Die Überflieger von morgen

Fünf unserer Toptalente im Fokus

Wie gut wir uns um unsere Talente kümmern, weiß die Fußballwelt. Hier stellen wir euch gemeinsam mit den Experten unserer sportlichen Leitung fünf Burschen auf dem Weg nach oben vor.

Dieser Artikel erschien Ende Dezember in voller Länge in unserem Magazin „Des is Soizburg“ exklusiv für Dauerkarten-Inhaber.

Daouda ist immer da, wenn es gefährlich wird 

„Wenn wir uns einen Außenverteidiger schnitzen könnten, würde er aussehen wie Daouda Guindo.“ Unsere Experten von der sportlichen Abteilung rieben sich verwundert die Augen, als sie den jungen Malier im Februar 2021 zum ersten Mal in einem Bewerbsspiel des FC Liefering beobachteten: „Wir haben kaum für möglich gehalten, dass jemand so schnell unsere Philosophie des Vorwärtsverteidigens verinnerlicht.“ 

Im klubinternen Jargon wird bei Spielern zwischen Hardware und Software unterschieden. Erstere beinhaltet die physische Komponente, das Tempo, die Beweglichkeit. Letztere zielt auf die technischen Fähigkeiten ab, das spielerische und taktische Vermögen. Daouda vereint beides auf beachtlichem Niveau, genauso wie das Zusammenspiel zwischen offensiver Denkweise und defensiver Absicherung. „Was man bei einem Linksverteidiger schwerlich findet, ist diese Rettermentalität. Daouda ist immer da, wenn es gefährlich wird.“

Mamady hat ein eingebautes Radarsystem

Spieler aus Mali haben bei uns eine gewisse Tradition. Diadie Samassekou (jetzt in Hoffenheim), Amadou Haidara (Leipzig) oder aktuell Mo Camara beweisen, dass es dort ein spannendes Talente-Reservoir gibt. Mit Mamady Diambou steht der nächste Topspieler, der aus der JMG-­Akademie in der Hauptstadt Bamako kommt, bereit. „Er hat ein eingebautes Radarsystem, mit dem er irrsinnig schnell in die Zweikämpfe kommt. Dann sticht er zu und hat auch mit dem Ball eine hohe Qualität“, sagen unsere Experten.

Mit seinen 1,76 Metern Körpergröße ist er keine Kante, erinnert aber trotzdem an Chelseas umtriebige (und noch kleinere) Arbeitsbiene N’Golo Kante. Als aggressiver Sechser scheut er keinen Zweikampf. Im richtigen Leben ist Mamady dagegen alles andere als aggressiv. Er gilt als „Musterprofi, der schon sehr intelligent ist, aber immer dazulernen will“.

Dorgeles verlässt sich nicht nur auf sein Talent

Das „malische Dreieck“ war erst im Jänner 2021 zu uns gewechselt und hat eine rasante Entwicklung hingelegt. Das nur zur Einordnung der Tatsache, dass Dorgeles Nene, im Gegensatz zu seinen Landsleuten, noch auf seinen ersten Einsatz für unsere Profis wartet. „Aufgrund der hohen Konkurrenzdichte im Sturm hat er es am schwersten“, heißt es aus unserer sportlichen Abteilung. Bei 15 Einsätzen für den FC Liefering konnte der 19-Jährige bereits acht Tore und sechs Assists verbuchen. Und so kurios es klingt: Es hätten sogar noch mehr sein müssen. Er hat in Sachen Entscheidungsfindung vor dem Tor Verbesserungspotenzial und muss an seiner Kaltschnäuzigkeit arbeiten.

Ein anderes Manko hat Dorgeles dagegen schon ausgemerzt. Mit regelmäßigen Extraschichten in der Kraftkammer hat er seine körperlichen Defizite wettgemacht und an Muskelmasse zugelegt. Ein Zeichen, dass er sich nicht auf sein Talent verlässt, sondern weiß, dass er es mit Fleiß veredeln muss. Und mit Talent ist der Offensivgeist über die Maßen gesegnet. Sein Tempo, sein Zug zum Tor – mit diesen Fähigkeiten ist er prädestiniert für unser Umschaltspiel.

Roko will immer treffen, immer gewinnen

Sein Vater war selbst ein erfolgreicher Profi und fungiert als sein Mentor, hilft ihm auf und neben dem Platz. Dieser Satz gilt nicht etwa Erling Haaland, dem Prototyp aller Durchstarter, sondern Roko Simic. Wobei man seinen Papa Dario sogar als kroatische Legende bezeichnen kann. Er war es auch, der seinem Sohn im Sommer riet, den Schritt von der ersten kroatischen Liga zu uns bzw. zu unserem Kooperationsklub FC Liefering in die zweite österreichische Liga zu machen. Das wagen nur wenige, aber Roko weiß, dass er sich technisch noch verbessern muss und dass er das bei uns am besten kann.

„Er ist ein echtes Mentalitätsmonster“, sagen unsere Experten. „Er will immer treffen, immer gewinnen.“ Die Zahlen sind jedenfalls beeindruckend. In der kroatischen U21 trifft er im Schnitt in jedem Spiel, in seinen ersten 13 Einsätzen für Liefering gelangen ihm acht Tore. Kein Wunder, dass Trainer Matthias Jaissle ihn beim ersten Spiel gegen Wolfsburg sogar schon UEFA Champions League-Luft schnuppern ließ.

Lukas ist clever im Zweikampf, gut im Kopfballspiel

Dieser Typ hat das Zeug zum Local Hero: Genauso wie der Kuchler Nicolas Seiwald, der in dieser Saison bei uns zum Stamm- und Nationalspieler gereift ist, ist auch Lukas Wallner aus St. Johann im Pongau ein waschechter Salzburger Bursche. Im Alter von zehn Jahren wechselte er nach Salzburg, durchlief sämtliche Akademie- und Jugendmannschaften. Heute ist er Kapitän des FC Liefering und der UEFA Youth League-Mannschaft, die zuletzt mit dem Sieg gegen Sevilla und dem Aufstieg ins Achtelfinale für Aufsehen sorgte. 

„Clever im Zweikampf, gut im Kopfballspiel“, sagen unsere Experten. „Mit seinem starken linken Fuß kommt ihm eine wichtige Aufgabe beim Spielaufbau zu, vor allem wenn es darum geht, schnell und vertikal in die nächste Ebene zu kommen. So ein Spieler bereichert jeden Kader.“ Sein Kapitänsamt legt Wallner dabei ruhig, aber bestimmt an. „Er ist keiner, der permanent herumschreit. Aber wenn er etwas sagt, hat es Gewicht, dann findet er auch Gehör.“ Die Konkurrenz in der zentralen Verteidigung ist enorm – aber es gibt keinen Grund, warum er es nicht packen sollte. Umso mehr freut es uns, dass er jüngst einen Vertrag bis 2025 unterschrieben hat.