Machtdemonstration

Nach Hiobsbotschaft rückte das Team zusammen

7:1, unser höchster Bundesliga-Sieg seit Mai 2019, ohne Ansage, vielleicht auch ein wenig überraschend. Nachdem drei unserer Burschen kurzfristig aufgrund eines positiven Corona-Tests aus dem Kader genommen werden mussten, stieg die Erwartungshaltung der Hartberger, nur um dann eiskalt in den Gefühlskeller zu stürzen.

BL-04 RBS vs. HTB

Corner als Grundsteine

Nichts am Endergebnis täuschte. Tore, Torschüsse, Ballbesitz, alles war von Beginn an eine klare Angelegenheit. Aber nicht von ungefähr rührt der Umstand, dass ausgerechnet die ersten beiden unserer Treffer aus Eckbällen entsprangen. Ähnlich einem Schweizer Taschenmesser sind unsere Werkzeuge breit gefächert. Schon in der Meisterrunde waren Standardvarianten häufig Dosenöffner für deutliche Siege, wenn von Beginn an Gegenpressing oder Konter nicht fruchteten. Die Gala gestern folgte mit Raum und müden Hartberger Beinen in der zweiten Halbzeit.

Spielrausch

Sage und schreibe 98,3 Prozent von Mo Camaras Zuspielen fanden gestern den richtigen Abnehmer. Man lehne sich zurück, gehe in sich und verbildliche sich, wie exorbitant gut das ist. Zur Hilfe: Das bedeutet, dass auf 60 Pässe nur 1 Fehlpass kommt. Dreißig seiner Zuspiele gingen zudem ins letzte Drittel, von Alibipässen kann also keine Rede sein. Diesmal klappte alles. Als der Laden lief, schlug auch Patson Daka wieder einmal doppelt zu. Hartberg ist sein Lieblingsgegner. In den Begegnungen der Vorsaison netzte er gegen die Oststeirer sieben Mal.

Im globalen Trend

Kantersieg hier, Sensationsblamage da: Die COVID-bedingte Veränderung des Fußball-Ambientes schlägt sich immer deutlicher in den Ergebnissen nieder. Studien stellen fest, dass seit dem Wiederbeginn in sämtlichen Ländern mehr Tore fallen und übermäßig viele Strafstöße gepfiffen werden, ganz generell, in Ländern mit VAR aber noch extremer. Über die Gründe kann bislang nur gemutmaßt werden, naheliegend ist allerdings, dass es etwas mit der Abwesenheit bzw. Beschränkung der Zuschauer zu tun haben muss. Die geringere Beeinflussung der Spieler und des Referees scheint ein guter Nährboden für Torspektakel zu sein.