Ready to Rumble

90 Minuten für den Einzug in die UCL

Millionenregen oder Tal der Tränen – Triumph oder Scheitern, das entscheidet sich in 90 Minuten Achterbahnfahrt.

„Wenn du das Fliegen einmal erlebt hast, wirst du für immer auf Erden wandeln, mit deinen Augen himmelwärts gerichtet“, nicht Jesse Marsch, sondern Leonardo da Vinci, doch besser könnte man die gegenwärtige Situation nicht beschreiben. Wir haben die süßen Klänge der UEFA Champions League mit eigenen Ohren vernommen, uns beachtlich geschlagen und seitdem das unbedingte Gefühl, dort hinzugehören. Morgen um 21:00 Uhr können wir im eigenen Wohnzimmer das Ticket für unsere zweite CL-Gruppenphase en suite lösen.

Zwischen dem Traum und seiner Erfüllung stehen 90 Minuten Fußball und der Gegner Maccabi Tel-Aviv. Mittlerweile elf Spieler der Israelis sind nach einem positiven Covid-Test unter Verschluss und können ihrer Mannschaft morgen nicht helfen, der jüngste davon ist Tal Ben Haim. Das bewegt die Gemüter, aber in der Vorbereitung auf das Spiel kaum etwas. Die Erkranktenlage schränkt zwar das Aufgebot ein, macht Maccabi aber nicht leichter ausrechenbar. Jesse Marsch meinte, er hätte sich und das Team gleichermaßen auf eine Grundordnung mit Dreier- und Viererkette vorbereitet, wie schon im Hinspiel. Und schon da merkte man, ganz ungeachtet der taktischen Ausrichtung, dass Maccabi auch mit zahlreichen Ausfällen brandgefährlich sein kann.

Pressekonferenz vor Tel Aviv

Mit dem 2:1-Sieg aus dem Bloomfield-Stadion ist mit den Israelis mitnichten gut Kirschen essen. Unter der Auswärtstorregel entgleiten Rückspiele in der Heimat oft schneller, als man denkt. Ein paar Dinge kann man allerdings festhalten. Für uns gibt es viele Wege zum Aufstieg, für Maccabi Tel-Aviv nur einen: ein Sieg mit mindestens zwei Treffern. Für den israelischen Meister ergibt das eine äußerst schwierige Ausgangslage. Nicht nur müssen, am besten schnell, Treffer verbucht werden, ebenso darf man sich defensiv kaum Fehler erlauben. Der Haken an der Sache: Kaum jemandem gelingt es, gegen uns mit offenem Visier zu agieren und unbeschadet davonzukommen.

Man muss sich also nicht weit aus dem Fenster lehnen, um zu behaupten, dass der Matchplan des Hinspiels von Coach Donis umgehend verworfen wurde. Treffer um jeden Preis, Maccabi wird mehr bieten müssen. Etay Shechter hat sich mit seinen lebhaften Minuten am Ende des Hinspiels eindrucksvoll für diese Aufgabe empfohlen. Zwei Stürmer also? Man wird sehen!

Bei uns gibt es ebendiese garantiert. Nachdem sich auch Mergim Berisha am Wochenende doppelt in die Scorerliste eintragen konnte, hat Jesse Marsch die Qual der Wahl. Patson Daka scheint gesetzt. Dann sind da auch noch Sekou Koita, der maßgeblich für die Wendung im Hinspiel verantwortlich war, und Karim Adeyemi, der seine kurze Verletzungspause final überstanden hat.

Unser Bullenfunk ist wieder live dabei, wenn es gegen Maccabi um das UCL-Ticket geht. Ab 20:50 Uhr schildern wir das Spielgeschehen bis ins kleinste Detail, enthusiastische Wortspenden garantiert. Reinhören und nichts verpassen!

Unser Spieltagsradio ist zehn Minuten vor Ankick on air!

Personelles

Antoine Bernede fällt mit einer Prellung aus.

Statements

Jesse Marsch:

Natürlich haben wir eine gute Ausgangslage durch den Sieg im Hinspiel. Die zwei Auswärtstore sind sehr wichtig. Aber letztendlich ist unsere Mentalität entscheidend. Wir möchten unseren Vorteil nicht schützen, wir wollen unter allen Umständen gewinnen!

Patson Daka:

Klar fühlen wir alle einen gewissen Druck. Wir versuchen hier morgen, Geschichte zu schreiben, da ist die Aufregung natürlich groß. Das und die unfassbare Vorfreude spornen uns an, morgen unsere beste Leistung abzurufen.

Die letzten Duelle mit Teams aus Israel:

22.09.2020    Maccabi Tel-Aviv – FC Red Bull Salzburg    1:2
24.08.2010    Hapoel Tel-Aviv – FC Red Bull Salzburg    1:1
18.08.2010    FC Red Bull Salzburg – Hapoel Tel-Aviv    2:3
25.08.2009    Maccabi Haifa – FC Red Bull Salzburg    3:0
19.08.2009    FC Red Bull Salzburg – Maccabi Haifa    1:2