Über Airbags und Bananenflanken

Der Saisonstart gegen Sturm Graz unter der Lupe

Der Auftakt ist geglückt! Auch dank neuer Facetten im Offensivspiel erringen die Burschen von Trainer Matthias Jaissle mit dem gestrigen 3:1-Triumph den fünften Startsieg en suite.

Auf den Spuren der Vergangenheit

„Manni, Banane, ich Kopf – Tor!“ Schon HSV-Sturmlegende Horst Hrubesch wusste mit den butterweichen „Bananenflanken“ seines damaligen Teamkameraden Manfred Kaltz etwas anzufangen. Etwa 40 Jahre später kristallisierten sich in der Grazer Merkur Arena weitere Top-Vorbereiter heraus. Sowohl Zlatko Junuzovic als auch Karim Adeyemi schickten gestern mundgerechte Hereingaben ins Zentrum, dort bissen Letzterer und später Rasmus Kristensen auch herzhaft zu. 33 Flanken schlugen unsere Burschen in die Mitte und zogen damit beim Bundesliga-Debüt von Neo-Coach Matthias Jaissle ganz neue Saiten auf. Wenngleich das gewohnte Kombinationsspiel durchs Zentrum auch in Zukunft weiterhin en vogue sein wird, präsentierten die Roten Bullen mit Flanken in dieser Häufigkeit ein zweites Stilmittel. Zur Einordnung: Ulmer und Junuzovic zeichneten zu zweit für 16 Hereingaben verantwortlich, so oft wie die komplette Sturm-Truppe! Wohl auch wegen der Startelf-Premiere von 1,94-Meter-Mann Benjamin Sesko. Der Zielspieler fungierte zum Liga-Auftakt oft als letztes Glied im Offensivspiel, verbuchte mit sechs Abschlüssen die meisten aller Kicker.

Airbag der Schiedsrichter

Der 23. Juli 2021 war gleichzeitig die Geburtsstunde des VAR im österreichischen Liga-Betrieb. Zur Feuertaufe korrigierte er zu unseren Ungunsten auch prompt ein den Blackies fälschlicherweise aberkanntes Tor. Die ursprüngliche Abseitsentscheidung wurde nach 4 Minuten und 30 Sekunden revidiert, das Eigentor von Captain Ulmer hatte Bestand. Solange die Wartezeiten solcher Überprüfungen mit Fortdauer der Saison überschaubar bleiben, ist das Tool ein gern gesehener Gast auf den Plätzen des Landes.

(Un)expected Goal

Sturm-Übungsleiter Ilzer gab im Nachgang der Begegnung zu Protokoll, was die 13.066 Fans ohnehin mit eigenen Augen gesehen hatten: „Der Sieg war verdient.“ Die Expected-goals-Wertung ging mit 2,7 zu 0,9 an uns. Daraus lässt sich schließen, dass bei der Qualität unserer Möglichkeiten ebenjene 2,7 Treffer zu erwarten waren. Das mit Abstand unwahrscheinlichste Tor unserer Burschen, ja, gar die zweitharmloseste Salzburg-Chance der Partie, war Karims Kunstschuss zum 3:1-Schlusspunkt. Die Statistiker stempelten die Aktion als ein „0,029-Tor“ ab, unser Youngster holte wahrlich das Maximum heraus.

Der Blick aufs kommende Programm liefert ein abwechslungsreiches Menü: Wird’s am kommenden Mittwoch mit der Saisoneröffnung gegen Atletico Madrid spanisch, erwartet uns am Sonntag gegen die SV Ried schmackhafte Hausmannskost. Dabei wird sich weisen, ob Gurkerl & Co. oder doch wieder „Bananenflanken“ auf der Speisekarte stehen.