Beim Abschied leise Servus

Kurzes Gastspiel in der UEL geht zu Ende

Wie schon im letzten Jahr bleibt es in der UEL bei einem Cameo-Auftritt. Die Gründe sind vielschichtig. Eine Bestandsaufnahme.

Too little, too late: Unter den Vorzeichen des Hinspiels war gestern trotz passabler Vorstellung wenig zu richten, nicht in diesem Wettbewerb, speziell nicht gegen Villarreal. Die Spanier besitzen eine Qualität, die wir in dieser internationalen Spielzeit nicht unter Beweis stellen konnten: Spiele dreckig gewinnen.

Im Moment überwiegt die Enttäuschung

Nur 180 Minuten waren uns in der UEFA Europa League vergönnt, das schmerzt natürlich, besonders, weil wir uns aufgrund unserer Historie in europäischen Wettbewerben nicht hinter Namen wie Villarreal verstecken müssen. Wir sind zu Recht Teil dieser Konversation, jedoch ohne das letzte Wort zu haben. Das war einmal anders. Und so stellt sich die Frage, was denn die Unterschiede zu damals sind. Rein optisch lassen sich zwei deutlich erkennen, die Dominanz und das Glück.

Bespricht man Erstere, muss man sich die Frage stellen, nach welchen Regeln gespielt wurde. Nach unseren oder jenen von Villarreal? Die Themenführerschaft hatten in beiden Spielen die Submarinos. Zwei Schüsse aufs Tor, zwei Eckbälle, 37 Prozent Zweikampfquote, so lesen sich unsere Statistiken sonst nie. Wir konnten den Begegnungen nicht unseren Stempel aufdrücken oder anders, wir haben nach den Regeln Villarreals gespielt. Klar, dass es da schwer wird, zu gewinnen.

Zu Zweiterem bleibt zu sagen, dass die Großchance von Luka Sucic und der zurückgenommene Elfer natürlich trotzdem Wendepunkte gewesen wären. Glück bedeutet im Fußball nicht nur den überraschenden Zufall einer positiven Wendung, sondern auch das Verdienen der ebensolchen zum richtigen Zeitpunkt. Mehr Zwingendes, mehr Nachdruck wären nötig gewesen, um die schwer zu schlagenden Submarinos zu bezwingen.

Ifs, buts and maybes

Ob UEFA Champions League oder Europa League – jedes Spiel erzählt seine eigene Geschichte, aus der sich ergründet, warum sich Dinge so entwickelten, wie sie es taten. Eine Analyse will nicht die einzelnen Kapitel, sondern den ganzen Sammelband betrachten. Uns fällt auf, dass wir oft im Konjunktiv sprechen. Hätte, wäre und wenn haben uns in beiden Bewerben begleitet, ob es in Madrid, daheim gegen die Bayern oder nun in Villarreal war. Es war eine Aneinanderkettung von Fast-Sensationen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht passieren wollten. Daher bleiben unsere Geschichten diesmal nur Aufmacher für Tageszeitungen, aber werden keine Einträge in die Geschichtsbücher.

Villarreal CF vs FC Salzburg

Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen,

… außer durch mehr Erfahrung. Diese Lehre lässt sich nur durch Scheitern und Zeit ziehen. Und Scheitern ist in diesem Zusammenhang schon ein starkes Wort. Wieder einmal haben wir für die österreichische Bundesliga die Fahne in der UEFA Champions League hochgehalten, wieder hat die Welt gesehen, wozu wir fähig sind. Erfahrung ist das Quäntchen, das uns für mehr fehlt. Das hat sich auch gestern bestätigt. Weil jedoch nur Zeit Erfahrung bringt, gibt es keinen Grund, nicht schon jetzt euphorisch den europäischen Abenteuern der nächsten Saison entgegenzublicken.