Spiele gut einstellen können, haben wir in der abgelaufenen Meisterschaft gezeigt. Eines unserer Ziele ist es, im nächsten Jahr weiterhin international zu spielen. Auch deshalb ist der Auftakt gegen Lok Moskau schon sehr wichtig.

Die letzten Duelle mit Teams aus Russland:

24.11.2016    FC Krasnodar – FC Salzburg    1:1
15.09.2016    FC Salzburg – FC Krasnodar    0:1