Perfekter Jahresabschluss

Torschützen: Capaldo (30.), Adeyemi (49., 80., 83.), Okafor (85.)

Ein Abschied mit Eindruck: Unsere Burschen gehen mit einem 5:0-Erfolg gegen die WSG Tirol in die Winterpause, der in dieser Höhe auch verdient ausfällt.

Spielbericht

Frei vom UCL-Ballast tanzten unsere Burschen von Beginn an locker wie die Schneeflocken an diesem Abend in der Red Bull Arena. Kaum eine Minute war vergangen, da zwang Brenden Aaronson Ferdinand Oswald erstmals zu einer Parade. Schüsse von Benjamin Sesko folgten. Ein trotz Kälte rotierender Thomas Silberberger sah seiner Mannschaft beim Hinterherlaufen zu. Chancen sollten auch in rauen Mengen folgen, und so war es auch nur folgerichtig, dass der agile Benji Sesko exquisit von Junior Adamu in Szene gesetzt wurde und zur vermeintlichen Führung abdrückte. Vermeintlich deshalb, weil der Treffer nach VAR-Entscheidung aufgrund einer Abseitsstellung aberkannt wurde.

Was zunächst wie geborgte Zeit vor dem obligaten Salzburger Treffer aussah, entwickelte sich zur besten Phase der WSG in der ersten Halbzeit. Gleich doppelt tauchte Giacomo Vrioni gefährlich im Strafraum auf. Das sollten deren einzige Gelegenheiten bis zur Pause bleiben, denn nun waren wieder unsere Roten Bullen dran. Junior Adamu holte nach, was ihm der Videoschiedsrichter genommen hatte und steckte diesmal auf Nicolas Capaldo durch, der ob seines Tempos allen enteilt war. Mit seinem ersten Kontakt schob dieser flach und humorlos zur Führung ein (30.). Chancen, diese noch vor der Pause zu erhöhen, gab es zahlreich. Die beste vergab abermals Benji Sesko, der bei einem Konter ganz alleine auf Ferdinand Oswald zulief. Normalerweise leichte Kost für unseren Youngster, doch er schloss überraschend früh ab, der Schlussmann parierte und Seskos Nachschuss ging an den Pfosten.

Schon zur Pause brachte Matthias Jaissle drei neue Burschen auf das Feld, darunter auch Karim Adeyemi, der prompt die erste Chance vorfand. Mit einem atemberaubenden Geschwindigkeitsüberschuss umkurvte er den Tiroler Schlussmann, legte für Capaldo auf, der nur knapp verzog. Den bereits überfälligen zweiten Treffer holte dann Adeyemi himself nach. Nach Stanglpass scherzelte Sesko auf das Tor, Oswald parierte, doch der Abpraller fiel direkt Karim vor die Beine, der die Kugel nur noch über die Linie drücken musste (49.).

Kraft- und chancenlos waren die Tiroler nun im eigenen Strafraum eingekerkert, während in unseren Reihen der Spielwitz regierte. Mit zunehmender Zeit wurden sie aber wieder mutiger. Gleich doppelt schoss Vrioni aus aussichtsreicher Position, nur um am überragenden Philipp Köhn zu scheitern. Sein Sturmpartner Thomas Sabitzer tat es ihm gleich. Es war nun ein richtig unterhaltsames Spiel mit Chancen auf beiden Seiten.

Und weil wir bei Tirols Abwehr offene Türen einrannten, war es klar, dass es hier noch einmal krachen würde. Ulmer brachte einen Stanglpass zur Mitte, der über Umwege bei Adeyemi landete. Eine solche Chance aus nächster Nähe ließ sich unser Topscorer natürlich nicht entgehen (80.). Nein, ganz im Gegenteil, er legte noch einen drauf. Diesmal war Brenden Aaronson der Assistgeber. Die WSG-Abwehr war mittlerweile heillos überfordert, und Karim schloss ähnlich entschlossen wie zuvor zu seinem ersten Bundesliga-Hattrick ab (83.). Weil es so schön war, packte der junge Deutsche auch noch einen Assist drauf. Ein Oswald-Abwurf landete direkt vor Karims Beinen. Anstatt selbst abzuschließen, legte er für Noah Okafor quer, der unbedrängt einschob (85.).

Nach kraftaufwendigem Start entwickelte sich das Spiel gegen Ende zu einem Kirtagsschießen, das mit seinem 5:0-Endstand auch optisch Eindruck erweckte.

Statements:

Matthias Jaissle:

Das war eine mannschaftlich geschlossen gute Vorstellung von uns. Wir haben ja hohe Ansprüche und können jetzt auch zufrieden auf diesen Herbst zurückblicken, dass wir die Dinge, die wir uns vorgenommen haben, auch erfüllen konnten.

Karim Adeyemi:

Es ist mein erster Hattrick, hoffentlich nicht der letzte. Der Ball kommt mit nach Hause und bekommt einen Ehrenplatz. Dass ich das innerhalb einer Halbzeit geschafft habe, hat sicher auch ein bisschen mit Glück zu tun. 

Andi Ulmer:

Wir haben heute wieder eine gute Mannschaftsleistung abgerufen und verdient gewonnen. Nach dem Mittwoch haben wir natürlich gefeiert, aber wir wissen auch, wann wir es etwas ruhiger angehen lassen müssen und fokussiert arbeiten müssen. Das zeigt sich an Tagen wie diesen.

Aufstellung

Wechsel

Adeyemi für Adamu (46.), Seiwald für Diambou (46.), Sucic für Bernede (46.), Okafor für Sesko (63.), Onguene für Solet (72.)

Gelbe Karte

Bernede (27./Foul)

Nicht einsatzbereit

Bernardo (Knie), Junuzovic (Ferse), Koita (Knie), Okoh (Knie), Vallci (Achillessehne), Wöber (Wade), Camara (geschont)