Comeback ohne Belohnung

Wir lassen die WAC-Partie Revue passieren

So hatten wir uns den Jahresabschluss nicht vorgestellt. Just, als wir zum Comeback ausholten, schockten uns die Lavanttaler ein drittes Mal und entführten erstmals alle drei Zähler aus Salzburg.

Die Wölfe beißen immer zu

Coach Jesse Marsch war sicherlich mit der Statistik vertraut: Die Wolfsberger trafen während der laufenden Bundesliga-Saison bisher in jedem Spiel – als einziger Klub. Dafür reichten gestern auch vier Abschlüsse in Durchgang zwei, um gleich drei Mal jubelnd abzudrehen.

Dass die gestrige 2:3-Pleite Parallelen mit der Heimniederlage gegen Sturm Graz aufwies, blieb auch unserem Übungsleiter nicht verborgen. Einer ausgeglichenen Anfangsphase folgte ein überfallsartiger Gäste-Start nach Wiederanpfiff, der mit einem Doppelschlag belohnt wurde. Nach 16 Auswärtsreisen in die Mozartstadt durften die Lavanttaler damit erstmals mit Übergepäck die Heimreise antreten. Darin hatte auch WAC-Mittelfeldmotor Liendl seine Aktien, der mit seinem neunten Saisonassist den Siegtreffer auflegte – kein anderer Liga-Akteur bewirtete seine Kollegen erfolgreicher.

Luft nach oben

Und auch wenn unsere Burschen Mentalität bewiesen und den Rückstand zwischenzeitlich egalisieren konnten, war am Ende des Tages der dritte „Nuller“ dieser Spielzeit Fakt. Drei Niederlagen in den ersten 12 Partien passierten uns zuletzt vor sechs Jahren. Viele würden sich nach 25 Punkten in 12 Auftritten die Finger lecken. Dass dies in den vergangenen drei Jahren unser Tiefstwert ist, unterstreicht die Ambitionen nach Höherem. Die gestrige Zweikampfquote von 42 Prozent ist ausbaufähig, die Chancenverwertung bei 22 Schüssen ohnehin.

Viel Licht

Dabei müssen wir die kurzfristige Enttäuschung in Perspektive setzen. Trotz der Schwächephasen grüßt unsere Truppe von der Tabellenspitze und ist sowohl international als auch auf Cup-Ebene weiterhin mit von der Partie. Individuelle Erfolge dürfen auch nicht zu kurz kommen: Patson Daka ist Österreichs Liga-Scharfschütze im Kalenderjahr 2020, vollstreckte er doch 18 Mal! Außerdem verabschiedete sich Dominik Szoboszlai mit seiner 54. Torbeteiligung in unserer Wäsch’ durchaus standesgemäß. Mergim Berisha, Schütze des 1:2-Anschlusstreffers, brachte die Gemengelage treffend auf den Punkt: „Wir sind die beste Mannschaft in Österreich, das wird sich nicht ändern!“

BL-12: RBS vs. WAC