Wer kam? Wer ging?

Alle Zu- und Abgänge des Jahres 2021

„Zehn, neun, acht, sieben …“, zählen die Menschen zu Silvester üblicherweise das neue Jahr ein. Währenddessen läuft für eingefleischte Fußballliebhaber insgeheim auch der Countdown zur Öffnung des Winter-Transferfensters. Im neuen Jahr machen nämlich wieder Gerüchte, geplatzte Wechsel und Vollzugsmeldungen zu aufsehenerregenden Deals die Runde. Grund genug, unser Transferjahr 2021 Revue passieren zu lassen.

Zugänge:

Nico Mantl:

Der Keeper kam im Jänner von der mittlerweile in die Viertklassigkeit abgestiegenen SpVgg Unterhaching, nachdem er bei den Bayern eineinhalb Jahre als unumstrittene Nummer eins zwischen den Pfosten gestanden war. Drei Bundesliga-Partien bestritt der 21-Jährige seitdem in unseren Farben, zudem ist er in diesem Kalenderjahr regelmäßig in die U21-Auswahl Deutschlands berufen worden.

Kamil Piatkowski:

Der polnische EM-Fahrer verpasste wegen eines Knöchelbruchs zwar den Großteil des Herbsts, unterstrich in seinen 568 Pflichtspielminuten aber, worauf wir uns in Zukunft freuen dürfen: Seine messerscharfen Spieleröffnungen suchen ligaweit wohl ihresgleichen.

Nicolas Capaldo:

Vom Riachuelo an die Salzach gekommen, sammelte der umtriebige „Gaucho“ auf dem Grün wohl allerhand Kilometergeld, wirft sich der Rechtsfuß doch von Zweikampf zu Zweikampf. Das füllt im Kreise der Gegnerschaft zwar nicht unbedingt sein Freundebuch, dafür das Sympathie-Punktekonto in der Mozartstadt.

Bernardo:

Von der Flexibilität des Defensivallrounders beeindruckt, prolongierten die Verantwortlichen die Zusammenarbeit mit der ursprünglichen Brighton & Hove Albion-Leihgabe. Der Rückkehrer bestach durch seine Verlässlichkeit, musste sich allerdings nach anhaltenden Problemen einer Knie-OP unterziehen, womit 2021 für ihn vorzeitig zu Ende war.

Roko Simic:

Der Youngster überzeugte nach seinem Wechsel von Lokomotiva Zagreb beim Kooperationsklub FC Liefering auf Anhieb und brillierte im Aufhauser-Ensemble durch seine Wucht und Spielintelligenz. Acht Treffer in #LigaZwa, UEFA Champions League-Debüt gegen Wolfsburg und Torgarant für die U21 Kroatiens – dieses Halbjahr war erst der Anfang für den 1,90-Meter-Hünen.

Mamady Diambou:

Unsere Nummer 15 kam vor allem im Endspurt zum Zug, nachdem er großteils für den FC Liefering im Einsatz war. Als Sechser zieht er die Fäden wie kein Zweiter, eine beispielhafte Talentprobe legte er vor allem beim 2:1-Comeback-Sieg gegen den TSV Hartberg ab.

Daouda Guindo:

Er wechselte, wie Mamady, vom Heimatklub Guidars FC nach Österreich und überzeugte prompt als aggressiv anlaufender Außenverteidiger. Unvergessen bleibt sein kurioser Treffer beim UNIQA ÖFB Cup-Duell mit St. Pölten. Zudem durfte er bereits vier Minuten Königsklassen-Luft schnuppern.

Abgänge:

Patson Daka

Er war zweifellos der Mann der Spielzeit 2020/21. Unser Goalgetter vom Dienst heuerte im Sommer bei Leicester City an und zeigte regelmäßig auf: Egal, ob es der Viererpack im UEFA Europa League-Match bei Spartak Moskau oder der Premier League-Treffer gegen Manchester United war – der lächelnde Sambier weiß auch auf der Insel zu gefallen!

