Später Lohn im Klassiker

Torschützen: Adeyemi (79./FE), Aaronson (90.+4)

Elfmeterkrise? Gibt’s nicht! Nachdem im ersten Durchgang noch die Konsequenz im Abschluss fehlt, münzen die Jaissle-Mannen nach dem Seitenwechsel die Überlegenheit in Treffer um. Just vom Punkt befördert uns Adeyemi auf die Siegerstraße.

Spielbericht

Überfallsartig fühlten unsere Burschen den Hütteldorfern im äußerst stimmungsvollen Klassiker zu Beginn sofort auf den Zahn: Luka Sucic schlug das Spielgerät in die Mitte, Wirbler Karim Adeyemi verfehlte um Haarspitzen. Der Assistent der ersten Szene mimte Augenblicke später höchstselbst den Abschließenden – ein ansatzloser Distanz-Zwirbler von Sucic segelte um wenige Meter über die Querlatte. Während die Wiener nicht über Nadelpikser hinauskamen, ein Grüll-Schüsschen trudelte am Kasten vorbei, mussten die Jaissle-Schützlinge einen ernüchternden Rückschlag hinnehmen: Der seit Wochen groß aufspielende Oumar Solet verletzte sich bei einem Zweikampf mit Knasmüllner und musste mit der Trage abtransportiert werden – erster Verdacht: Kreuzbandriss.

Es dauerte etwas, bis unsere sichtlich geschockten Roten Bullen den Rhythmus wiederentdeckten. Rasmus Kristensen nahm sich der Sache an, vernaschte Grüll auf der rechten Außenbahn und zog aus spitzem Winkel ab, das Leder küsste – leicht abgefälscht – Aluminium! Die Partie lebte von der Intensität, so überraschte es nicht, dass vor dem Gang in die Garderoben keine der beiden Mannschaften einen Schuss aufs Tor verbuchen konnte.

Die Begegnung öffnete sich nach Wiederanpfiff zunehmend: Junior Adamu übernahm einen feinen Camara-Chip direkt, verfehlte das Gehäuse aber um wenige Dezimeter. Auf der Gegenseite schlug Kara aus einem schlampigen Sucic-Querpass kein Kapital – nach langem Sprint versagten dem Schlaks im Eins-gegen-Eins die Nerven. In der Regel war jedoch uns der Inszenierungsauftrag vorbehalten: Adeyemi, Kristensen und Aaronson näherten sich an, ein einziger Rapid-Entlastungsangriff endete mit einem letztlich harmlosen Grüll-Abschluss.

Just als sich die ersten der 17.218 Fans bereits mit einer Nullnummer angefreundet hatten, senste Wimmer Adeyemi ungestüm nieder. Die Überraschung war groß, dass Referee Hameter nicht prompt auf den Elfmeterpunkt zeigte, handgestoppte 3 Minuten und 30 Sekunden später war es nach eingehender Analyse am VAR-Bildschirm dann doch so weit – Penalty! Adeyemi übernahm Verantwortung und schweißte das Rund scheinbar seelenruhig hinein (79.). Die Kühbauer-Equipe zuckte in den Schlusssequenzen noch, den daraus entstehenden Raum nutzten die Roten Bullen kaltschnäuzig: Joker Noah Okafor zündete bei einem Gegenstoß den Turbo, trug das Kunstleder über das komplette Feld und bediente Aaronson auf den letzten Metern schulbuchmäßig – 2:0, der Schlusspunkt eines emotionalen Klassikers (90.+4)!

Statements

Matthias Jaissle:

Es war von der Emotionalität und der Intensität her das erwartete Spiel. Nicht erwartet haben wir, dass sich Rapid so tief hinten reinstellt. Bei uns ging es darum, beharrlich an unseren Abläufen zu bleiben, um dann am Ende belohnt zu werden. Gegen einen tief stehenden Gegner geht’s darum, dass man ein hohes Balltempo mitbringt und darum, diese Tiefe zu attackieren. Da geht’s in den nächsten Wochen darum, weiter daran anzusetzen.

Karim Adeyemi:

Dass ich den Strafstoß schieße, war für mich klar! In der Champions League habe ich ihn nicht gut geschossen, heute etwas anders – er war drin, das ist das Wichtigste. Die Erleichterung war sehr groß! Der Kontakt in dieser Situation war absolut da, und für einen Elfer reicht das eben. Gegen Rapid ist es immer ein heißes Spiel, sie standen heute sehr weit hinten, aber zum Schluss haben wir gewonnen. Wir haben alle Partien für uns entschieden, besser geht’s nicht!

 

Aufstellung

Wechsel

Onguene für Solet (21.), Seiwald für Capaldo (64.), Sesko für Adamu (64.), Okafor für Adeyemi (90.)

Gelbe Karten

Onguene (37./Foul), Jaissle (90.+4/Unsportlichkeit)

Nicht einsatzbereit

Vallci (Achillessehne), Junuzovic (Ferse), Wöber (grippaler Infekt), Koita und Bernardo (jeweils Knie)