Von euch Fans zum nächsten Sieg getragen

Torschützen: Adeyemi (3.), Okafor (65., 77.) bzw. L. Nmecha (15.)

Zweiter Sieg im zweiten UCL-Heimspiel und die Tabellenführung: Zusammen mit euch Fans sind wir in der Red Bull Arena nicht aufzuhalten! Schon die Vorzeichen deuteten einen perfekten Fußballabend an: Ein souveräner Sieg am Nachmittag in der UEFA Youth League und ein ausverkauftes Stadion bei absolutem Traumwetter. Vom erstmaligen Aufstieg in die K.-o.-Phase der UEFA Champions League zu träumen, mag nach dem 3:1-Erfolg im dritten Gruppenspiel zwar noch etwas verfrüht sein, die Ausgangslage dafür könnte bislang aber kaum besser sein. 

Das Spiel gegen die Wolfsburger lässt uns, trotz eines perfekten Starts, aber lange Zeit im Ungewissen, bis Doppelpacker Noah Okafor bei zwei Eckbällen zum Helden des Abends avanciert. 

Spielbericht

Wir hatten an diesem Abend keine Zeit zu verlieren und zeigten von der ersten Minute an unseren international bekannten Offensivfußball. Nur wenige Sekunden nach einem Ballgewinn schickte Nici Seiwald unseren Wirbelwind Karim Adeyemi auf die frühe Reise. Der Ball schien kaum zu erreichen, doch unsere Rakete zündete den Turbo und überholte die Verteidigung mit irrsinnigem Tempo. Der Abschluss im Eins-gegen-Eins war schließlich nur noch Formsache, und die Red Bull Arena bebte nach nicht einmal drei gespielten Minuten.

Die Wölfe waren durch den schnellen Treffer natürlich aufgeweckt, doch auch wir sahen absolut keinen Anlass, um den Fuß vom Gas zu nehmen. So entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Noah Okafor gelang fast das 2:0, als er nach einem hohen Laufpass zum Abschluss kam, die Querlatte jedoch etwas dagegen hatte.

In einer Partie voller Tempo war es dann ausgerechnet ein ruhender Ball, den die Gäste zum Ausgleich nutzten. Maximilian Arnold brachte einen Eckball gefährlich herein und Lukas Nmechas Stirn lenkte die Kugel unhaltbar in die Maschen (15.). Mit dem Ausgleichstreffer verlor das Spiel seinen, von der Euphorie angetriebenen, Anfangsschwung.

Die Zeit verstrich, nennenswerte Aktionen blieben eher aus. Brenzlig wurde es dann in der 39. Minute. Ein Querpass der Gäste landete über Umwege mitten in unserem Strafraum, genau im Laufweg von Lukas Nmecha. Als unser Retter in der Not trat Max Wöber in Erscheinung. Mit vollem Einsatz warf er sich in den Schuss und konnte diesen noch ins Toraus abfälschen.

In der letzten Minute der ersten Hälfte wurde es kurz noch mal magisch in der Red Bull Arena. Noah Okafor ließ die Wolfsburger Verteidiger mit einigen Übersteigern nur staunen und bediente in der Mitte Luka Sucic. Den Schuss des Kroaten wehrte aber Koen Casteels in bester Manier eines Eishockeytorwarts mit dem Bein ab – ein starker Reflex des Belgiers. Kurz drauf schickte der italienische Schiedsrichter Daniele Orsato die beiden Teams in die Kabinen.

Die zweite Hälfte begann ähnlich ruhig, wie der erste Spielabschnitt es über weite Strecken war. Erstmals torgefährlich wurde es, als Adeyemi einen Eckball mit der Ferse aufs Tor lenkte und Casteels gerade noch mit den Fingerspitzen rankam (57.). Nur eine Minute später suchte Sucic den Abschluss aus knapp 16 Metern. Der Torhüter war schon geschlagen, doch Jerome Roussillion konnte knapp vor der Linie klären. Wenn die Gäste mal gefährlich wurden,  war es vor allem über die rechte Flügelzange Mbabu-Lukebakio.

