Mit Arbeit zum Lohn

Torschützen: Maier (33.) bzw. Bernardo (14.), Sesko (52., 56.), Sucic (90.)

Mit kleinen Anlaufschwierigkeiten trägt uns eine gute zweite Hälfte zu einem schließlich unangefochtenen Sieg.

Bundesligist gegen Regionalligist, man sah es von Anbeginn. Wir spielten, die Herthaner versuchten, zu zwicken, wenn der Ball in ihre Hälfte gelangte. Mit viel Aufwand und emotionaler Hingabe machten die Gastgeber unseren Burschen das Leben schwer. Hier wurden alle Register gezogen. Das Grün war enorm lang und langsam. Man brauchte einen Workaround. Die Standards von Zlatko Junuzovic waren in der Startphase genau das. Ein erster Freistoß fühlte vor. Ein Eckstoß besorgte die schnelle Führung (14.). Rasmus Kristensen stieg höher als der Rest, wuchtete das Leder an die Latte. Den Rebound verwertete Bernardo, der aus drei Metern keine Mühe hatte.

Aus dem Spiel ging bis zum Strafraum viel, über dessen Grenze hinaus wenig. Darum fasste sich nach einer knappen halben Stunde Karim Adeyemi ein Herz. Sein Pfund aus 20 Metern hatte Traumtorpotenzial, doch der Goalie verwehrte.

Bis hierhin war alles gut, doch das änderte sich schlagartig. Nach einem Freistoß erbte der Welser Captain Florian Maier die Wuchtel an der Strafraumgrenze. Wie ein Tippkickmännchen drückte er ab und setzte den Ball volley maßgenau in die linke Ecke (33.). Der Gleichstand war wiederhergestellt. Die Chance auf eine Welser Überraschung lebte.

UNIQA ÖFB Cup gegen WSC Hertha Wels

Die Schlagzahl musste steigen, so viel war klar. Die Unzufriedenheit schien Matthias Jaissle auf die Stirnfalten geschrieben. Ein jäher Standard entspannte unseren Coach, denn eine einstudierte Variante zeigte Wirkung. Junuzovic brachte den Ball via Wöber und Bernardo zu Sesko, dessen Schuss, ein reiner Gewaltakt, wie eine Flipperkugel in die Maschen purzelte (52.).

Und Sesko kam gerade erst auf Betriebstemperatur. Wieder wurde er von Sladdi bedient, der heute alle Fäden zog. Seine Flanke kam perfekt zwischen letzte Linie und Keeper. Unser junger Slowene stieg so hoch, dass seine beiden Gegenspieler gänzlich auf Gegenwehr verzichteten und zusahen, wie er die Murmel in die lange Ecke nickte (56.).

Auch weiterhin blieben wir dominant. Wels schien, ob des Rückstands und der schwindenden Kräfte, gebrochen. Adeyemi nagelte einen Ball aus nächster Nähe an die Latte, Seskos Nachschuss parierte Verteidiger Maier mit der Hand. Zu seiner eigenen Verwunderung kamen aber keine großen Diskussionen auf.

Den genommenen Treffer holte Luka Sucic in der 90. Minute nach. Fast schon übermütig setzte Sladdi zum Dribbling an, drehte nach gefühlten 15 Sekunden am Ball noch einmal ab und bediente Sucic, der sehenswert knipste.

In bestimmter, aber nicht über-überlegener Manier schlenderte unsere Mannschaft über die Ziellinie. 4:1, Soll erfüllt, Mund abwischen und bereit machen für den Ligastart!

STATEMENTS

Matthias Jaissle:

Wir haben das erwartete Spiel angenommen. Das 1:1 zur Halbzeit hatte ich mir anders vorgestellt. In Summe war es aber ein verdienter Sieg. Wir haben noch einige Abläufe vermissen lassen, da ist noch Luft nach oben. Das ist aber auch das Schöne an einer jungen Mannschaft. Wir haben viel Potenzial.

Zlatko Junuzovic:

Die zweite Halbzeit war dementsprechend gut, weil wir auch ein bisschen in die Tiefe zugelegt haben, konsequenter wurden, Torchancen erspielt und erarbeitet haben. Deswegen war es ein verdienter Sieg. Ein bisschen mühevoll, aber im Großen und Ganzen in Ordnung.

DATEN & FAKTEN

Aufstellung

Mantl; Kristensen, Solet, Wöber, Bernardo (68. Guindo); Junuzovic; Capaldo (68. Sucic), Seiwald; Aaronson (88. Bernede); Okafor (44. Sesko), Adeyemi (88. Adamu)

Gelbe Karten

keine

Nicht einsatzbereit

Vallci, Piatkowski, Ulmer, Camara, Koita