Die Festspiele gehen weiter!

Torschützen: Kristensen (5.), Adeyemi (22., 81.), Siebenhandl (74./ET) bzw. Jantscher (50.)

Aus 8 mach 11. Der Vorsprung ist nach dem zweiten Saisonduell mit Hauptverfolger Sturm Graz riesengroß. Ohne einen einzigen Zweifelsmoment holt unsere Mannschaft einen ungefährdeten 4:1-Erfolg vor ausverkauftem Haus, der die Kräfteverhältnisse in der ADMIRAL Bundesliga wieder einmal klarstellt.

Spielbericht

Mit dem Mittwochssieg im Gewissen und der vollen Red Bull Arena im Rücken legten unsere Burschen nahezu inbrünstig los. Nichts mit Abwarten, Kontern im eigenen Stadion war das Rezept, das gleich auf Anhieb aufging. Rasmus Kristensen, von Noah Okafor zum Sturmlauf gebeten, raste geradewegs durch die Abwehrkette, bekam den Ball vom Schweizer per Fersler in den Lauf und drückte ihn Siebenhandl durch die Beine in den Kasten (5.). Bereits das vierte Bundesliga-Tor für Rasmus in dieser Saison, überragend!

Doch es war nicht so, als wäre Sturm hier nur Zuseher gewesen. Immerhin stellten die Blackies mit Yeboah und Jantscher das nach Toren und Assists beste Sturmduo der Liga. Ihre Teamkollegen schmissen das Leder nach vorne und hofften auf Magie, von Wöber und Onguene wurden sie aber minütlich übermannt. Es gab kein Durchkommen. Nein, schlimmer, es gab ein Gegentor. Noah Okafors perfekt getimter Lauf in die Tiefe hebelte die gesamte Sturmabwehr aus. Ein gefühlvoller Außenristschlenzer diente als Vorlage. Ein trockener Flachschuss von Karim Adeyemi vollendete das Werk (22.).

Dominanz pur. Zur Erinnerung, das war ein Gipfeltreffen, ein Duell mit dem überlegenen Zweiten in der ADMIRAL Bundesliga. Rein optisch lag eine Welt dazwischen. Erst in der Schlussphase der ersten Halbzeit glich sich das Niveau ein wenig an, denn die Grazer begannen, ihre Angriffe zu Ende zu spielen. Jantscher scheiterte an Köhn, Yeboah ebenfalls.

Zurück aus der Kabine verließ sich Sturm nun nicht mehr alleine auf die Heil bringenden Kräfte von Yeboah und Jantscher, auch die anderen taten jetzt mehr für die Offensive. Doch natürlich waren es wieder jene beiden, die an der Vergoldung ihrer ersten Chance im zweiten Durchgang beteiligt waren. Kelvin Yeboah knallte aus 20 Metern drauf, Köhn ließ nach vorne abprallen, Jakob Jantscher erhaschte den Ball am schnellsten und schickte ihn zum Anschlusstreffer in die Maschen (50.).

Fast im Gegenzug gab es Elferalarm im Sturm-Strafraum. Karim Adeyemi ging zu Boden, klarer Penalty, meinte zunächst auch Referee Schüttengruber. Der VAR schaltete sich ein und berichtete über ein Foul von Andi Ulmer in der Entstehung. Somit gab es Gelb für unseren Captain statt Strafstoß, bitter. Doch nicht ernüchtert, vielmehr ermutigt, drängten unsere Roten Bullen nun auf die Entscheidung. Nach zwei Schüssen von Noah Okafor war es dann sein Ersatzmann, Junior Adamu, der wenige Minuten nach seiner Einwechslung alles klarmachte. Eine Aaronson-Flanke fälschte Wüthrich per Kopf Richtung Siebenhandl ab – eigentlich eine Fangübung für den Grazer. Doch dem Keeper, sichtlich verunsichert durch sein Missgeschick vom Donnerstag, rutschte der Ball durch die Hände ins Tor (74.).

Sturm war gebrochen, das war mit freiem Auge erkennbar. Karim Adeyemi empfing einen Einwurf im Strafraum. Vier Spieler versuchten es redlich, doch niemand konnte unseren Youngster vom Leder trennen. Nach knapp zehn Sekunden Dribbling donnerte Karim den Ball unter die Latte, eine Vorführung (81.) … und zugleich der Schlusspunkt. Unsere Mannschaft bleibt auch nach zwölf Spielen in der ADMIRAL Bundesliga ungeschlagen.

Statements:

Matthias Jaissle:

Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Sie hat gezeigt, dass es schwer wird, uns zu schlagen, wenn wir unsere PS auf die Straße bekommen. Speziell gegen unsere ersten Verfolger aus Graz war das wichtig. Sie sind eine absolute Topmannschaft. Deshalb ist die Meisterschaft auch noch nicht entschieden. Es wird noch eine lange Saison.

Karim Adeyemi:

Wie man sieht, wollen wir immer mehr, egal, ob in der Champions League oder in der Bundesliga. Ich hätte zwar gerne den Elfmeter mitgenommen und noch ein Tor gemacht. Am Schluss haben wir aber verdient gewonnen, und das ist das Wichtigste.

Noah Okafor:

Ich freue mich natürlich sehr, wenn ich dem Team mit einem Tor oder einem Assist helfen kann. Der Sieg war wichtig, weil wir natürlich wussten, dass es nicht leicht war, die starke Leistung von Mittwoch zu bestätigen. Wir haben das aber gut gemacht und verdient gewonnen. Jetzt gilt es, gut zu regenerieren. Schon am Mittwoch spielen wir gegen St. Pölten.

 

Aufstellung

Wechsel

Adamu für Okafor (70.), Capaldo für Sucic (70.), Simic für Adeyemi (87.), Guindo für Ulmer (87.), Bernardo für Wöber (87.)

Gelbe Karten

Adeyemi (28./Unsportlichkeit), Ulmer (57./Foul)

Nicht einsatzbereit

Junuzovic (Ferse), Koita (Knie), Piatkowski (Knöchel), Sesko (Oberschenkel), Solet (Knie) und Vallci (Achillessehne)