Temposchwelle

Rapid bremste uns im Finish aus

1:1, ein kleiner Dämpfer, der zugleich eine Erinnerung ist. Nicht ohne Grund betiteln wir das Duell mit Rapid als der Klassiker, eine Begegnung, bei er es um Prestige und diesmal auch um die Tabellenführung ging, die dank des Remis in Salzburg bleibt. Das darf nicht vergessen werden.

BL-7: SCR vs. RBS

Klares Statement

In der ersten Halbzeit stimmte die Spielidee. Man konnte sie lesen, präzise und treffsicher wie eine Zweig-Novelle. Gut 50 Prozent der Angriffe liefen über die linke Seite. Ulmer, Szoboszlai und Junuzovic, der, systemimmanent, gegen das 3-5-2 der Rapidler viele Räume bekam. Sie zogen ein Dreieck auf, aus dem immer wieder penetrierende Pässe in die Tiefe gespielt wurden. Torchancen gab es reichlich, wenn auch nicht im Minutentakt. Und selbst wenn die Verwertung ebenderer nicht komplett überzeugte, man hatte wenig Befürchtung, dass sich Rapid lange gegen uns halten würde können. „Wir waren sehr klar!“, sagt Jesse in solchen Fällen, und damit meint er stringent und philosophiegetreu.

Glaube nicht gebrochen

Obwohl unterlegen, ließ sich Rapid nicht aus der Begegnung drängen. Hätte, wäre, wenn, das ist nun alles müßig, aber ein zweites Tor hätte den Glauben wohl schwinden lassen. Dass die Grün-Weißen im Spiel blieben, war aber kein Resultat unserer Versäumnis, sondern ein Produkt deren harter Arbeit. Auch als für Rapid wenig klappte, blieben sie physisch derart präsent, dass kein Ball unumkämpft blieb. 34 Fouls begingen beide Teams addiert. Und das, obwohl Schiri Drachta oft Gnade walten ließ. Der Kampf Rapids war deren Eintrittskarte zum Comeback.

Spielerwechsel war Paradigmenwechsel

Ercan Kara und Yusuf Demir, die Entdeckungen der Saison, ließen mit ihrer Einwechslung den Glauben bei den Hauptstädtern wieder aufkeimen. War es der Grad der Müdigkeit am Ende dreier englischer Wochen oder einfach der abrupte Facettenwechsel im Spiel Rapids, mit den Stürmern kam Unruhe in die Partie. Auch wenn Rapid für 30 Minuten das Heft des Handelns an sich riss, durch Entlastungsangriffe gab es genügend Gelegenheiten, das Spiel im Finish noch zu gewinnen. Dass das Gegentor aus einem individuellen Fehler resultierte, war zwar bitter, belohnte aber Rapid für seine nicht zu bändigenden Pressingbemühungen.

Am Ende des Tages haben wir nichts verloren, der Vorsprung bleibt bei zwei Punkten. Mit dem Sieg des LASK wird die Tipico Bundesliga zum Dreierrennen.