„Wir sehen, wie viel Substanz im Klub steckt“

„kicker“-Experte Frank Linkesch über das Duell mit den Bayern

In exakt einer Woche, am Mittwoch, den 16. Februar 2022 kommt es um 21:00 Uhr zum Hinspiel im UEFA Champions League-Achtelfinale gegen den FC Bayern. Gemeinsam mit euch Fans haben wir in einer vollen Red Bull Arena die Chance, gegen den deutschen Rekordmeister Geschichte zu schreiben. Frank Linkesch ist beim international renommierten Fußballmagazin „kicker“ FC Bayern-Experte und hat das anstehende Duell im Vorfeld analysiert.

Das gesamte Interview sowie viele weitere spannende Inhalte rund um die Partie gegen die Münchner findet ihr in unserem „Heimspiel“-Magazin, welches am UCL-Spieltag im Stadion sowie als Beilage der Salzburger Nachrichten verfügbar sein wird.

Der österreichische Serienmeister trifft auf den deutschen Serienmeister – wie ist die Ausgangslage vor dem Achtelfinale der UEFA Champions League?

Ich glaube, dass wir zwei sehr attraktive Spiele sehen werden. Der FC Salzburg ist klarer Außenseiter und kann eigentlich nur gewinnen. Für den FC Bayern wäre alles andere als ein Einzug ins Viertelfinale eine herbe Enttäuschung und eine Verfehlung des Saisonziels.

Wie kann der FC Salzburg gegen den FC Bayern München also bestehen? 

Es gibt zwei Ansätze: Man kann versuchen, mit einer kompakten Defensive die Räume der Bayern einzuengen. Das geht aber zulasten der eigenen Offensive. Der erfolgversprechendere Weg aus meiner Sicht ist, mutig zu sein und die bayerische Verteidigung über schnelles Umschaltspiel zu beschäftigen. Salzburg muss mit kalkuliertem Risiko seine eigenen Chancen suchen, darf aber die Defensive nicht vernachlässigen. Wenn man den Bayern bei Ballgewinn zu viel Platz gibt, führt das in der Regel zu Gegentoren.

Auf welche Salzburger Spieler werden die Bayern besonders achten? 

Ich glaube nicht, dass die Bayern großen Respekt vor einzelnen Spielern haben werden. Sie spielen einfach ihr Spiel. Jedoch verfügt der FC Salzburg über sehr schnelle Spieler. Wenn die Bayern zu sorglos verteidigen und Leuten wie Karim Adeyemi zu viel Raum geben, kann das sehr gefährlich werden.

Salzburg gegen Bayern – das ist auch das Duell der beiden jüngsten Coaches in der UEFA Champions League. Matthias Jaissle ist 33 Jahre alt, Julian Nagelsmann 34. Merkt man das der Spielweise ihrer Teams an? 

Sie spielen beide forsch und selbstbewusst – aber das muss nicht am Alter liegen. Vergessen wir nicht, dass beide ihre Karriere als Aktive wegen Verletzungen sehr früh beenden mussten, Nagelsmann sogar schon mit 20 Jahren. Er ist wesentlich reifer, als sein Personalausweis vermuten lässt. 

Wie schätzt man in Deutschland die Entwicklung von Salzburg ein? 

Wir sehen, wie viel Substanz in diesem Klub steckt und wie gut auf allen Ebenen gearbeitet wird. Spannend ist ja, dass in Salzburg nicht nur Spieler, sondern auch Trainer ausgebildet und über den FC Liefering nach oben geführt werden. Matthias Jaissle hat vielleicht noch nicht so viel Erfahrung wie Julian Nagelsmann, aber er ist ein sehr interessanter Mann, den man in Deutschland längst registriert hat.