Traumstart nach VAR-Krimi

Torschütze: Wöber (55.)

Mit Max Wöber rehabilitiert der eine sich mit dem Goldtor, mit Noah Okafor feiert der andere sein Comeback nach mehrwöchiger Verletzungspause. Und wenn sich Lattenschüsse und Videostudien dazugesellen, weiß man – es ist Meistergruppen-Zeit! Gegen Sturm Graz gelingt unserer Elf ein Start nach Maß in ebenjene.

Spielbericht

Die Truppe aus der Mur-Metropole unterstrich von Anfang an, wieso sie sich vor dem Auftakt in die Meistergruppe zum ersten Verfolger unserer Burschen aufgeschwungen hatte. Die seit sieben Partien ungeschlagenen Grazer gaben in den Anfangssequenzen den Ton an, Hojlund und Jantscher sollten Keeper Philipp Köhn in Umschaltsituationen die ersten Paraden abringen, im dritten Anlauf verfehlte wiederum Jantscher das Ziel nur knapp. Unsere Mannschaft kreuzte nach 16 Minuten erstmals seriös vor Schlussmann Siebenhandl auf: Der nimmermüde Andi Ulmer schlug eine Prachtflanke ins Zentrum, Junior Adamu übernahm frei stehend, setzte das Kunstleder aber wenige Meter am langen Eck vorbei.

Die Jaissle-Schützlinge erhöhten fortan die Kadenz und präsentierten sich defensiv gefestigter. Brenden Aaronson wuselte auf die Abwehrkette der Blackies zu, ehe er den rechts durchgestarteten Karim Adeyemi bediente. Eine feine Ballannahme, eine wuchtige „Abgabe“ – Tor! Doch die Abseitsfahne des Schiri-Assistenten ging hoch, damit blieb’s bei der Nullnummer. Auch weil Luka Sucic Compagnon Adeyemi mit einem ruhenden Ball zwar fand, der Letztgenannte aber nur ein paar Strähnchen an das Rund bekam und dieses dementsprechend um Nuancen am langen Eck vorbeitrudelte.

War Abschnitt eins im Gesamten noch ausgeglichen, kippte das Kräfteverhältnis nach dem Seitenwechsel merklich in unsere Richtung. Via Adamu-Fersler steckten wir unseren Bereich im Grazer Sechzehner noch ab, ehe es im darauffolgenden Versuch bereits klingeln sollte: Nici Seiwald trat einen Corner in die Box, wo sich Oumar Solet gegen Wüthrich behauptete und die Kugel an die Querlatte nickte. Ein Glück, dass „Resteverwerter“ Max Wöber parat stand und das Spielgerät über die Linie schädelte (55.)! Auf den Jubel über die perfekte Antwort auf seinen durchwachsenen Auftritt in München folgte der Schock: Referee Muckenhammer entschied auf Penalty, nachdem die Wuchtl unglücklich an die Hand von Mittelfeldmotor Seiwald gesprungen war. Die heutige Bildschirmzeit des Unparteiischen stieg in weiterer Folge auf einige Minuten, ehe ihn die VAR-Konsultation eines Besseren belehrte – kein Strafstoß.

Fortan drückten unsere Burschen auf die Entscheidung. Erst Adeyemi per Kunststoß, dann Bernede aus der Distanz und abschließend Rückkehrer Okafor – sie alle kamen dem Treffer nahe, allerdings warf sich zumeist ein Steirer in letzter Instanz hinein. Auch Joker Sesko war Fortuna nicht hold, sein Abschluss aus kurzer Distanz küsste Aluminium. Im Endspurt lehnten sich die Ilzer-Mannen noch einmal gegen die drohende Niederlage auf. Hojlund brachte Philipp Köhn ins Schwitzen – unser Rückhalt reagierte geistesgegenwärtig. Kurz darauf trieb ein weiterer Elferpfiff uns allen die Schweißperlen auf die Stirn! Altmeister Ulmer sollte ein Grazer Eindringen in unseren Sechzehner regelwidrig mit dem Arm gestoppt haben. Wieder schaute Muckenhammer fern, wieder brannte frenetischer Jubel nach seiner Entscheidung auf – Elfmeter revidiert! Damit gelingt uns zum Meistergruppen-Aufgalopp trotz zittriger Momente ein Start nach Maß.

Statements:

Matthias Jaissle:

Der Mannschaft gebührt ein großes Lob heute. Es ist nicht selbstverständlich, nach so einer Niederlage unter der Woche wieder mental und physisch auf der Höhe zu sein. Aber wir haben es teilweise schlampig ausgespielt, sonst hätten wir das zweite Tor nachlegen können. 

Nici Seiwald:

Die Intensität, die Sturm auf den Platz bringt, macht es gegen sie so unangenehm. Ich finde es gut, dass sich der Schiedsrichter die Aktionen noch einmal anschaut und sich seine Fehler eingestehen kann. Der Sieg war für die Stimmung in der Mannschaft sehr wichtig.

Max Wöber:

Sturm war heute absolut auf Augenhöhe. Es war ein offener Schlagabtausch. Beim Tor hab ich am schnellsten geschaltet und nicht mehr allzu viel machen müssen. Natürlich tut es gut, nach so einer Partie, wie am Dienstag, ein Erfolgserlebnis zu haben.

Aufstellung

Wechsel

Okafor für Adeyemi (68.), Sesko für Adamu (68.), Bernede für Capaldo (68.), Kjaergaard für Aaronson (83.), Bernardo für Sucic (87.)

Gelbe Karten

keine

Nicht einsatzbereit

Camara (Oberschenkel), Guindo (Rücken), Koita (Knie), Okoh (Knie), Onguene (erkrankt), Piatkowski (kränklich), Vallci (Oberschenkel)