„In jeder Sekunde zu hundert Prozent“

Max Wöber im Spieltagsinterview

Max Wöber ist gegen den amtierenden UEFA Champions League-Sieger heiß auf mehr. Fokus ist gegen Lewandowski und Co. das oberste Gebot, wie er uns im Interview verrät.

Die spanische Presse war nach dem Spiel gegen Atletico voll des Lobs für eure Leistung. Da war von Mut und überwältigender Energie zu lesen. Tröstet dich das über die Niederlage hinweg?

„Ich hätte lieber drei Punkte mitgenommen und dafür weniger Lob am nächsten Tag erhalten. Aber es ist natürlich schön, wenn unsere Leistungen auch von der internationalen Presse positiv wahrgenommen werden. Ich denke, dass wir genau da anknüpfen, wo wir letztes Jahr in der Champions League aufgehört haben. Wir zeigen super Leistungen und bringen damit die besten Mannschaften Europas in Schwierigkeiten. Dennoch ist es noch schöner, wenn dabei auch Zählbares rauskommt.

Könnt ihr den Bayern heute auch Probleme bereiten?

Wenn wir wieder genauso mutig und beherzt auftreten wie gegen Atletico, bin ich mir da fast sicher. Wir müssen hinten halt den Kasten dichthalten, aber das wird gegen die Bayern wahrscheinlich auch nicht die leichteste Aufgabe (lacht).“

Da wirst du auf einen gewissen Robert Lewandowski treffen. Wie kann man den stoppen?

„Gegen Atletico haben wir ja auch gegen keine Unbekannten gekickt. Joao Felix und Luis Suarez waren sportlich extrem unangenehme Gegner. Und das wird gegen die Bayern nicht anders werden. Die haben im Sturm neben Lewandowski auch noch Serge Gnabry sowie Leroy Sane, und wenn du da nicht voll bei der Sache bist, klingelt es auch ziemlich schnell. Wir müssen einfach in jeder Sekunde zu hundert Prozent da sein, sonst werden die Jungs uns Probleme bereiten.“

Dein Einsatz heute war fraglich, weil du dich gegen Atletico verletzt hast. Was ist passiert und bist du wieder voll fit?

„Ich habe gegen Atletico gleich in den ersten fünf Minuten einen Stich in der Leistengegend verspürt. Ich wollte dann durchspielen, habe dann aber bemerkt, dass es nicht besser wird und mich deshalb auswechseln lassen. Der MR-Check war dann zum Glück in Ordnung, dennoch habe ich gegen Tirol am Samstag zur Sicherheit pausiert. Für das Bayern-Spiel sollte alles passen, und ich bin voll motiviert.“

Diese englischen Wochen scheinen für eure Körper auch recht fordernd zu sein …

„Es ist schon hart. Zum Glück haben wir einen super Kader und können dadurch vor allem in der Liga rotieren. Dadurch bekommt fast jeder auch mal eine Pause. Es ist aber auch für den Kopf richtig anstrengend, weil das Gesamtpaket aus Trainings, Reisen und fast jeden dritten Tag ein Spiel schon hart ist. Andererseits pushen dich so Spiele, wie gegen Atletico oder die Bayern, natürlich auch immens.“