Soulfood und Bordbuffet

Was haben unsere Gruppengegner zu bieten?

Klingende Namen und großartige Geschichten, die UEFA Champions League bringt wieder Gänsehautstimmung, doch was bringen die Gegner?

Schon eine Woche vor unserem ersten Spiel in der UEFA Champions League haben wir einen ersten Blick auf unsere Gegner geworfen und die wichtigsten Fakten für euch zusammengefasst.

FC Bayern München

Einmal alles, bitte! UEFA Champions League, Meisterschaft, DFB-Pokal, zwei Supercups, die Bayern ließen nichts aus! Wenn Serge Gnabry Soulfood kocht, wird heiß gegessen. Er und Trainer Hansi Flick brachten eine frische Note in die strukturkonservative Basis. Seit 2014 hatte man das Gefühl, dass die Blüte von Neuer & Co. Jahr für Jahr langsam verwelkt, nur um jetzt von den Neuen wieder zu voller Farbenpracht erweckt zu werden.

Volle Fahrt oder Gangwechsel? Nach einer solchen Saison folgt immer eine Weichenstellung. Die Bayern haben wichtige Stützen ausgewechselt. Perisic, Coutinho und Thiago verließen den Verein, Leroy Sane blieb nach der Absage von Sergino Dest der zunächst einzige nennenswerte Neuzugang, bis die Münchner am Deadline Day noch in einen Kaufrausch verfielen. Marc Roca kam vom La Liga-Absteiger Espanyol, Bouna Sarr für die rechte Abwehrseite von Marseille, Douglas Costa kehrt nach drei Jahren an jenen Hof zurück, von dem man ihn einst verjagte und Eric Maxim Choupo-Moting landete den Transfer seines Lebens.

Das Amt des Präsidenten übernahm Oliver Kahn von Macher Uli Hoeneß. Nur wenn es dem Titan gelingt, die Immer-weiter-Mentalität zu implementieren, wird es nach der perfekten Vorsaison nicht zu einem Leistungsabfall kommen. Warum so negativ? Erst einem Team ist es gelungen, einen UEFA Champions League-Sieg in der Folgesaison zu wiederholen: Real Madrid.

Atletico Madrid

Unrasiert, zerzaustes Haar: Diego Simeones Anblick ist ein Abbild seiner Spielphilosophie. Knüppelhartes Verteidigen im klassischen 4-4-2, Grätschen selbst nahe der gegnerischen Eckfahne. Alle Defizite der Rojiblancos werden mit Härte kompensiert, was sich zuletzt als kräftezehrendes Unterfangen entpuppte. Noch vor der Corona-Pandemie war die UEFA Champions League-Quali keineswegs gewiss und die Zukunft von Diego Simeone offen. Dann drehte er den Spieß, holte Platz vier in der Liga und schmiss Titelverteidiger Liverpool mit einer Vintage-Vorstellung aus dem Bewerb.

Nach nur 51 Treffern in 38 Ligaspielen lotste man Luis Suarez in die spanische Hauptstadt, nachdem er in Barcelona unter Tränen vor die Tür gesetzt worden war. Zusammen mit Diego Costa ergibt das wohl das abgezockteste Sturmduo, seitdem es Fußball gibt, Ultimate Shithousery, wie es im Fußball-Englisch heißt.

Lokomotive Moskau

Fahrgast, kein Schaffner. Lok ist in der UEFA Champions League als Passagier bekannt. In den letzten beiden Saisonen wurde man mit jeweils drei mageren Punkten Gruppenletzter. Daher kennt man auch Atletico. Im letzten Jahr war man Gruppengegner, vor drei Jahren Rivale in der K.-o.-Phase der UEFA Europa League. In allen vier Partien gab es für Lok eine über die Rübe.

Dennoch ist mit Lok zu rechnen, das mit Corluka und Krychowiak über verdiente Routiniers verfügt und nach dem Abgang von Aleksey zu Atalanta nur noch mit seinem Zwillingsbruder Anton Miranchuk in die Saison geht. Die beiden hatten das Spiel der Hauptstädter für lange Zeit geprägt. Sturmhoffnung Fedor Smolov und das 4-2-3-1 von Marko Nikolic sind bislang ein einziges Missverständnis. Mit nur elf Treffern in zehn Spielen rangiert man in der russischen Premier Liga auf Platz fünf.