Längerer Atem

Würgegriff wurde minütlich enger

Die Wiener verließen sich aufs Verteidigen und hadern nun mit dem Penalty, dabei hätten sie nur das Wesen unserer letzten Siege studieren müssen. Das Motto war schon da: Du bekommst, was du investierst!

Geduldsspiel

76 Minuten in Graz, 71 gegen die Austria, 81 in der Südstadt, 90 gegen Bröndby und eben 79 gegen Rapid, so lange dauerte es, bis wir die Führungstreffer erzielten. Der Saisonverlauf hat einen roten Faden: späte Tore. Dass es so lange spannend bleibt, obgleich das Wesen der Spiele anderes vermuten ließe, ist natürlich kein Zufall. Die Sachlage ist noch eine andere als vor ein paar Jahren. Unsere Konkurrenten haben gelernt, wie man gegen unser System besteht – durch Zerstörung. Uns nicht das spielen zu lassen, was wir gerne würden, nämlich Gegenpressing und vertikalen Angriffsfußball, ist das aussichtsreichste Mittel für jeden Gegner.

So war es auch gestern. Rapid trat – schon fast traditionell – gegen unsere Burschen mit einer Fünferkette auf. Der Riegel hielt, auch weil sich unser Offensivpersonal auf vielerlei Terrain wohler fühlte als in physischen Battles mit den Recken Aiwu, Greiml und Wimmer. Die Konsequenz war viel Ballbesitz außerhalb der Gefahrenzonen. Ein Umstand, der noch immer ein wenig ungewohnt wirkt. So kam es auch, dass es bis zur zweiten Halbzeit brauchte, bis sich aus dem Positionsspiel wirklich gefährliche Situationen entwickelten. Die goldene Regel dabei: Der Ball muss schnell bewegt werden. Nur so öffnen sich Räume, nur so wird der Gegner müde. Und genau so kam es auch! 73,5 % Ballbesitz waren zu viel für müde Hütteldorfer. Keine 72 Stunden zuvor hatten sie gegen Genk verloren. Auch gegen uns brachen sie spät ein.

BL-08: RBS vs. SCR

Der Mann für die Spätschicht

Der entscheidende Treffer war zwar ein Werk von Karim Adeyemi – als Gefoulter trat er selbst an und verwandelte mit einem zuletzt nicht immer da gewesenen Selbstverständnis. Den Endstand besorgte aber Brenden Aaronson, der in seiner fast schon typischen Manier in Minute 94 zuschlug. Typisch, weil er auch schon im UCL-Quali-Hinspiel gegen Bröndby in der 90. Minute den Siegestreffer besorgte. Lobend hervorzustreichen ist natürlich auch Noah Okafor, der nach einem Sprint über das gesamte Feld noch das Auge für den uneigennützigen Assist hatte.

Jetzt wird’s englisch

Englisch war die letzte Woche auch schon mit ihren drei Pflichtspielen, ob unseres großen Kaders ließen sich solche Aufgaben für Matthias Jaissle aber immer gut abfedern. Beispielsweise behielt er Dauerbrenner Nici Seiwald am Wochenende zunächst auf der Bank, wie er selbst sagte, aus Gründen des Kadermanagements. Durch die Verletzung von Oumar Solet und das kleine Wehwehchen von Kamil Piatkowski könnten die vielen Spiele aber erstmals für Überbelastungen sorgen. Man bedenke: Sekou Koita und Albert Vallci sind genauso weiterhin rekonvaleszent wie Zlatko Junuzovic. Max Wöber und Bernardo kehren hoffentlich wieder zurück.

RBS vs. SCR - 10 Bilder