Leider kein doppeltes Kunststück gegen Lille

Torschütze: David (31.)

Ein heißer Tanz bei unserem Rendezvous in Nordfrankreich. Das Happy End bleibt für uns dabei aber (vorerst) aus. Die 0:1-Auswärtsniederlage gegen LOSC Lille vertagt unseren Traum von einem Weiterkommen in die K.-o.-Phase der UEFA Champions League auf unser Duell mit dem FC Sevilla am 8. Dezember in Salzburg. Nach fünf Spieltagen ist die Gruppe G dabei so offen wie nur möglich, alle Teams kämpfen in der letzten Runde noch um einen möglichen Aufstieg ins Achtelfinale.

Spielbericht

Das anfangs oft zimperliche Abtasten fiel dieses Mal recht schnell schon sehr konkret aus. Wir duellierten uns mit Lille im gegenseitigen Kontern, doch auf beiden Seiten verhinderte der allseits bekannte letzte Pass größere Prüfungen für die Torhüter. Auch ein Freistoß aus bester Position von Maximilian Wöber, der seine Künste bei ruhenden Bällen schon gegen Wolfsburg unter Beweis gestellt hatte, brachte LOSC-Keeper Grbic leider nicht ins Schwitzen (15.). 

Es blieb aber nicht den ganzen Abend über so rassig wie zu Beginn. Nachdem die erste Viertelstunde einiges zu bieten gehabt hatte, klang das gegenseitige Offensivinteresse danach ein wenig ab. Leider führte dies dazu, dass wir den Faden ein wenig verloren, weshalb es in Minute 27 erstmals so richtig brenzlig wurde. Burak Yilmaz hatte nach einer Hereingabe zu viel Freiraum in unserem Sechzehner, allerdings erwischte der Türke den Ball glücklicherweise nicht sauber und traf nur sein eigenes Standbein.

Diese Chance war allerdings nur ein Vorbote für das, was wenig später eintreten sollte. LOSC Lille schnürte uns tief in unserer eigenen Hälfte ein und tanzte um den Strafraum herum. Schließlich suchte Yilmaz per Dribbling den direkten Weg Richtung Tor. Mehrmals kamen unsere Roten Bullen ran, doch durch entsprechendes Ballglück landete das Leder schließlich bei Jonathan David – leichtes Spiel für den 21-Jährigen, der aus kürzester Distanz zum 1:0 für die Doggen einnetzte (31.). Im weiteren Verlauf der ersten Hälfte kämpften wir uns zurück, der große Chancenlauf gelang uns bis zum Pausenpfiff allerdings nicht mehr.

Der Start in Hälfte zwei verlief beidseitig etwas abwartender, doch nach knapp zehn gespielten Minuten erwischten wir wohl unsere beste Phase des Spiels. Karim Adeyemi machte den Anfang und huschte über rechts Richtung LOSC-Kasten. Sein Pass landete aber mitten in einer Traube von Abwehrspielern (54.). Kurz darauf setzte Rasmus Kristensen bei einem vielversprechenden Eckball gut nach und ließ das Außennetz wackeln.

Wenige Minuten später war es wieder Adeyemi, der mit seinem unglaublichen Tempo für Aufregung sorgte. Tjago Djalo räumte den Deutschen unsauber ab und was folgte, war eine Millimeter-Entscheidung (63.). Der Schiedsrichter legte sich fest, der Tatort sollte hauchdünn vor der Strafraummarkierung gewesen sein – damit gab es statt Elfmeter nur Freistoß, und dieser brachte leider nichts ein.

Die anschließende Schlussphase wurde wieder zum abwechselnden Kräftemessen ohne Volltreffer. Wir mussten das Spiel weiter nach vorne verlagern und Lille versuchte, das mit seinen schnellen Offensivspielern für Kontermöglichkeiten zu nutzen. Die Heimfans bekamen ihr Team dabei allerdings nur selten in unserer Hälfte zu sehen, doch auch wir konnten kein großes Chancenplus herausspielen. Wir warfen alles nach vorne, doch das gegnerische Tor war an diesem Tag einfach verschlossen. Lille sicherte sich damit in einer Partie auf Augenhöhe den knappen 1:0-Sieg. Damit ist klar: Die Entscheidung muss am letzten Spieltag gegen Sevilla her.

Statements

Matthias Jaissle:

Grundsätzlich kann ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, sie hat versucht, alles auf den Platz zu bringen, was wir uns vorgenommen hatten. Allerdings war uns bewusst, dass Kleinigkeiten auf einem so hohen Niveau entscheiden werden, und heute war das eben der Fall. Das Gegentor war unnötig in der Entstehung, so ein Spiel kann dann auch einmal 0:0 ausgehen. Wir waren nicht ganz so zwingend, in Summe war’s aber ein ordentlicher Auftritt.

Karim Adeyemi:

Es war ein Spiel mit wenigen Torchancen. Lille hatte mehr Glück und hat das 1:0 gemacht, dann wurde es schwierig für uns, wieder zurückzukommen. Insgesamt sind wir natürlich nicht zufrieden. Die Konsequenz, der letzte Ball und der Torschuss haben gefehlt. Im letzten Spiel heißt’s einfach, nicht zu verlieren, dann sind wir in der nächsten Runde! Wir schauen aufs nächste Mal und machen’s dann besser.

Max Wöber:

Wir haben zwei, drei Mal die Möglichkeit gehabt, dass wir auf die Kiste zulaufen, haben allerdings dann oft die falsche Entscheidung getroffen. Wir sind hinten gut gestanden, haben aber ein Nudeltor gekriegt, das wir vielleicht schon vorher unterbinden müssen. Da war ein bisschen Pech dabei. Insgesamt extrem schade!

Aufstellung

Wechsel

Capaldo für Sucic (59.), Adamu für Sesko (59.), Bernardo für Seiwald (85.), Kjaergaard für Aaronson (85.)

Gelbe Karten

Kristensen (8./Foul), Seiwald (35./Foul), Kjaergaard (90./Foul), Adeyemi (90.+6/Unsportlichkeit)

Nicht einsatzbereit

Junuzovic (Ferse), Koita (Knie), Okafor (Oberschenkel), Okoh (Knie), Piatkowski (Knöchel), Vallci (Achillessehne)