Keine Sekundenzeiger-Anfeuerer

Der späte 3:1-Sieg bei der WSG unter der Lupe

Joker und späte Treffer, das passt einfach! Nicht zum ersten Mal in dieser Spielzeit backen sich unsere Roten Bullen aus diesen Zutaten einen Drei-Punkte-Leckerbissen, wenngleich es ein solcher in Innsbruck nur selten war.

Überstunden olé!

Die letzten 15 Minuten vor dem Feierabend verbringen Menschen höchst unterschiedlich. Manche unterhalten sich bereits über gemeinsame Freizeitpläne, andere feuern den Sekundenzeiger an und weitere sind überhaupt schon mit einem Arm im Mantel. Allerdings gibt es überdies eine überschaubare Abordnung, die noch eifrig an der Arbeit ist. So geschehen am Innsbrucker Tivoli, als bei der gestrigen Begegnung zwischen der WSG Tirol und unserer Truppe die Schlussviertelstunde angebrochen war. Elf „Hackler“ schickten sich an, das zwischenzeitliche 1:1 in einen vollen Erfolg umzuwandeln und Chef Matthias Jaissle somit einen Rekord zu bescheren – als erster Salzburger Coach zehn Siege in ebenso vielen Pflichtspielen zu feiern. Es sollte gelingen, Okafor formschön zum 2:1, Sesko goldrichtig stehend zum Dritten.

Den mit sieben Auswärtstriumphen en suite egalisierten Vereinsrekord besorgten wieder einmal späte (Joker-)Treffer: Dass Jaissle in dieser Spielzeit bereits fünf Tore eigenhändig „einwechselte“, ist beachtlich, aber nachvollziehbar. Dass seine Schützlinge jedoch schon neun Mal in der Schlussviertelstunde jubelnd abgedreht sind, ist purer Wahnsinn – bloß vier Ligakonkurrenten erzielten in der bisherigen Gesamt-Spielzeit mehr Treffer als unsere Mannen ab Minute 76!

Kurzarbeiter Köhn

Wie bedeutend Mo Camara für den Salzburger Spielaufbau ist, unterstrich der Malier einmal mehr: Mit 93 Ballaktionen und 83 Pässen schwang er den rot-weißen Taktstock und war mitverantwortlich dafür, dass die Tiroler nur selten bedeutsam vor Philipp Köhn aufkreuzten. Mit Ausnahme des Blume-Treffers und zwei Anselm-Gelegenheiten blieb’s recht überschaubar, was die Expected-goals-Wertung von 0,3 auch passend unterstreicht. Wenngleich unser Übungsleiter anmerkte, dass gegen „eine spielerisch echt starke“ Silberberger-Crew nicht alles eitel Wonne war und man in Sachen Chancenerarbeitung einige Prozente vermissen ließ. Sie sollten fürs dienstägige Kräftemessen gegen Sevilla im Konzert der Großen zurück sein, liebäugeln wir doch mit einer Überraschung in Andalusien. Die Lopetegui-Crew geht übrigens ausgeruht ins Duell, sie verbringt dieses Wochenende auf der Couch. Die Liga-Rückkehr erfolgt erst nächste Woche. Vom Schlag „Sekundenzeiger-Anfeuerer“ sozusagen …

WSG vs. RBS - 9 Bilder