Klare Nummer 1

Wir zeigten, wo der Hammer hängt

Als Spitzenspiel angekündigt, als Triumphmarsch beendet. Vier Mal ertönte der Aida-Ohrwurm gestern in unserer Heimstätte. Ein Klang von Dominanz, der einmal mehr alle Zweifel über unseren Leaderstatus in der Tipico Bundesliga beseitigte.

Zwei wie Pech und Schwefel

Mergim Berisha und Patson Daka, diese Kombination war der gestrige Gewinnbringer. Drei Vorlagen, allesamt vollendet durch denselben Teamkollegen, dieses Phänomen gab es seit Beginn der Aufzeichnungen in der Bundesliga noch nie. Unermüdlich bahnten sich die beiden den Weg durch die Dreierkette der Hütteldorfer, die nach anfänglicher Solidität zu bröckeln begann. 82 Passversuche im letzten Drittel erlaubten wir uns gegen den SK Rapid Wien. Das sind 20 mehr als im Heimspiel gegen Villarreal, Mut, der belohnt wurde, auch weil Rapid seinerseits nur 37 Versuche unternahm.

25 Schüssen unsererseits standen lediglich acht der Kühbauer-Elf entgegen. Daraus resultierte ein xG (Expected Goals Index) von 3,71, den wir durch unsere vier tatsächlichen Treffer leicht überboten. Bemerkenswert ist auch der Blick auf den Index der PPDA  (Passes per defensive action), der die Intensität der defensiven Arbeit abbildet. Durchschnittlich erlaubten wir den Grün-Weißen nur 5,64 Zuspiele, bis wir wieder auf den Ball zugriffen. Umgekehrt schaffte Rapid das nur nach jedem 13. Pass von uns, ein krasser Unterschied.

Don’t catch Feelings, catch Flights

Ganz ohne Ärgernis verlief das Spiel dann doch nicht. Die beiden Gegentore in der Nachspielzeit durch Schuster und Kara brachten nicht nur Rapid beschwichtigende Ergebniskosmetik, sie sorgten für eine Blitzdiät gegen unser bis dahin wachsendes Brüstl. „Wenn du die beiden Treffer nicht bekommst, fährst du mit einem größeren Selbstvertrauen zu Villarreal“, klagte Mergim Berisha nach dem Abpfiff. Vielleicht ist es aber auch die beste Motivation, um noch mehr aus uns herauszuholen, auch mental. Große Chancen auf einen Aufstieg werden uns nicht mehr eingeräumt, manche sprechen uns jegliche Möglichkeit ab. Doch es gilt, nicht gegen diese Stimmen zu spielen, sondern für den eigenen Erfolg. Am Mittwoch steigt die Mannschaft in den Flieger nach Spanien, am Freitag kommt sie hoffentlich strahlend zurück.

BL-18: RBS vs. SCR