Torbuffet in Wien

Torschützen: Kara (19.), Fountas (90.+2) bzw. Okafor (22.), Mwepu (30.), Szoboszlai (39.), Vallci (44.), Kara (60./ET.), Junuzovic (65.), Hwang (79.)

Selten war die Torschützenliste länger, selten war ein Sieg süßer. Das historische 7:2 gegen unseren Lieblingsgegner lässt keine Zweifel offen, wer die unangefochtene Nummer 1 in der Bundesliga ist.

Spielbericht

Klassiker und Titelduell beim Lieblingskonkurrenten. Das Spiel begann den Vorzeichen entsprechend. Keine zwei Minuten waren vergangen, als Enock Mwepu die ersten Abdrücke am Gebälk des Rapid-Kastens hinterließ. Sein Kopfball, gefährlich, jedoch aus Abseitsposition. Ein Warnschuss, der das Tempo der Startphase diktieren sollte. Im Minutentakt ging es über links, mit Szoboszlai auf Okafor als Combo. Vereinzelte Nadelstiche Rapids setzte der freche Kitagawa, der in der 10. Minute Stankovic umkurvte, aus spitzem Winkel allerdings scheiterte.

Die Folgeminuten standen im Zeichen der ruhenden Bälle. Zunächst aufseiten der Gastgeber, bei denen Kara unseren Keeper zum Hechtsprung zwang. Danach Andre Ramalho, der es per Kopf aus gut 15 Metern probierte.

Verheißungsvoll, doch Mwepu wurde das Geläuf zum Verhängnis. Kara erbte einen verloren geglaubten Ball und eine Großchance, die er humorlos verwertete (19.). Die bittere Pille, die motivierend wirkte. Keine drei Minuten später klingelte es am anderen Ende. Zunächst traf Mwepu Keeper Knoflach, dann Daka die Stange, schlussendlich Okafor ins Netz (22.).

Jetzt war Würze im Süppchen. Für die Hütteldorfer kochten wir zu schnell. Nach Minuten ohne Befreiung für Rapid konnte Daka seinen sambischen Buddy Mwepu in Szene setzen. Dessen flacher Abschluss markierte das 2:1 und einen Treffer im 50. Bundesliga-Einsatz Mwepus (30.).

Wir spielten hier unsere schönste Sonate. Ninja Dominik Szoboszlai erbte einen Flankeneinwurf, den er mit Brust und High Kick zu einem Traumtor verkochte, der Ungar – ein Feinschmecker (39.).

Zu anderen Programmpunkten als zu Toren kommen wir auch gar nicht mehr, denn schon wieder klingelte es. Albert Vallci hielt nach einer exakt getretenen Ecke von Szoboszlai den Kopf hin. Aus fünf Metern war Knoflach chancenlos (44.). Eine Halbzeit perfekt wie Szobos Frisur, wir kamen nicht mehr aus dem Staunen heraus.

BL-29: SCR vs. RBS

Die Schlagzahl war hier ein Phil Collins-Solo. Rambazamba, kaum Zeit zum Durchschnaufen. Rapid war mit drei Neuen gezwungen, mehr zu machen, war nun lästiger in den Zweikämpfen. Die Anfälligkeit für tiefe Ballverluste blieb. Aus einer solchen Situation erspielten wir uns den sechsten Corner. Die exquisite Hereingabe von Szobo wollte Ramalho zu einem Tor gemacht haben, doch es war Kara, der die Kugel in die eigenen Maschen lenkte (60.).

Und der Hunger, er war noch nicht gestillt. Patissier Junuzovic kam mit luftig-lockerem Windgebäck. Aus 20 Metern übernahm er einen Eckstoß direkt mit der Zidane-Klinge und schweißte das Ding unter die Querlatte sowie zum möglichen Tor des Jahres. Mann, Mann, Mann, dieser Sladdi (65.)!

Noch immer nicht satt? Patrick Farkas drang, von Noah Okafor bedient, in den Strafraum ein, zog in aussichtsloser Position das Foul von Schick. Hwang verwertete den verhängten Strafstoß ohne Faxen. Jetzt war auch der Käse gegessen.

Der Wirt zeigte sich kurz vor der Rechnung aber noch unfreundlich. Aus einer geschenkten Gelegenheit schenkte uns Fountas noch das 7:2 ein (90.+2). Das juckte hier aber keinen mehr.

Welch ein Augenschmaus war das an diesem lauen Abend in West-Wien. Wir vergeben fünf Hauben, die Liga drei Zähler, ein Sieg im kommenden Spiel gegen Hartberg den Meisterteller.

Statements

Zlatko Junuzovic:

Wenn du so ins Spiel startest, bist du gezwungen, eine schnelle Antwort zu geben. Wie diese heute ausgefallen ist, war ein Wahnsinn, darauf sind wir stolz. Mein Treffer war definitiv eines meiner schöneren Tore. Ich habe es für meinen Sohn erzielt, dem habe ich schon länger eines versprochen.

Albert Vallci:

Es ist ein Wahnsinn, wie wir heute aufgetreten sind. Wir spielen zu jeder Zeit mit voller Konsequenz. Wenn uns alles so aufgeht wie heute, sind wir nicht zu stoppen. Jetzt haben wir auch den großen Glauben, dass wir den Meistertiel nach Hause bringen.

Aufstellung

Wechsel

Onguene für Wöber (45.), Hwang für Daka (62.), Farkas für Ulmer (62.), Okugawa für Szoboszlai (69.), Adeyemi für Ramalho (69.)
 

Gelbe Karten

Vallci (36./Foul), Ramalho (67./Foul)


Nicht einsatzbereit

Kristensen (Oberschenkel), Koita (Leistenprobleme), Bernede (Knöcheloperation)