Torschützen: Okugawa (40.), Mwepu (81.) bzw. Frieser (20., 56.), Holland (25.)

Bissiger, glücklicher, abgezockter: Es war nicht unser Abend. Mit der 2:3-Niederlage geht eine mehrjährige Heimserie zu Ende und zudem die Tabellenführung flöten. Jetzt gilt es, den Jägerinstinkt zu kultivieren.

Spielbericht

Getose in der Red Bull Arena, die Roten Bullen waren zurück und zunächst in Bedrängnis. Die Gäste aus Linz starteten proaktiv, wollten sofort in die Box. Mit einem jähen Gegenschlag war es Masaya Okugawa, der die Eiszapfen mit einem Scherzler vom Torgestänge putzte. Da fehlte nicht viel! Der Pfosten schien magnetisch zu sein, nur drei Minuten später tat es Patson Daka seinem japanischen Kollegen gleich und setzte die Pille ans Aluminium.

Ballgewinn und ab die Post war das Motto unserer Mannschaft, die ihre Geschwindigkeitsvorteile gegenüber der Linzer Abwehrkette clever nützte. Noch vor Ende der ersten Viertelstunde konnte sich Patson zwei Mal bis vor den LASK-Schlussmann Schlager freispielen, jedoch ohne einem glücklichen Ende.

Wer sie vorne nicht macht ... wir sparen uns den Rest. Der erste Torschuss der Linzer – und der LASK ging durch Dominik Frieser in Führung. Ein Flankeneinwurf wurde von zwei Köpfen im Stil des Steineplattelns verlängert, ehe besagter Frieser an der zweiten Stange auftauchte und das Leder aus kurzer Distanz über die Linie drückte (20.). Bitter!

Auf bitter folgte ungenießbar, als James Holland aus gut 25 Metern einfach draufhielt und Jerome Onguene die Wuchtel an die Birne knallte, von dort wurde der Schuss zur Bogenlampe und war für Cican Stankovic nicht zu erreichen, zwei Torschüsse, zwei Tore (25.).

Ungeachtet dessen spielten wir weiter mutig nach vorne. Mit der wohl besten Chance der ersten Halbzeit knallte Hee Chan Hwang den Ball schnurgerade auf den Kasten, Goalie Schlagers Reflexe bewahrten die Linzer vor Konsequenzen. In Minute 40 sollte ihm das aber nicht mehr gelingen. Zlatko Junuzovic steckte das Leder auf den eingelaufenen Okugawa durch, der mit einem Edelroller ins linke untere Eck den Anschluss besorgte, der zugleich den Pausenstand bedeutete.

Ein Halbzeitbeginn wie ein Gebirgsbach, er plätscherte dahin. Für gut 10 Minuten, ehe uns wieder ein Einwurf aufweckte. Marco Raguz nahm sich das geworfene Bällchen in der Drehung mit. Der anschließende Stangler rollte wieder Dominik Frieser vor die Beine, für den es ein Leichtes war, das Ding zu verwandeln (56.).

Jetzt war ein Griff in die Trickkiste nötig. Jesse Marsch stellte auf Viererkette um, flankiert durch Masaya Okugawa, das sieht man wahrlich nicht alle Tage! Mit Mergim Berisha und Dominik Szoboszlai kam zudem kreatives Potenzial. Doch davon sollte wenig greifbar werden. Der LASK machte nach einer Michorl-Ecke fast den Sack zu, als der eingewechselte Balic den Ball per Kopf an die Stange nietete.

Wenn aus dem Spiel nichts geht ... jaja, wir hören schon auf. Es war ein Eckball, und es war Mwepu, der am höchsten stieg und einnickte (81.). Jetzt war wieder etwas Dampf drin, nachdem es so lange hoffnungslos schien. Der Salzburger Spirit, er lebte. Doch wie lange noch? Es blieb wenig Zeit, leider zu wenig für uns.

Die Stahlstädter gewannen letztendlich und knöpften uns tatsächlich die Tabellenführung ab. Wie man es drehen und wenden will, es ist ein vielleicht nötiger Weckruf zum Frühjahrsstart, der jedoch, ob der Punkteteilung, nur beschränkt schmerzt.

Statements

Jesse Marsch

Wir haben vor dem Spiel gewusst, dass es heute wirklich hart wird. In den entscheidenden Momenten hatten wir vielleicht ein wenig Pech. Aber wir haben bis zum Schluss gekämpft. Bitter war, dass wir drei Tore von defensiven Einwürfen bekommen haben, daran müssen wir arbeiten. Natürlich sind wir enttäuscht, aber wir blicken bereits nach vorne, am Donnerstag wartet Frankfurt.

Valerien Ismael

Es war das erwartete Topspiel. Die Salzburger haben in den ersten 20 Minuten wahnsinnig gut gespielt. Wir hatten aber das nötige Glück und Alex Schlager in Bestform. Danach haben wir in den richtigen Momenten zugeschlagen. Der Sieg ist moralisch sehr wichtig für uns.

Wechsel

Berisha für Farkas (59.), Szoboszlai für Ramalho (65.), Koita für Daka (78.)

Gelbe Karten

Ramalho (21.), Mwepu (35.), Wöber (72.)

Nicht einsatzbereit

Bernede (Schienbein), Kristensen (Oberschenkel), Köhn (Knöchel)