Sitzt und passt

Alle Anzüge wie vom Schneider

Jose Mourinho ist ein Mann weiser Worte. Einst sagte er: „Ein Team stellst du nicht vorgefertigt auf. Es gibt keine Größe 38, 40 und 42. Jede Aufstellung ist maßgeschneidert.“ Es war also nicht der erste oder zweite, sondern ein anderer Anzug, mit dem wir im Innviertel aufs Feld gingen, und er passte.

BL-03: SVR vs. RBS

Adaption statt Reklamation

Von der schwül-schweißtreibenden israelischen Sonne in das kalt-verregnete Innviertel, diametraler hätten die Rahmenbedingungen unserer beiden letzten Spiele nicht auseinander liegen können. Erwartungsgemäß schwierig war die Startphase. Da und dort zwickten noch die Beine, die Automatismen in der nie da gewesenen Startaufstellung brauchten Anlaufzeit. Gemeinsam Widerstand leisten, wenn es nicht läuft. Wie die Hyänen zuschnappen, wenn sich die Gelegenheit bietet. Auch wenn in der ersten Halbzeit der Esprit fehlte, taten wir, was notwendig war.

Mit dem Torriecher geboren

Kurz vor und nach der Pause knipste Mergim Berisha, der sich nach seiner Auswechslung zur Halbzeit in Tel Aviv erfolgreich zurück ins Rampenlicht schoss. Seine Treffer, beide unter heftigem, aber unberechtigtem Protest der Rieder, können als klassische Berisha-Tore bezeichnet werden. Er steht dort, wo er stehen muss, schießt so, wie er schießen muss, dreht ab und feiert mit der Besonnenheit des jungen Thierry Henry.

Sicher mit dem Feuer hantiert

Es war keine Galavorstellung, das gaben auch die Umstände nicht her. Der eine oder andere Lapsus ließ die Rieder hoffen. Drei Minuten nach seiner Einwechslung vollstreckte Julian Wießmeier nach einer viel zu luftig verteidigten Situation. Es war der beinahe obligate Gegentreffer, den wir in jeder unserer drei Liga-Partien hinnehmen mussten. Als das Spiel zu kippen drohte, hielt das gesamte Team das Geschehen in der Waage. Den Punkt vor Augen, ließen sich die Wikinger zu übermütigen Angriffen hinreißen. Nur logisch, dass sich Gelegenheiten boten.

In einer Überzahlsituation behielt Ashimeru die Übersicht und Daka die Ruhe im Abschluss. 3:1, danke, dere. Es war einer der wichtigen Dreier, jene, die man auf der Jagd nach Titeln einfach nicht auslassen darf.