Herzerwärmende Unbekümmertheit bleibt unbelohnt

Torschützen: Llorente (29.), Felix (52., 85.) bzw. Szoboszlai (40.), Berisha (47.)

Der Schauplatz für unsere 200. Partie auf europäischem Parkett hätte nicht glamouröser sein können. Lange verzweifelt Spitzenklub Atletico an unserer Forschheit, hauchzart müssen wir uns letztlich aber doch mit 2:3 geschlagen geben.

Spielbericht

Orchestriert von Zlatko Junuzovic legte unser Ensemble durchaus rhythmisch los. Captain Andi Ulmer gab nach einer flach abgespielten Eckballvariante den ersten Warnschuss ab. Und doch waren die Spanier großteils für die Spielgestaltung zuständig. Dabei hatte Herrera bei den ersten beiden Annäherungen seine Beine im Spiel: Erst musste sich Ulmer dessen Versuch knapp außerhalb des Sechzehners in den Weg stellen, dann schnippelte Herrera die Kugel in die Gefahrenzone, wo Youngster Felix mit einem ansatzlosen Seitfallzieher den Querbalken oszillieren ließ. Auch Suarez kam dem Gehäuse recht nahe, die Volleyabnahme des Neuners trudelte jedoch knapp am linken Pfosten vorbei.

Just als wir uns der Halbstundenmarke näherten, ging Patson Daka mit Schmerzen im Oberschenkel zu Boden. Und die daraus resultierende kurzzeitige Überzahl nutzten die Hauptstädter gnadenlos aus: Zwar grätschte Junuzovic Correa im Gefahrenbereich den Ball weg, allerdings in die Beine von Llorente, der Maß nahm und Cican Stankovic bezwang, wenngleich dieser sogar noch dran war (29.). Die „Los Colchoneros“ wollten direkt nachlegen. Llorente versagten alleine vor Stankovic die Nerven, auch Suarez fand in Cic seinen Meister, nachdem Dominik Szoboszlai und Rasmus Kristensen das Leder im Strafraum vertändelt hatten. Für Daka ging’s zu allem Überdruss nicht weiter, Sekou Koita beerbte ihn.

Und der Malier schickte prompt eine Initiativbewerbung an die Trainerbank: Er schnappte sich das Spielgerät und lenkte es zu Mergim Berisha. Dieser entdeckte im letzten Moment Szoboszlai, der sich unter überschaubarer Bedrängnis nicht bitten und Oblak keine Chance ließ (40.)!

Highlights, Atletico Madrid, FC Salzburg

Die Rojiblancos schienen psychisch noch in der Kabine zu sein, da riss Jesse Marsch schon die Arme jubelnd hoch. Enock Mwepu nietete das Rund zum verwaisten Ulmer, der ins Zentrum flankte und mit ansehen durfte, wie Berisha am zweiten Pfosten am Ende der Verwertungskette war (47.)! Jammerschade, dass die Freude nicht von langer Dauer war, weil sich Felix und Correa in Cicans Herrschaftsgebiet kombinierten und Ersterer letztlich ins leere Tor einschob (52.). Wir sahen fortan ein heiteres Hin und Her. Erst hielt der über 90 Minuten verhaltensauffällige Felix die Birne in eine Hereingabe, dann donnerte er die Murmel nach einem Suarez-Brustabtropfer über die Kiste. In beiden Fällen musste unser Rückhalt nicht eingreifen.

Auch unser Chancenzettel erweiterte sich um zwei Einträge. Zum einen fälschte Koita einen Versuch von Max Wöber gefährlich Richtung Tor ab, zum anderen musste Savic Kopf und Kragen riskieren, um einen Mwepu-Treffer zu verhindern. Auf der Gegenseite versuchte sich Koke, Stankovic hielt die „Zwei“ recht mühelos. Allerdings leider nicht langfristig, weil Lemar einen in erster Instanz verteidigten Corner noch einmal scharfmachte und Felix im Getümmel aus zentraler Position abdrückte (85.). Für eine Antwort reichte es im Endspurt nicht mehr.

Statement

Jesse Marsch:

Wir sind sehr enttäuscht, gleichzeitig aber auch sehr stolz auf unsere Mannschaft. Ich glaube, dass es schwierig ist, noch besser zu spielen. Wir haben intensiv und mit Selbstvertrauen gespielt. In der zweiten Halbzeit gab es viele Momente, in denen wir das Gefühl hatten, dass wir die Partie total kontrollierten. Und am Ende war’s eben ein Standard. In diesem Turnier ist jeder Fehler gefährlich. Schade, dass wir nach zwei guten Spielen nur einen Punkt haben.

Aufstellung

Wechsel

Koita für Daka (30.), Onguene für Wöber (63.), Ashimeru für Junuzovic (63.), Okafor für Koita (84.)

Gelbe Karten

Ramalho (13./Foul), Wöber (23./Foul), Aufhauser (65./Kritik)

Nicht einsatzbereit

Bernede (Schienbeinbruch)