Journalistenschreck Sekou

Das Rekordmatch gegen St. Pölten unter der Lupe

Wie man auf eine vier Partien andauernde Sieglosserie gegen hochkarätige Kontrahenten antwortet? Genau so! Das gestrige 8:2-Schützenfest in der NV Arena war in allen Belangen geschichtsträchtig.

Alle Achtung!

Die zugeteilten Journalisten rieben sich gestern beim Stand von 6:2 sehnsüchtig die Hände. „Game, Set & Match – Salzburg“, ein potenzielles Tennis-Ergebnis als sogenannter Aufhänger für den Matchbericht? Ja, bitte! 7:2, nun gut, der Entwurf für „Salzburger Touchdown mit anschließender Conversion“ wartete in der Schublade ohnehin auf seinen langersehnten Einsatz. Doch als Sekou Koita kurz vor Toresschluss zum Achten einschob, waren sämtliche Pläne über den Haufen geworfen. Zu dominant traten unsere Burschen auf, zu kaltschnäuzig zeigten sich Szoboszlai & Co.

Zugegeben, der Gegner war ein anderer, aber während gegen Bayern München nur einer von 11 Torschüssen in die Maschen flog, netzten Jesses Schützlinge in Niederösterreich gleich bei 8 von 14 derartigen Gelegenheiten. Es war zudem der höchste Auswärtssieg in der Red Bull-Ära, zuvor waren drei 6:0-Triumphe das höchste der Gefühle. 10 Treffer gab es in einer Bundesliga-Partie übrigens zuletzt vor mehr als 8 Jahren! Damals gewann die Wiener Austria mit 6:4 in der Südstadt. Tennis-Ausmaße eben.

SKN vs. RBS - 7 Bilder

Gutscheinhamster

Jeder kennt sie, diese „Schwierig-zu-Beschenkenden“. Im Endeffekt gibt man ihnen einen Gutschein, sodass sie sich selbst um das Präsent kümmern dürfen. So geschehen in der NV Arena, als Geburtstagskind Koita nach seiner Einwechslung für mächtig Betrieb sorgte und den Triplepack zum 8:2-Endstand schnürte. Mit seinen Saisontreffern 8 bis 10 jubelte Sekou heuer bereits öfter als in der gesamten letzten Spielzeit. Dass ein Joker für unsere Farben drei Mal trifft, ist keine Seltenheit. Dies vollbrachte zuletzt Alan 2014 gegen die Admira. Der wohl spektakulärste Dreierpack nach Einwechslung gelang aber wohl Soriano. Dieser verabschiedete sich bei der Geburt seiner dritten Tochter „Avril“ kurzerhand aus dem Kreißsaal, um nach seiner Hereinnahme entscheidenden Anteil am 6:2-Sieg über den WAC zu haben. Avril ist übrigens mittlerweile 7 ½ Jahre alt.

Im Rampenlicht

Aber zurück zur Gegenwart. Egal, welche Statistik man sich zur gestrigen Bundesliga-Begegnung zu Gemüte führt, jede einzelne unterstreicht unsere formidable Darbietung. Mehr als 500 Pässe bestaunte Jesse, außerdem gingen wir in 59 Prozent der Zweikämpfe als Sieger hervor. In Luftduellen blieben gleich vier Burschen ungeschlagen. Karim Adeyemi legte seine Feuerprobe mit vier Scorerpunkten nun auch im Ligabetrieb endgültig ab, beim Dreifachtorschützen Dominik Szoboszlai wiederholen sich ohnehin sämtliche Superlative.

Somit scheint für die richtungsweisende UEFA Champions League-Partie bei Lok Moskau am Dienstag alles angerichtet zu sein. Die Russen mühten sich zeitgleich zu unserem Torspektakel zu einer müden Nullnummer bei Achmat Grosny. Der Auftritt wird unsere Truppe beim Videostudium wohl kaum in Ehrfurcht erstarren lassen. Vor allem im Wissen, wozu man auswärts neuerdings zu leisten imstande ist.