Als David den Fußball-Goliath geärgert!

Torschützen: Adamu (21.) bzw. Coman (90.)

Es ist ein Ergebnis, das wir im Vorfeld wahrscheinlich ohne Wenn und Aber genommen hätten, der Verlauf gibt dem Ganzen ehrlicherweise aber eine leicht bittere Note. Im Achtelfinal-Hinspiel der UEFA Champions League liefern wir uns mit dem FC Bayern bis zum Schluss einen großen Kampf, der mit einem 1:1-Remis endet. Damit ist beim Rückspiel am 8. März in München alles offen …

Spielbericht

Schon in der dritten Minute legte unser Sturmjuwel Karim Adeyemi den Turbo ein und bediente Brenden Aaronson. Dessen Schuss vom Sechzehner wurde zwar geblockt, aber das Team und auch die 29.520 Zuschauer waren damit voll da! Wir machten mutig weiter und sorgten mit aggressivem Pressing für Fehler im bayerischen Aufbauspiel. Doch auch die Gäste waren allemal gefährlich. Die beste Chance verbuchte Serge Gnabry nach einer Maßflanke, als er versuchte, die Kugel ins lange Eck zu zirkeln – allerdings nicht mit unserem Schweizer Schlussmann Philipp Köhn (10.)!

Eine Minute später allerdings ein echter Schock – Noah Okafor blieb angeschlagen liegen und musste runter. Damit kam Junior Adamu zu einem verfrühten Joker-Einsatz – gegen Rapid hatte er diese Rolle immerhin mit größter Bravour erfüllt. Die Verletzung kostete etwas Rhythmus, was eine beherzte Teamleistung und ein makelloser Köhn allerdings wieder wettmachten.

In der 21. Spielminute wurde es schließlich magisch in der ausverkauften Red Bull Arena. Adeyemi gab das Tempo vor, die Bayern-Abwehr kam nicht mit. Am Sechzehner legte der Ex-Münchner quer und schließlich landete der Ball – wo auch sonst – beim heißesten Joker, den es in diesen Wochen wohl gibt: Junior Adamu. Der ÖFB-Youngster zeigte sich kaltschnäuzig und schlenzte die Kugel ohne Chance für Sven Ulreich zur Führung in die Maschen. Es gab kein Halten mehr, das Stadion bebte regelrecht.

So ein Tor kann Auftrieb geben – und wie! Hatten die Bayern vorher zunehmend die Kontrolle über das Spiel übernommen, waren unsere Roten Bullen jetzt geweckt. Aaronson tanzte durch den Münchner Strafraum und suchte schließlich den Abschluss, dieses Mal war der FCB-Keeper aber mit den Fingerspitzen dran (24.). In der 40. Minute bekamen die Bayern durch eine schnelle Seitenverlagerung viel Platz vor dem Strafraum, doch wir warfen an diesem Abend alles rein. Die ersten Versuche blockten unsere Abwehrspieler, den dritten per Kopf fing Köhn – als Team sollte das Kunststück gelingen! 

Kurz vor dem Pausenpfiff wurde es richtig laut in der Red Bull Arena. Adeyemi wurde im Strafraum zu Fall gebracht. Die Menge tobte, der VAR prüfte. Benjamin Pavard hatte unseren Stürmer erwischt, aber für den Videoschiedsrichter wohl nicht grob genug. Schade, doch diese Hälfte bot Action pur. Man sah, dass zwei Spitzenteams aufeinandertrafen, die beide attraktiven Offensivfußball zelebrierten.

Spielabschnitt zwei verlief zu Beginn ähnlich. Die Kicker von der Isar präsentierten ihre technische Stärke, doch wir zeigten an diesem Abend, was kompromisslose Defensivarbeit bedeutet und suchten unsere Möglichkeiten mit schnellem Konterspiel. Knapp eine halbe Stunde vor Schluss ging uns zwischenzeitlich die Luft etwas aus, da schnürte uns der FCB zunehmend in unserer eigenen Hälfte ein und wir bekamen das Spielgerät nicht mehr unter Kontrolle. Die Bayern versuchten, wir kämpften. Viele Schüsse konnten wir blocken. Was doch auf den Kasten ging, regelte an diesem Abend Köhn, ohne ein einziges Mal in Verlegenheit zu geraten.

Erst in der Schlussphase setzten wir wieder Nadelstiche und wurden per Eckball gefährlich. Dieses Mal konterten allerdings die Münchner: Leroy Sane hatte wenige Meter vor unserem Tor den Ausgleich im Blick, doch Krake Köhn machte sich lang und parierte den eigentlich topplatzierten Abschluss. Die Aktion war damit aber noch nicht beendet, denn die Kugel tropfte wenige Meter vor das Gehäuse und Serge Gnabry rauschte mit Fullspeed heran. Gedankenschnell sprang Köhn auf und warf sich gerade noch rechtzeitig Richtung Ball – es musste die bis dato beste Partie unseres Schlussmanns sein, besser geht’s nämlich nicht (76.).

Unsere beste (Doppel-)Chance des zweiten Spielabschnitts fanden wir in der 80. Minute vor: Der Vollgas-Sturm war wieder da, und Adeyemi suchte das Laufduell. Seinen Versuch aus spitzem Winkel wehrte Ulreich ab, der Nachschuss von Adamu war aber noch vielversprechender – diesen konnte allerdings Pavard wenige Meter vor der Linie klären. Die Zeit lief weiter, sie lief für uns, doch sie lief nicht schnell genug. In der 90. Minute rutschte ein hoher Ball in unserem Strafraum durch und landete bei Coman. Leichtes Spiel für den Franzosen, da konnte selbst ein Philipp Köhn nichts ausrichten. 1:1, damit blieb das große Happy End leider aus. 

Der Schlusspfiff folgte wenig später. Es reichte nicht für den Sieg, aber es war ein heroischer Kampf unserer Burschen, und knapp 30.000 Fans feierten unser Team im Anschluss völlig zu Recht! 

Aufstellung

Wechsel

Adamu für Okafor (12.), Sucic für Seiwald (80.), Kjaergaard für Adeyemi (86.)

Gelbe Karten

Keine

Nicht einsatzbereit

Bernardo (Knie), Diambou (Oberschenkel), Koita (Knie), Okoh (Knie), Onguene (erkrankt), Sesko (Oberschenkel)