Gelungenes Comeback dank Offensiv-Inferno

Torschützen: Ulmer (16./ET) bzw. Adeyemi (69., 85.), Kristensen (76.)

Unsere junge Truppe (Altersschnitt 23,3 Jahre) lässt sich auch von einem anfänglichen 0:1-Rückschlag und einer Vielzahl von vergebenen Großchancen nicht aus der Ruhe bringen und triumphiert schließlich souverän mit 3:1 im Grazer Hexenkessel!

Spielbericht

Der Rahmen für den Bundesliga-Auftakt war ein glänzender: eine stimmungsvolle Hütte und zwei schlagkräftige Mannschaften mit Trainern aus der Kategorie Erlebnis- statt Ergebnisfußball. So verhielt es sich auch in der Anfangsphase. Karim Adeyemi drang mit einem Energieanfall in die Box ein und lancierte Benjamin Sesko, der Slowene drückte die Kugel nur knapp neben die Kiste. Auf der Gegenseite machte Keeper Nico Mantl einen Fauxpas, er hatte zuvor Hierländer ungewollt eingesetzt, wieder wett – unsere Nummer eins entschärfte den Distanzversuch des Sturm-Mittelfeldmotors.

In Minute 11 trat wiederum Hierländer in Erscheinung, dessen präzise Hereingabe fälschte Captain Andi Ulmer in Bedrängnis ins eigene Gehäuse ab. Der Schock währte allerdings nur kurz, hob der Assistent doch prompt die Fahne – der Aktion sollte eine Abseitsstellung vorangegangen sein. Doch, Achtung! Referee Altmann konsultierte den seit heute in Österreich heimischen VAR. Knapp fünf Minuten dauerte die Prüfung, ehe die Beobachter in Wien-Meidling die Entscheidung des Unparteiischen revidierten, der Treffer zählte doch (16.). Wütende Angriffe rollten fortan auf das Grazer Tor. Erst schädelte Sesko eine Capaldo-Hereingabe an die Querlatte, dann scheiterte Adeyemi im Anschluss eines Ulmer-Prachtchips auf den Youngster. Auch Brenden Aaronson verfehlte per Kopf aus vielversprechender Position. Capaldo füllte den ohnehin schon üppig bekritzelten Chancenzettel weiter, Siebenhandl parierte den Header des Argentiniers geistesgegenwärtig.

Nach dem Seitenwechsel labten sich die 13.000 Zuschauer hüben wie drüben anfangs nur an Halbchancen, ehe Gorenc-Stankovic in der Werkzeugkiste kramte und den Hammer auspackte – sein fulminanter Fernschuss endete am Querbalken. Diese „Aluminium-Allergie“ griff ohnehin seit dem Anstoß auf die Mehrheit der Akteure über, Aaronson lieferte prompt das nächste Beispiel: Nici Seiwald schlug die Kugel ins Zentrum, Adeyemi setzte Aaronson umsichtig per Kopf in Szene. Doch auch der Abschluss des US-Boys landete an der Torumrandung.

Von Verzweiflung dennoch keine Spur: Sladdi Junuzovic trug den Ball auf der rechten Außenbahn Richtung Gefahrenzone und schlug ihn gekonnt ins Zentrum. Affengruber und Gazibegovic rauschten unter der Flanke hindurch, mit der Brust finalisierte Adeyemi zum überfälligen Ausgleich (69.)! Und damit nicht genug. Einer schulbuchmäßigen Adeyemi-Hereingabe ließ Rasmus Kristensen einen ebenso schnörkellosen, unhaltbaren Header folgen – 2:1 (76.)!

Die für lange Zeit kurzweilige, jederzeit „stressige“ Begegnung beruhigte sich im Schlussakt, ehe Adeyemi mit einem echten Ausrufezeichen den Deckel draufschraubte. Unsere Nummer 27 empfing die Kirsche in der Nähe des Strafraumecks, fasste sich ein Herz und ABFAHRT! Der Wirbler malte einen echten Strich in die Maschen (85.) – 3:1! Ein traumhafter Abschluss zum Auftakt in unsere Bundesliga-Kampagne.

Statements

Matthias Jaissle

Ich war wirklich ausnahmslos zufrieden, auch in der ersten Halbzeit. Wir sind sehr viel vor das Tor von Sturm gekommen, haben nur die Hütte nicht gemacht. Das war das einzige Problem im ersten Abschnitt. So ein Auftaktsieg bringt auch immer einen Schub mit sich, das ist wichtig, gerade für eine so junge Mannschaft, der einfach noch die Konstanz fehlt. Die Jungs entwickeln sich aber prima. Von dem her bin ich mit dem Auftritt sehr zufrieden!

Karim Adeyemi

Es war eine super erste Halbzeit, die zweite ebenso, so haben wir das Spiel auch verdient gewonnen! Wir haben einfach drauflosgespielt, das hat geklappt. Rasmus hat mir immer gesagt, dass ich auf den zweiten Pfosten achten soll, das hab ich dann auch gemacht. Dann fliegt der da einfach! Mein zweites Tor war nicht so stark wie seines. Wir sind noch jünger als letztes Jahr, wir haben das heute gerockt und sind überglücklich!

Aufstellung

Wechsel

Sucic für Capaldo (64.), Guindo für Ulmer (74.), Aaronson für Bernede (87.), Adamu für Adeyemi (87.)

Gelbe Karte

Capaldo (45.+1/Unsportlichkeit), Seiwald (81./Foul)

Nicht einsatzbereit

Vallci (Achillessehne), Koita (Knie), Berisha (Leiste), Okafor und Bernardo (beide Adduktorenprobleme)

Pure Emotionen in Graz - 7 Bilder