Semifinalticket nach Torspektakel

FC Salzburg U19 vs. Olympique Lyon U19; 4:3 (2:1). Torschützen: Okoh (39.), Adamu (45.+1, 54., 55.) bzw. Soumare (30.), da Silva (71.), Wissa (78.)

Die Jungbullen haben in einem packenden Viertelfinale gegen Olympique Lyon das bessere Ende für sich und gewinnen verdient mit 4:3.

Spielbericht

Uns fehlen die Worte. Sieben Minuten auf der Uhr, ein kleiner Kontakt, und der litauische Offizielle entschied auf Elfmeter, gegen uns. Was folgte, hat der Fußball noch nicht gesehen. Gleich drei Mal dürfte da Silva vom Punkt antreten, wegen zu frühem Einlaufen und Goalie Antosch, der sein Bein von der Linie nahm. Alle drei Penaltys hielt Antosch heroisch. Das Aufatmen unserer Burschen war bis nach Salzburg zu spüren.

Vom Schock erholt, rissen wir das Heft des Handelns wieder an uns. Häufig waren es Ballgewinne unserer eng gestrickten Mittelfeldraute, die die Angriffe einleiteten. Karim Adeyemi ließ sich gerne mit Laufpässen in den linken Halbraum bedienen, immer mit Gefahr.

Doch Komfort gewährte uns die Lyonnais keinen. Ein Nadelstich über ihre Stürmerkette landete beim schnellen Soumare, der geistesgegenwärtig den Schritt näher am zweiten Pfosten war als Gazibegovic und zum 1:0 für die Franzosen einköpfte (30.).

Am Grundtenor der Partie änderte das wenig. Angetrieben von der rauchigen Stimme Bo Svenssons schmissen wir fast inbrünstig die Bälle nach vorne. Eine Ecke von Jusuf Gazibegovic brachte den so wichtigen Ausgleich vor der Pause ein. Bryan Okoh stieg höher als alle Franzosen inklusive Goalie (39.).

Und es war noch nicht genug. Wieder war es ein Standard, wieder eine enorm hohe Hereingabe, die diesmal genau auf der Stirn von Adamu landete. Sein Kopfballlupfer ließ den Lyoner Schlussmann in schlechtem Licht stehen und uns in Führung gehen (45.+1).

Salzburg vs. Lyon #UYL - 6 Bilder

Als hätte es die Pause nicht gegeben, knüpften unsere Burschen nahtlos an die Leistung der ersten 45 Minuten an. Aggressiv in Pressingmomenten, vertikal in Angriffssituationen: Was man hier sah, war aus einem Guss. Und die Belohnung ließ nicht lange auf sich warten. Karim Adeyemi, im linken Halbraum traumhaft eingesetzt, erblickte den komplett ungedeckten Junior Adamu, für den es aus kurzer Distanz ein Leichtes war, den Keeper zu verladen (54.).

Und weil es so schön war, wiederholte die Stürmercombo ihr Werk nur eine Minute später. Der Stangler von Adeyemi auf Adamu kam maßgerecht, der Abschluss pflichtgerecht (55.). 4:1, die Anwartschaft auf den Titel war angemeldet.

Das Getriebe steckte mit Fortdauer im Leerlauf. Lyon, zunächst noch betölpelt, fasste langsam wieder Mut. Nach zwei guten Gelegenheiten war es dann da Silva, der sich aus neun Metern leichter tat als aus elf und den Anschluss besorgte (71.).

Es kündigte sich eine unerwünschte Dramatik an, denn Lyon sah seine Chance. Eli Wissa nahm es alleine mit drei unserer Verteidiger auf. Lupfer, Rutscher, Boden auf, Ferse, ein Tor, das sich allein aus Willen nährte (79.). Jetzt war Feuer am Dach und noch elf Minuten standen auf der Uhr.

Zitternde Beine, Spitz auf Knopf, jede Sekunde hätte hier der Ausgleich fallen können. Doch mit den letzten Reserven widerstanden unsere Burschen, sie verteidigten bereits zu elft, jedem noch so bemühten Angriff. Hart erkämpft und schwer verdient wartet am Samstag das Semifinale auf uns.

Eine Vintagevorstellung unserer Jungbullen in der UEFA Youth League. Jedes Mal, wenn sie in Nyon den Rasen betraten, gerieten sie zunächst in Rückstand, gewannen allerdings am Ende. Sie waren die bessere Mannschaft, doch selbst eine 4:1-Führung ist in diesem krassen Wettbewerb keine Garantie.

STATEMENTS

Bo Svensson:

Es war ein ganz komisches Spiel, schon in der Art, wie es begonnen hat. Dass Daniel Antosch drei Mal den Ball in dieser Art herausfischt, ist unglaublich. Danach ging es hin und her. Insgesamt war es keine überragende Leistung von uns, das können wir viel besser. Klar war es warm, aber trotzdem müssen wir konditionell am Ende besser in Schuss sein.

Matthias Jaissle:

Es war wahnsinnig spannend, spannender, als es hätte sein müssen. Aber der Modus ist klar, hier geht es nur ums Weiterkommen. Jetzt haben wir es geschafft, wir sind unter den letzten vier. Da braucht es aber eine bessere Leistung, um ins Finale einzuziehen.

DATEN & FAKTEN

Aufstellung: Antosch – Dedic, Affengruber, Okoh, Gazibegovic – Pokorny (Aigner 90.+3) – Sucic (Major 72.), Seiwald – Kjaergaard (Stosic 61.) – Adamu (Prass 61.), Adeyemi (Sesko 72.)
Gelbe Karten: Gazibegovic (10./Kritik), Antosch (10./Unsportlichkeit), Adeyemi (45./Foul), Prass (90.+3/Foul)
Schiedsrichter: Donatas Rumsas (LTU)