Jung, bissig, abgezockt

Die erste Runde der Tipico Bundesliga in der Nachbetrachtung

Es ist die Serienmeister-Tour auf 32 Etappen, eine Fernfahrt mit ungewissem Ziel. Blick nach links, Blick nach rechts, Füße in die Pedale, runter von der Startrampe. Mehr war es gestern nicht, mehr konnte es aber auch nicht sein.

BL-01: WAC vs. RBS

Standortbestimmung nach Sommerfrische

Testspiele hin, Kantersieg im Cup her, der erste Scheck wird am ersten Spieltag geschrieben. Heft auf den Tisch, eineinhalb Monate Vorbereitung werden abgerechnet. Mit einer Gutschrift, denn für uns lief von Beginn an alles nach Plan. Der WAC war zwar sichtlich bemüht, das Selbstvertrauen der jüngsten Remis gegen uns im Gewissen, doch zu oft waren sie schon zu Beginn Zweiter. Nur vier Schüsse verbuchten sie im gesamten Spiel, keinen davon vor dem Platzverweis.

Speed ist nicht Glück

Lochoshvili zog nach gerade einmal 16 Minuten gegen Patson Daka die Notbremse und sah dafür den Karton aus der Gesäßtasche. Ein enttäuschendes Debüt für den Georgier, aber kein Zufall. Patson Daka, der sonst gerne durch den linken Halbraum kommt, hielt sich bewusst nicht bei Baumgartner, sondern beim raubeinigen Neuzugang auf, um ihn in Laufduelle zu zwingen. Chancen, Tore oder Platzverweise, jede Konsequenz des ungleichen Duells war recht.

Kaltblütiger Jagdinstinkt

Die Rote Karte war der Dosenöffner. Der Deckel war ab, jetzt mussten wir nur noch zugreifen. Oftmals entpuppt sich genau diese Disziplin als besonders schwierig. Umso wichtiger, dass der Ball nach einem mustergültig vorgetragenen Angriff von Szoboszlai über das Schienbein von Peretz den Weg in den WAC-Kasten fand. Sechs Minuten später erhöhte Patson Daka mit doppelter eingesprungener Pirouette gestreckt zum 2:0. Ein Wunderwerk, gegossen aus Willenskraft und Akrobatik.

Keine Kaffeefahrt

In Überzahl lag der Ballbesitz bei uns. Scheinbar komfortabel, doch dies birgt die unliebsame Aufgabe, das Spiel machen zu müssen, ohne die Balance zu verlieren. Wir bedienten uns unserer Ballsicherheit über links, Max Wöber und Andi Ulmer spielten die meisten Pässe, nicht nur total, sondern auch zueinander. Und obwohl wir speziell in der zweiten Halbzeit das Spiel behutsam in den Schlaf schaukelten, sollte es noch kurz hektisch werden. Dieng probierte es einmal alleine und scheiterte, ebenso wie Leitgeb ein paar Sekunden später, am Aluminium. Abgedroschen, aber ein 0:2 ist und bleibt die heimtückischste Fasson des Spielstands.

Koita macht alles klar

Wieder erwacht vom Paukenschlag sorgten die eingewechselten Sucic und Koita für klare Verhältnisse. Ersterer mit Assist, Zweiterer mit Vollendung. 3:0, wuchtig, trocken, fast schon apologetisch enthielt er sich seinem Jubel. Die Sache war geritzt. Es war der vierte Schuss auf das Tor, der den dritten Treffer zur Folge hatte. Drei Punkte, Mund abwischen, weiter geht’s!