Enock Mwepu

Auch Patsons „Buddy“ Enock schlug seine Zelte in England auf. Bei Brighton & Hove Albion lief es mit Fortdauer der Hinrunde immer besser, zuletzt biss er sich gar in der Startelf fest. Eines seiner bisherigen Highlights: ein Kunststoß zum Zungeschnalzen gegen Liverpool.

Carlos Coronel

Nach heroischen Monaten bei den New York Red Bulls entschied man sich nach einer anfänglichen Leihe für einen Verbleib des Keepers. Bei Gerhard Strubers Truppe ist der Brasilianer gesetzt, 2022 soll das Play-off-Erstrunden-Aus in dieser Spielzeit freilich getoppt werden.

Andre Ramalho

Landsmann Andre fand in Eindhoven seine neue Heimat und mutierte bei der PSV prompt zur unumstrittenen Stammkraft. Als Aushilfscaptain ist der Lockenkopf entscheidend daran beteiligt, dass seine Mannschaft an der Tabellenspitze der Eredivisie steht. Zudem überwintern die Niederländer in der UEFA Europa Conference League.

Cican Stankovic

In der Stadt der Götter fühlt sich unser ehemaliger Einser-Schlussmann nach leichten Startproblemen pudelwohl. Zwar scheint der Kampf um die Meisterschaft schon entschieden zu sein – Olympiakos thront mit einem Elf-Punkte-Polster noch ungeschlagen an der Spitze –, Platz zwei sollte für AEK Athen aber allemal drinnen sein. Vor allem, wenn Rückhalt „Cic“ nach seiner Meniskusverletzung zurückkommt.

Mergim Berisha

Der Berchtesgadener wechselte zu Fenerbahce, ließ dort aber seine Treffsicherheit etwas vermissen, drei „Hütten“ stehen nach elf Liga-Einsätzen zu Buche. Kleiner Trost: Im Gegensatz zu den anderen beiden Großklubs Besiktas und Galatasaray performen seine „gelben Wellensittiche“ noch am besten. Doch auch sie müssen gegen Überraschungsleader Trabzonspor ordentlich Federn lassen.

Majeed Ashimeru

Wie bei Bernardo, mündete auch hier die Leihe schließlich in einen fixen Wechsel. Beim belgischen Rekordmeister RSC Anderlecht sammelt der Wusler zumeist Kurzeinsätze, zwei Mal verzückte er den heimischen „Lotto Park“ als Torschütze.

Masaya Okugawa

Im Copy-and-paste-Verfahren blicken wir nach Bielefeld. Auch bei Masaya blieb’s nicht bei einer Leihe, stattdessen mauserte er sich zur Lebensversicherung der Arminen: Der Japaner ist beim abstiegsbedrohten Bundesligisten an 43 Prozent der Treffer direkt beteiligt! In Nordrhein-Westfalen gab’s dank zweier Siege zum Abschluss – über Bochum und Leipzig – recht besinnliche Weihnachten.

David Affengruber

Auch er sammelte seine Sporen im internationalen Geschäft, prallte der sympathische Scheibbser doch just mit Andre in der UEFA Europa League zusammen. „Affi“ ist eine feste Größe im Defensivverbund von Sturm Graz und zeichnet für die über weite Strecken starke Saison der Steirer mitverantwortlich.

Peter Pokorny

Den 20-Jährigen verschlug es nach Spanien, wo er als Spielführer der slowakischen U21 reüssieren möchte. Bei Real Sociedad B ist der Staubsauger gesetzt, mit zuletzt neun Niederlagen am Stück zählt man dort den Countdown zu Neujahr aber wohl einen Tick schneller herunter.

Patrick Farkas

Bei Luzern stand der zuverlässige Außenpracker verletzungsbedingt nur zwei Mal über die volle Distanz auf dem Rasen, so konnte er den Sturzflug des amtierenden Pokalsiegers in den Tabellenkeller auch nicht stoppen. Und das wird er auch in Zukunft nicht können, schloss er sich doch vor wenigen Tagen dem TSV Hartberg an.