Das schönste Häferl Österreichs

Die Klagenfurter Finalnacht in der Analyse

Wir betonten unsere Vormachtstellung im Lande und reckten den Cup-Pott nach einer souveränen Vorstellung in die Höhe. Davor mussten gar die Oberösterreicher den Hut ziehen.

Erst abwartend, dann furios

Sie ist stattliche 70 Zentimeter groß, 16,45 Kilogramm schwer und strahlte gestern in Klagenfurt vielleicht sogar noch stärker als das Siegerlächeln unserer Burschen – die UNIQA ÖFB Cup-Trophäe! Während man den deutlich zierlicheren Pokal, der in den Anfangsjahren vergeben wurde, auch Häferl nannte, kann beim Nachfolger keine Rede mehr davon sein. Prachtvoll, fabelhaft und alles überragend – ähnlich wie die Vorstellung von Jesses Schützlingen. War der Start beider Mannschaften noch recht stockend, drehten unsere Roten Bullen spätestens Ende des ersten Abschnitts auf und ließen den Oberösterreichern kaum eine Chance. Mergim „zum psychologisch wichtigen Zeitpunkt“, drei Euro ins Phrasenschwein, zur Führung, Brenden unbarmherzig zum Zweiten und Enock grinsend zum 3:0-Schlusspunkt. Da durfte der Klagenfurter Nachthimmel schon einmal Freudentränen vergießen.

Uniqa ÖFB Cup Finale gegen LASK

Respekt von der Gegenseite

Die Athletiker erkannten die Dominanz sportlich fair an. „Die Qualität, Dynamik und der Speed von Salzburg sind unglaublich“, staunte Übungsleiter Thalhammer nicht schlecht. Captain Trauner blies ins selbe Horn: „Von Salzburg ist ein Angriff nach dem anderen dahergerollt. Irgendwann kannst du es nicht verteidigen.“ Indes jubeln wir ausgelassen über den achten Cup-Sieg in den letzten zehn Jahren. Und das, obwohl der Pfad zur Spitze herausfordernd wie nie war: Fünf Bundesligisten stellten sich uns in den Weg, dazu mit Rapid, Sturm und dem LASK sogar mehrere Mannschaften aus dem obersten Regal.

Jetzt soll der Teller her!

Mitte der kommenden Woche wird sich der Fokus dann wohl wieder Richtung Ligabetrieb richten, ist die Rechnung für die Vollendung des Doubles doch eine simple: Gewinnen wir die nächsten zwei Partien, ist auch der Teller unser. „Wir sind noch nicht fertig“, ließ Jesse gestern auch schon kurz nach Abpfiff sämtliche Knie in Hütteldorf und Umgebung zittern. Just gegen unseren schärfsten Verfolger könnte der zweite Titel dieser Spielzeit eingesackt werden. Und wer möchte ihn nicht in die Höhe strecken, den Meisterteller, passt das in Gold glänzende Prachtstück doch perfekt in unseren Trophäenschrank, direkt neben das gestern erkämpfte XL-Häferl.

Cup-Sieger 2021 - 8 Bilder