Rezept verfeinern

Die Zutaten waren gut, doch es fehlte die Würze

Unser erster Ausritt in der UEFA Champions League war unterhaltsam. Zurück, voran und ausgeglichen, die Show war wieder stark, doch der Abgang lässt uns mit starrer Miene zurück.

Wie? Es war die häufigste Frage des gestrigen Tages. Man konnte sich schwer einen Reim darauf machen, wie es Lok Moskau gelungen ist, uns dieses Remis abzuknöpfen. Nun gut, unsere Überlegenheit war nicht erdrückend, aber die Chancen waren da. Unsere Präzision war nicht die beste, doch, rote Brille hin oder her, wir hatten nie das Gefühl, dieses Spiel verlieren zu können. Dafür tat Lok Moskau zu wenig für die Offensive, dafür ließen wir auch zu wenig zu. Wie konnte es also sein, dass wir am Ende nur mit einem Punkt dastanden? Viel mehr als ein Schulterzucken hätte man uns gestern nicht entlocken können. Einen Tag danach sieht das schon etwas anders aus.

Mit Kopf und Schmackes

Wir waren das bessere Fußballteam, Lok war das erwachsenere. Das könnte man nun in aller Tiefe erörtern, aber schon die Zahlen erklären es eindrucksvoll. Drei Schüsse, alle drei auf den Kasten, zwei davon ins Netz. Es ist nicht das plumpe Ausmaß an Torschüssen, das mit 11 zu 3 klar pro Salzburg ausging, nicht die Qualität der Gelegenheiten, sondern deren Nutzung, die wir immer wieder justament im Rahmen der UCL diskutieren. Die Auswertung ist noch nicht gut genug, um im Endergebnis auszudrücken, was während der 90 Minuten gelebte Realität ist: unsere Überlegenheit. Das ist schmerzhaft, zumal viele mit drei Punkten gerechnet hatten.

Wir wollen aber die defensive Dimension des Spiels nicht vergessen. Warum schaffen wir es, nur drei Torschüsse zuzulassen, aber zwei Gegentore zu beziehen? Die Antwort liegt wohl in der Natur der Gegentreffer: Kopfballtore. Das erste davon folgte einer einstudierten Variante. Karim Adeyemi sagte es in unserer Champions Lounge richtig: „Es ist verdammt schwer, die Kopfballverlängerung am ersten Pfosten zu verhindern.“ Dass Sladdi gegen Eder ins Kopfballduell musste, war eine Frage der Zuordnung, nichts Gravierendes. Wenn daraus kein Treffer resultiert, fällt die fragwürdige Zuordnung kaum jemandem auf. Es ist ein Indikator für hohes Niveau, dass Tore ausschließlich nach Standards, in diesem Fall sogar noch nach Varianten, fallen und der Rest der Fehler aus individuellen Patzern resultiert. Champions League bedeutet, aus wenig viel zu machen, nur wer das schafft, holt die Punkte. 15 sind noch zu vergeben und für jeden einzelnen gilt diese Devise.

Highlights, FC Salzburg, Lokomotive Moskau