Für das nächste Tor musste wieder ein Eckball her – doch dieses Mal zu unseren Gunsten! Die Hereingabe fand Rasmus Kristensen, der die Kugel mit Feingefühl weiterleitete. Noah Okafor zeigte sich absolut kompromisslos und versenkte den Ball mit voller Wucht in den Maschen (65.). Der Treffer trieb uns an und lockte die Wolfsburger Abwehrreihe weiter nach vorne. Das gab Platz für Konter. 

Der Ausgleichstreffer der Gäste war aber nicht aus der Welt. In der 74. Spielminute wehrte Philipp Köhn eine scharfe Hereingabe ab und sicherte im Nachfassen den Ball. Das hätte auch anders enden können. In Minute 77 zeigten wir aber, dass wir nun komplett mit Eckbällen vorliebgenommen hatten. Bernardo setzte sich im Luftduell durch. Sein Kopfball landete vor den Füßen von Okafor, der aus knapp vier Metern zum 3:1 einnetzte.

Wir hatten Lust, wir waren jetzt am Drücker. Und wurden die Gäste mal gefährlich, zeigten wir uns abgeklärt. Auch wenn es dabei mal etwas gröber wurde, so wie bei Nicolas Capaldo, der die Kragenfestigkeit des gegnerischen Trikots testete und damit Schlimmeres verhinderte. Ein Highlight hatte die Schlussphase noch im Angebot: In Minute 87 ging die Wechseltafel in die Höhe. Unser kroatisches Sturmtalent Roko Simic feierte sein Pflichtspieldebüt für uns – und das direkt in der Königsklasse. Die letzten Minuten meisterten wir souverän und sicherten uns so den hart erkämpften, aber auch verdienten 3:1-Heimsieg. Im Anschluss herrschte Feierstimmung pur bei den 29.520 Fans in der Red Bull Arena!

Statements

Matthias Jaissle:

Ich glaube, dass es ein temporeiches Spiel war, in dem wir fast über 90 Minuten hinweg unsere Art und Weise auf den Platz gebracht haben. Ich bin extrem stolz auf die Mannschaft, in der zweiten Halbzeit haben wir noch ein paar PS mehr auf den Platz gebracht. So ein Sieg gibt der Mannschaft enorm viel Selbstvertrauen. Jetzt ist es endlich an der Zeit, Champions League-Spiele genießen zu können, weil heuer auch die Ergebnisse stimmen. Ein richtig geiler Abend!

Noah Okafor:

Hervorragend, mir fehlen die Worte. Ich bin sehr glücklich mit meinen ersten Champions League-Toren, noch glücklicher bin ich aber mit den drei Punkten. Wir stehen weiterhin auf dem ersten Platz, und ich bin sehr, sehr stolz auf die gesamte Mannschaft, die Mannschaftsleistung und den Trainerstab. Einfach hervorragend, wirklich, ich bin sehr happy!

Philipp Köhn:

Extrem geiler Abend, das war von Anfang bis Ende eine super Leistung von uns! Wir haben auch nach dem 1:1 nicht die Köpfe hängen gelassen und sind drangeblieben. In der Halbzeit haben wir uns noch einmal gepusht und letztlich verdient den Sieg eingefahren. Wir nehmen den Abend und die drei Punkte sehr gerne mit und schauen jetzt weiter!

Aufstellung

Wechsel

Capaldo für Camara (66.), Bernardo für Wöber (72.), Guindo für Ulmer (87.), Adamu für Adeyemi (87.), Simic für Okafor (87.)

Gelbe Karten

Camara (19./Foul), Capaldo (87./Unsportlichkeit)

Nicht einsatzbereit

Junuzovic (Ferse), Koita (Knie), Piatkowski (Knöchel), Sesko (Oberschenkel), Solet (Knie) und Vallci (Achillessehne)