Einer für das Selbstvertrauen

Sieg durch Comeback zeigt meisterliche Moral

Nicht Arbeitssieg, nicht Galavorstellung, eher Quizshow: Der LASK stellte uns viele Fragen, wir hatten alle Antworten.

Gute Spiele sind nicht schön

Hoch konzentriert und intensiv gestalteten sich die ersten 45 Minuten. Vieles blieb Stückwerk und Torchancen resultierten unsererseits aus oft wilden Vertikalpässen, beim LASK meistens aus Standards, nicht, weil etwa die Qualität des Spiels niedrig war. So sieht es aus, wenn zwei pressingstarke Teams aufeinandertreffen und ihre Spielidee in Reinkultur praktizieren. Der Index, der die Intensität des Pressings am besten beschreibt, ist der sogenannte PPDA (Passes Per Defensive Action). Je niedriger der Wert, desto höher die Pressingintensität. Wir verzeichneten einen Wert von 7,82, der LASK einen knapp höheren (7,88). Das sind internationale Topwerte, die eindeutig zeigen, dass das Spiel ein wahres Schulbeispiel für gelungenes Pressing war. Kein Zungenschnalzer für Genießer, dafür ein Leckerbissen für Taktikfreaks.

Pressing ist nur so gut wie seine Intensität

Es hatte etwas von Ausscheidungsrennen, wie unsere Burschen mit dem LASK konkurrierten. Es war abzusehen: Wer besser im Saft ist, gewinnt dieses Spiel. Möglichkeiten würden sich ergeben, weil mit der Verfassung die Konzentration nachlässt. Wir sollten darauf nicht lange warten. Zwei missglückte Klärungsversuche, die direkt bei uns landeten, leiteten innerhalb von nur neun, respektive 17 Minuten die beiden Treffer zum 1:1 und 2:1 ein. Die Aggression im Pressing des LASK aus der ersten Halbzeit hätte diese Fehler wohl noch kaschiert, mit der nachlassenden Intensität folgten die Tore.

Es war das erste Mal seit 50 Spielen in der Tipico Bundesliga, dass der LASK nach Pausenführung verlor. Die nachlassende Intensität spielte dabei natürlich eine Hauptrolle, nicht unwichtiger war allerdings die perfekte Vorbereitung unserer Defensive. Nahezu eine zweistellige Anzahl an Flankeneinwürfen von James Holland segelte in unseren Strafraum. Ihr prädestinierter Abnehmer ist Gernot Trauner, das Prinzip kennt man aus unzähligen Spielen. Das wussten wir. Rasmus Kristensen, der mit der Manndeckung von Trauner betraut worden war, erledigte seinen Job perfekt und ließ dem kantigen Innenverteidiger keine Chance.

BL-11: RBS vs. ASK