Dominanz ohne Punkte

Torschützen: Gemicibasi (30.), Pink (80.) bzw. Kristensen (90.+1)

Satz mit X … Der November-Blues geht weiter. Wir kassieren auswärts gegen den SK Austria Klagenfurt unsere erste Bundesliga-Niederlage in dieser Saison. Dabei lernen wir einmal mehr, dass Fußball nicht immer gerecht verläuft. Das Spiel bei der 1:2-Niederlage machen unsere Roten Bullen, doch zwei Tore aus dem absoluten Nichts verwehren uns jegliche Punkte in Kärnten. 

Spielbericht

Die ersten Minuten waren durchaus vielversprechend und gipfelten in einer schönen Aktion von Brenden Aaronson. Der US-Amerikaner wirbelte vor den gegnerischen Strafraum und hämmerte den Ball aufs Tor. Klagenfurt-Goalie Menzel ließ zentral abprallen, doch die Nachschuss-Bemühungen von Karim Adeyemi waren vergebens, da sich der Schiedsrichter frühzeitig auf Abseits festgelegt hatte – fälschlicherweise, wie die TV-Bilder auflösten (4.). Dieses Offensivspiel konnten wir leider nicht in dieser Art und Weise aufrechterhalten. Die Kärntner überließen uns den Ball und versuchten, selbst über Konter gefährlich zu werden.

Wortwörtlich überrumpelt wurden wir dann nach knapp einer halben Stunde: Der ballführende Oumar Solet wurde im Mittelfeld mehr als unsanft abgeräumt. Pink übernahm das Leder und hatte freie Bahn. Kurz vor unserem Kasten legte er quer auf Gemicibasi, der die Gastgeber mit 1:0 in Führung brachte (30.). Der VAR prüfte die Situation zwar, konnte aber keine klare Fehlentscheidung erkennen. 

In weiterer Folge erhöhten wir den offensiven Druck. Adeyemi kam nach schönem Zuspiel von Aaronson aus spitzem Winkel zum Abschluss und verfehlte die lange Ecke nur knapp (40.). Kurz darauf pflückte Benjamin Sesko einen langen Ball mit dem Fuß artistisch aus der Höhe. Durch eine schnelle Passstafette hatte schließlich Rasmus Kristensen einiges an Platz auf der rechten Seite. Der Däne bediente wiederum Sesko mit einer punktgenauen Hereingabe in den Sechzehner und unser Sturmtank netzte eiskalt (42.). Der Treffer ging aber leider nicht in die Wertung ein, da sich der Slowene ganz knapp im Abseits befunden hatte. Am Pausenrückstand konnten wir damit nichts mehr ändern.

Zum Start des zweiten Spielabschnitts wurden wir über zwei Eckbälle gefährlich, doch Aaronson und Junior Adamu fehlte das Glück im Abschluss. Es waren keine Zufallsprodukte, denn diese Hälfte sollte deutlich besser werden. Die Spielanteile sprachen sowieso für uns, nun münzten wir sie auch regelmäßig in Torgefahr um. Mit unserem Pressing ließen wir den Klagenfurtern keine ruhige Sekunde am Ball, offensiv waren die Hausherren komplett abgemeldet.

Vor allem die Einwechslung von Luka Sucic belebte unseren Auftritt. Keine drei Minuten im Spiel brachte Gemicibasi den Kroaten zu Fall und Schiedsrichter Grobelnik zeigte sofort auf den Punkt (64.). Der Moment der Freude wurde für uns aber schnell zum Lille-Déjà-vu. Der Videoassistent ließ nämlich wissen: Das Foul hatte wenige Zentimeter außerhalb des Sechzehners stattgefunden, und damit gab es nur Freistoß statt Elfmeter. Adeyemi trat an und setzte ein wenig zu hoch an. Es hieß weiterkämpfen.

Mitten in unserem Sturmlauf folgte in der 80. Spielminute der große Schock: Nach einer Passkombination verwertete Pink mit dem ersten Klagenfurter Torschuss seit Spielminute 35 zum 2:0, Philipp Köhn und unsere Abwehr waren dabei allerdings auch nicht gänzlich aus der Pflicht zu nehmen. Unsere Burschen zeigten aber Kampfgeist! Adamu verpasste eine Kristensen-Flanke nur knapp, das wäre sonst der sichere Anschlusstreffer gewesen (88.). In der Nachspielzeit übernahm dann der Däne selbst – mit Erfolg! Nach einem Abpraller ließ er seinen Frust über den Spielstand am Ball aus und hämmerte das Ding aus spitzem Winkel in die Maschen (90.+1). Wir drückten nochmals an, doch die Klagenfurter brachten den Vorsprung über die Zeit und unsere erste Bundesliga-Niederlage in der Saison war besiegelt.

Statements:

Matthias Jaissle:

Wir sind aktuell in einer Phase, in der wir uns etwas schwerer tun. Es war absehbar, uns war bewusst, dass solche Phasen mit der jungen Truppe möglich sind. Du vergibst hier die ersten ein, zwei Chancen, dann werden wir etwas nachlässig, auch in der Restverteidigung. Das haben wir gegen diese „Umschaltmannschaft“ in Summe nicht auf dem Niveau gemacht, wie wir es uns vorgestellt hatten.

Rasmus Kristensen:

Wir haben heute unser erstes Spiel der diesjährigen Meisterschaft verloren. Wir stehen hier ohne Punkt, das hatten wir vorher nach 90 Minuten in der Meisterschaft noch nicht. Das ist ein Gefühl, das ich nicht vermisst habe.

Karim Adeyemi:

Wir waren vorne leider wieder nicht so effektiv wie sonst bei den Spielen. Natürlich wollen wir die Spiele nicht verlieren oder Punkte abgeben, aber wir sind bestimmt bereit für die nächste Woche und haben den Fokus voll darauf.

Aufstellung

Wechsel

Adamu für Sesko (46.), Seiwald für Bernede (61.), Sucic für Aaronson (61.), Diambou für Capaldo (80.)

Gelbe Karte

Mohamed Camara (89./Foul)

Nicht einsatzbereit

Bernardo (Knie), Junuzovic (Ferse), Koita (Knie), Okafor (Oberschenkel), Okoh (Knie), Onguene (Adduktoren), Vallci (Achillessehne), Wöber (Wade)