Die Unüberwindbaren

Der souveräne Auswärtssieg in Wolfsberg unter der Lupe

Die angespannte Personaldecke im Abwehrzentrum wirkt sich bisher überhaupt nicht negativ aus. Auch gegen die Wolfsberger litt Keeper Köhn unter Langeweile, kam ihm doch kein einziger Ball aufs Tor entgegen. Es scheint regelrecht zweitrangig zu sein, welches Gespann die Hintermannschaft bildet.

Kein Vorbeikommen

Es war eine Partie der Premieren. Während Jerome Onguene und Bernardo erstmals das Innenverteidiger-Duo bildeten, assistierte Luka Sucic auf der anderen Seite des Platzes beide Treffer – seine ersten beiden Vorlagen in dieser Bundesliga-Spielzeit. Am Ende der Verwertungskette standen zwei Schützen, die nach einem persönlich holprigen Saisonauftakt eindrucksvoll aufzeigten: War Onguene zu Beginn noch außen vor, avancierte der Abwehrrecke innert einer Woche zum Herzstück der „Unüberwindbaren“ um Philipp Köhn & Co. Gegen Rapid, Kalsdorf und den WAC blieben sie jeweils zu null, darüber hinaus ließ unsere Hintermannschaft insgesamt nur vier Schüsse aufs Gehäuse zu – drei davon feuerten die Hütteldorfer ab. Noah Okafor mauserte sich indes zu einem veritablen Gamechanger, er sammelte in jeder der vergangenen drei Begegnungen Scorerpunkte.

Weiterhin makellos

Gegen die Kärntner brillierte aber vor allem die Mannschaft als Kollektiv, klammern wir den Endspurt im Eco-Modus kurzerhand aus. 95 Mal preschten unsere Burschen ins letzte Drittel vor, 342 Pässe in der gegnerischen Rasenhälfte sind auch aller Ehren wert. Der national weiterhin ungebrochene Siegeszug von Übungsleiter Matthias Jaissle lässt die Konkurrenz ratlos zurück. Neun Liga-Erfolge in ebenso vielen Partien stehen zu Buche, gegen den LASK könnte unser Coach bereits den Marsch’schen Startrekord egalisieren. Gemeinsam sind sie für eine weitere Bestmarke verantwortlich: Die Statistiker zählen saisonübergreifend 13 Liga-Dreier en suite – das gelang uns zuletzt 2013/14!

Kräfte eingeteilt

Und das Beste daran: Die Roten Bullen mussten wohl nicht an die absolute Schmerzgrenze gehen. Auch Jaissle vermutete, dass „der eine oder andere ein paar Körner gespart“ habe, um beim mittwöchigen Königsklassen-Treffen mit Lille bei 100 Prozent zu sein. Auch den Nordfranzosen gelang die Ouvertüre im Ligabetrieb, das 2:1 in Straßburg war ihr zweiter Streich am Stück. Es bliebt allerdings abzuwarten, ob sich die Offensivpower der Gourvennec-Equipe auch in der Red Bull Arena durchsetzen wird, wenn sich ihr die „Unüberwindbaren“ in den Weg stellen.

WAC vs. RBS - 10 Bilder