Unser Siegeslauf findet in Altach sein Ende

Torschützen: Okafor (10.) bzw. Zwischenbrugger (14.)

Nachdem wir die ersten zehn Spieltage unaufhaltsam durch die ADMIRAL Bundesliga marschierten, müssen wir uns erstmals in dieser Saison mit einem Unentschieden begnügen. Auswärts beim SCR Altach treffen wir wie erwartet auf einen sehr defensiv stehenden, schwer zu bespielenden Gegner. Die Strapazen der Länderspielpause und der kurzfristige Ausfall von Topscorer Karim Adeyemi tun ihr Übriges, sodass wir die Heimreise mit einem 1:1-Remis antreten müssen.

Spielbericht

Abgesehen von einigen müden Anfangsminuten erwischten wir im sonnigen Ländle einen Traumstart. Rasmus Kristensen spielte einen langen Pass, für den der Begriff Packing-Rate erfunden wurde, punktgenau in die Spitze. Ballempfänger Noah Okafor umkurvte den Altacher Tormann sowie den letzten verbliebenen Verteidiger, um schließlich ins leere Gehäuse einzuschieben. Der erste Jubel fiel kurz aus, nachdem das Schiedsrichtergespann vorerst auf Abseits entschieden hatte. Es folgte knapp eine Minute Wartezeit, dann der Pfiff und Fingerzeig in Richtung Mittelpunkt. Das so wichtige schnelle Tor war da (10.).

Damit zwangen wir die Altacher früh dazu, ihren dicht angemischten Abwehrblock zu lösen. Dass dies für den SCRA  so schnell von Erfolg gekrönt werden sollte, hatten unsere Roten Bullen allerdings nicht auf dem Zettel. Nur fünf Minuten nach unserem Führungstreffer zogen Tartarotti und Edokpolor das Tempo über den Flügel an. Vollendet wurde der Angriff vom mit aufgerückten Zwischenbrugger, der im Strafraum zu viel Platz hatte und Philipp Köhn keine Chance ließ (14.).

Der Treffer war doppelt ärgerlich, denn somit ging alles zurück auf Anfang und die Gastgeber zogen sich wieder weit zurück – teils mit 10 Mann im eigenen Strafraum. Es dauerte allerdings erneut nur wenige Minuten, bis wir zum nächsten (vermeintlichen) Torerfolg kamen. Eine wunderbar einstudierte Freistoßvariante ließ Altach ratlos zurück und Junior Adamu brachte das Tornetz zum Zappeln. Doch die Zehen des 20-Jährigen reichten laut VAR wohl ins Abseits, und die erneute Führung blieb uns damit verwehrt.

Die restlichen Minuten in Hälfte eins waren eine zähe Angelegenheit. Torchancen blieben leider absolute Mangelware. Wenn unsere Offensive Räume fand, scheiterte es zumeist an der Präzision der Hereingaben.

Matthias Jaissle gab alles, um unsere Burschen irgendwie auf die Siegerstraße zu lenken. Bis kurz vor dem Wiederanpfiff stand unser Coach selbst noch im Mittelkreis, um der Mannschaft Anweisungen für den zweiten Spielabschnitt mit auf den Weg zu geben. Das Rätsel der Altacher Abwehr war an diesem Tag aber einfach nicht zu knacken.

Als noch knapp eine halbe Stunde zu spielen war, griff unser Coach in die Trickkiste und brachte Benji Sesko als Joker in die Partie. Seine Pläne mit dem 18-Jährigen fanden aber unmittelbar ein jähes Ende, denn nur wenige Minute nach seiner Einwechslung verletzte sich der Slowene ohne Fremdeinwirkung am Oberschenkel und musste ausgewechselt werden. Die Diagnose: ein leichter Muskelfaserriss und knapp drei Wochen Ausfallzeit.

Leider gelang es uns auch im weiteren Verlauf des Spiels nicht, unser gewohntes Tempo zu gehen, und die Bälle waren nicht präzise genug, um den Altacher Abwehrverbund ernsthaft unter Druck zu setzen. Die Länderspielstrapazen hatten bei unseren Burschen sichtbare Spuren hinterlassen. Wir versuchten, noch irgendwie zum Siegestreffer zu kommen und warfen am Ende alles nach vorne. Das verhalf allerdings auch den Altachern zu mehr Räumen. Unsere Defensive inklusive Philipp Köhn stand aber sicher und unser Goalie räumte einige lange Bälle der Gastgeber weit außerhalb des Strafraums gedankenschnell ab.

In der letzten Minute dann noch mal ein kurzer Hoffnungsschimmer: Ein hoher Lob von Mamady Diambou fand Okafor im Strafraum. Der Schweizer zeigte vollsten Einsatz und kam mit der Fußspitze gerade noch an den Ball, verfehlte das Tor allerdings hauchdünn. Kurz darauf der Schlusspfiff – Punkteteilung im Ländle.

Statements

Matthias Jaissle:

Grundsätzlich hat das Altach gut gemacht. Sie haben uns mit einem Abwehrbollwerk immer wieder vor Herausforderungen gestellt. Das war heute nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir wollten wieder mutig und frech auftreten, mit der nötigen Aggressivität und Mentalität. Da haben heute einfach ein paar Prozent gefehlt.

Rasmus Kristensen:

Wir haben in dieser Saison Unglaubliches geleistet! Heute war es sicher nicht gut genug, aber das kann immer passieren. Altach hat es taktisch gut gemacht: tief gestanden, schnelles Umschalten mit einem großen Stürmer. Das Gegentor so schnell zu bekommen, war sicher das Schlimmste, was uns passieren konnte, es wäre ansonsten ein anderes Match geworden. Sie haben es super gemacht, Respekt an Altach – ein verdienter Punkt! Wir bleiben positiv, im Fußball geht’s schnell weiter, am Mittwoch steht uns ein wichtiges Spiel bevor.

Nici Seiwald:

Wir haben den Ball nicht richtig laufen gelassen, sie sind gut hinten drinnengestanden, haben auf die Konter gelauert und dadurch auch das 1:1 gemacht. Lob an Altach. Wir wollten heute einen Sieg einfahren, haben alles dafür getan und 100 % gegeben. Das war nicht genug, daran arbeiten wir.

Aufstellung

Wechsel

Diambou für Camara (62.), Sesko für Capaldo (62.), Kjaergaard für Sesko (72.), Guindo für Ulmer (90.+1)

Gelbe Karte

Camara (31.)

Nicht einsatzbereit

Adeyemi (Adduktoren), Bernede (Wade), Junuzovic (Ferse), Koita (Knie), Piatkowski (Knöchel), Solet (Knie), Vallci (Achillessehne). Aaronson fehlte aufgrund der späten Länderspiel-Rückkehr.