Salzburger Mächtigkeitsspringen

Der Arbeitssieg in Hartberg unter der Lupe

Unsere Burschen verlernen das Verlieren – auch in der Oststeiermark triumphierten sie. Mit dem dritten Liga-1:0 in den vergangenen vier Partien docken zahlreiche Jaissle-Schützlinge nun gut gelaunt bei den Nationalteams an.

Erfolgswelle

„Springt ein gutes Pferd nur so hoch, wie es muss?“, wurde Karim Adeyemi nach dem 1:0-Kraftakt in der Profertil Arena im TV-Interview gefragt. Der Neo-Nationalteamspieler Deutschlands ist bisher eher selten als Veterinärexperte in Erscheinung getreten, so überraschte es nicht, dass der Speedster geschickt auswich. Falls Fragensteller Johannes Brandl weiterhin fieberhaft nach einer Antwort sucht, wird ihm hier unter die Arme gegriffen: Pferde können verdammt hoch springen! Der bis heute gültige Weltrekord wurde vom chilenischen Hengst „Huaso“ aufgestellt, wahnsinnige 2,47 Meter übersprang er im Februar 1949 im sogenannten Mächtigkeitsspringen. Ähnlich verhält es sich auch mit unserer bisherigen Saison. Neun Pflichtspiele unter Coach Matthias Jaissle, neun Siege. Dementsprechend bleiben die Roten Bullen auch im Ligabetrieb makellos, saisonübergreifend zehn Bundesliga-Erfolge en suite lassen das Salzburger Fußballherz dieser Tage höherschlagen – eine derartige Siegesserie gab’s zuletzt vor knapp zwei Jahren.

Zahlen, bitte!

Gegen wackere Oststeirer hielten sich unsere Kanoniere bedeckt, mit 14 abgegebenen Schüssen stellten sie gestern den niedrigsten rot-weißen Saison-Wert auf. 28 Flanken segelten in Rene Swetes Herrschaftsgebiet, und das in einer Begegnung, die 64 Minuten ohne Zielspieler Benji Sesko auskam. In Sachen Spieleröffnung führte Max Wöber Regie, 94 Ballaktionen und 80 Pässe sprechen eine deutliche Sprache. Der Turn- und Sportverein ließ unser Herz zwei Mal zumindest in den Unterleib rutschen: Kofler und Tadic verbuchten echte Hochkaräter. Da sie aber glücklos blieben, konservierten wir unseren Nimbus – acht Dreier und ein Remis gegen die Blau-Weißen.

Keine ruhige Minute

Unseren Siegeszug stoppt kein Gegner, sondern die länderspielbedingte Pause. Wobei „Pause“ einem Hilfsausdruck gleichkommt, denn 13 Akteure sind in den kommenden Tagen im Zeichen der heimischen Flagge unterwegs. Internationale Erfahrung und eine Menge Punkte sollen gesammelt werden, um frohen Mutes in einen richtungsweisenden Herbst zu starten. Englische Wochen en masse stehen bevor, die Mitte September anlaufende Königsklassen-Kampagne avanciert dabei zum echten Highlight. Zum Auftakt geht’s dort gegen den FC Sevilla, der gestern erstmals patzte – 1:1 bei Nachzügler Elche. Manchmal springt ein Pferd erst gar nicht …

Hartberg vs. RBS - 8 Bilder