Würgegriff statt Autobahn

Die Daka-Gala in der Analyse

Der erfolgreiche Start in die Meistergruppe fußte auf einer konzentrierten Herangehensweise und einem Goalgetter in beneidenswerter Form. Der 3:1-Sieg gegen Sturm Graz war nie ernsthaft gefährdet.


Patsons Rekordjagd

Überfallsartig legten es unsere Burschen in der Red Bull Arena an, als müsste man den wöchentlichen Trefferschnitt nach 14 länderspielbedingt ligafreien Tagen wieder aufstocken. Selbst Sturm-Übungsleiter Christian Ilzer merkte vor dem TV-Mikrofon im Anschluss der Begegnung zähneknirschend an: „Vom Gefühl her waren wir noch auf der Autobahn.“ Doch als sich seine Schützlinge langsam gefangen hatten, fanden sie sich im Daka’schen Würgegriff wieder! Mit dem flottesten Dreierpack der Bundesliga-Geschichte sorgte der Sambier schon nach elf Minuten für klare Verhältnisse, zugleich stellte er einen Vereinsrekord auf: Neben Marc Janko und Jonatan Soriano ist er der dritte Akteur, dem Tore in sieben Liga-Einsätzen en suite gelangen. Da geht beinahe die Tatsache unter, dass er bei einem Saison-Trefferschnitt von 1,2 hält – 19 „Arbeitstage“, 23 Einschläge. Einen solch überragenden Schnitt gab es nach einer vollbrachten Spielzeit noch nie von einem Kicker mit mindestens zehn „Buden“.

BL-23: RBS vs. STU

Gelungene Retourkutsche

Das wird auch Coach Jesse Marsch freudig zur Kenntnis genommen haben, der erstmals in seiner Amtszeit derselben Startelf in zwei aufeinanderfolgenden Runden das Vertrauen geschenkt hatte. Er zeichnet nun für zehn Frühjahrs-Ligasiege aus elf Partien verantwortlich, auch 18 Dreier aus bisher 23 Begegnungen sind aller Ehren wert. Nur 2018/19 gab’s genauso viele für unsere Burschen, nie mehr! Damit ist auch die Revanche mit den Blackies komplett: Die ersten zwei Duelle 2020/21 gingen an Jantscher & Co., im Cup-Halbfinale und eben gestern holten wir erfolgreich zum Gegenschlag aus.

Im sechsten Gang

Dementsprechend wird es verschmerzbar bleiben, dass die Grazer nach der Anfangsviertelstunde durchaus ins Spiel gefunden und vor allem nach dem Pausentee auf Augenhöhe performt haben. Eine Zweikampfquote von fast 58 Prozent, minimale Vorteile in Sachen Ballbesitz (52) sowie eine ausgeglichene Schussstatistik von jeweils acht Versuchen – die Steirer unterstrichen einmal mehr, wie groß der Entwicklungsschritt nach der verkorksten Vorjahres-Meistergruppe wirklich ist.

Da sich Rapid Wien mit einem zugegebenermaßen eindrucksvollen 8:1 beim WAC keine Blöße gab, steht einem hochklassigen Gipfeltreffen am Sonntag nichts mehr im Wege. Auch dorthin wird der Weg nur über die Autobahn führen. Auf dass unsere Mannschaft nicht von der Überholspur abkommen wird.

RBS vs. Sturm - 10 Bilder