„Für Erfolg alles geben“

Andi Ulmer im Spieltagsinterview

Andi Ulmer geht voll fokussiert in das Spiel gegen Maccabi Tel-Aviv. Die Verantwortung liegt dem Kapitän und Familienvater, wie er uns im Interview erzählt.

Ihr geht mit einem 2:1-Vorsprung ins Rückspiel gegen Maccabi Tel-Aviv. Wie werdet ihr das Spiel anlegen?

„So wie jedes andere Heimspiel und wie gegen jeden anderen Gegner. Wir wollen unser Spiel durchziehen und Maccabi von Anfang an in unserem Stadion unter Druck setzen. Wir dürfen nicht zulassen, dass sie in ihr Spiel finden und müssen sie immer beschäftigen. Wir haben heute wieder die Chance, in die UEFA Champions Legaue einzuziehen, und daher werden wir alles für diesen Erfolg geben!

Hat euch Maccabi doch etwas überrascht im Hinspiel?

Überrascht würde ich nicht sagen. Es war ein harter Kampf, Maccabi hat richtig gut gespielt und vor allem nach der 1:0-Führung das Momentum auf seiner Seite gehabt. Aber wir haben gezeigt, dass wir auch mit einem Rückstand umgehen können und uns in der zweiten Halbzeit gut zurückgekämpft. Am Ende haben wir dann wieder zu viel zugelassen und den Israelis viel zu viel Platz gegeben. Das müssen wir heute besser machen.“

Die Auswärtsreise nach Israel war wegen des Corona-Lockdowns äußerst ungewöhnlich. Wie hast du die Tage in Tel Aviv erlebt?

„Es war wirklich eine der seltsamsten Auswärtsreisen meiner Karriere, und man hat natürlich nicht das angenehmste Gefühl im Bauch, wenn man in ein Land reist, das sich im Lockdown befindet. Aber ich habe mich in den drei Tagen eigentlich sehr sicher gefühlt. Wir wurden am Flughafen von den anderen Reisenden abgeschirmt, hatten das Hotel für uns alleine, und im Stadion hat die UEFA für Sicherheit gesorgt. Aber klar, ich habe schon schönere Auswärtsreisen erlebt.

Ihr seid sehr erfolgreich in die Saison gestartet. Welches Gefühl hast du als Kapitän? Wie weit ist die Mannschaft bereits?

„Ich denke, dass wir auf einem sehr guten Weg sind. Wir haben wieder Leistungsträger der letzten Saison verloren, aber es sind schon wieder einige Junge da, die sich beweisen wollen und Verantwortung übernehmen. Und wenn wir uns für die UEFA Champions League qualifizieren, gibt das der Mannschaft sicher noch einen weiteren Schub.“

Du gehst in deine dritte Saison als Kapitän des FC Salzburg. Wie legst du die Rolle heuer an?

„So wie immer! Ich gehe in Sachen Training und Einsatz als Vorbild voran und biete den jungen Spielern auch immer meine Hilfe an. Das Problem ist, dass die Youngsters mittlerweile eine ganz andere Generation von Fußballern sind und ich da in Sachen Social Media usw. noch einiges von ihnen lernen kann.

Dein Sohn ist vor 14 Monaten zur Welt gekommen. Wie geht es dir in deiner Rolle als Papa?

Sehr gut. Die Rolle als Kapitän ist sicherlich etwas leichter, aber die als Vater ist umso aufregender. Meine Familie ist für mich der optimale Ausgleich neben dem Fußball. Ich freue mich, wenn ich nach dem Training nach Hause komme und Zeit mit ihnen verbringen kann. Und am nächsten Tag freue ich mich wieder, wenn ich im Trainingszentrum Gas geben kann. Ich denke, ich war noch nie so ausgeglichen in meinem Leben.“