Wir werfen einen ersten Blick nach München

Zwei Monate Wartezeit

Die Hymne der Königsklasse verspricht nicht weniger als „Die Meister, die Besten“ – und nicht weniger haben wir bei der Auslosung des UEFA Champions League-Achtelfinales bekommen. Wenn Christoph Freund den FC Bayern München als womöglich beste Mannschaft der Welt betitelt, dann gibt ihm die Statistik auf jeden Fall recht, denn die Deutschen liegen im UEFA-Klubranking aktuell klar auf Rang eins. Unschlagbar sind sie deshalb aber noch lange nicht. Und auch wenn noch knapp zwei Monate bis zum ersten Duell vergehen müssen, wollen wir einen ersten Blick auf unseren Premierengegner in der K.-o.-Phase werfen.

Trotz langer und erfolgsverwöhnter Geschichte erleben die Münchner ihre womöglich stärkste Ära der Vereinshistorie. Eingeleitet wurde sie dabei ausgerechnet von einem ehemaligen Roten Bullen. Als unser früherer Co-Trainer Hansi Flick im November 2019 – als vermeintlicher Interimscoach – das Zepter übernahm, führte er das Team prompt zum „Sextuple“, also zu sechs von sechs möglichen Titeln. Auch in der Folgesaison wurde mit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft das bayerische Soll erfüllt.

Ein neuer, junger Weg

Keine kleinen Fußstapfen für den neuen Coach, den der FC Bayern seit diesem Sommer hat. Dazu wählten die Münchner einen ähnlichen Weg wie wir und ernannten den erst 34-jährigen Julian Nagelsmann zu ihrem Cheftrainer. Er ist damit zum Amtsantritt der drittjüngste Übungsleiter der Vereinsgeschichte. Doch nicht nur die Altersklasse vereint unsere beiden Trainer, bei beiden prägte die TSG 1899 Hoffenheim die fußballerische Vergangenheit enorm. 

2016 wurde Nagelsmann dort mit nur 28 Jahren zum jüngsten Bundesliga-Trainer aller Zeiten und führte die 35.000-Einwohner-Stadt Sinsheim mit Platz vier prompt in die UEFA Champions League. Auch in seinen zwei Jahren bei RB Leipzig wusste er unter anderem mit dem UCL-Halbfinaleinzug zu überzeugen, ehe es ihn im Sommer 2021 in seine Heimat Bayern zog.

Rekordbrecher und Dauerbrenner

Fast nahtlos kann er den Erfolgslauf hier bislang fortsetzen. Immerhin hat Nagelsmann aber auch die wohl größte „Waffe“ von seinem Vorgänger geerbt: Robert Lewandowski steht für Tore und wird unserer Abwehr definitiv einiges an Arbeit bereiten. Letzte Saison schrieb er mit 41 Treffern deutsche Bundesliga-Geschichte. Und auch in dieser Spielzeit zeigt er sich mit seinen Toren am Fließband regelmäßig als Lebensversicherung der Münchner.

Es bleibt für uns zu hoffen, dass der Pole über die anstehende, knapp dreiwöchige Winterpause hinweg ein wenig abkühlt. Allerdings können die Bayern von einigen ruhigen Tagen auch profitieren, denn aktuell plagen sie – neben einer eher unruhigen Jahreshauptversammlung – keine unerheblichen Personalsorgen. Verletzungen, Quarantäne-Phasen und mehr sorgten für schwierige Wochen an der Säbener Straße. Doch in den knapp zwei Monaten bis zu unserem ersten Aufeinandertreffen kann sich noch einiges tun. Wir sind auf jeden Fall jetzt schon voller Vorfreude auf diesen Nachbarschaftskracher!