Unser Top-Youngster im exklusiven Interview

In unserer Serie „SALZBURGER HALBZEIT“ stellen wir euch regelmäßig junge Talente vor, die beim FC Red Bull Salzburg ihre ProfiKarrieren begonnen haben. Diesmal haben wir uns mit Youngster Amadou Haidara über seinen Kometenhaften Aufstieg beim FC Red Bull Salzburg und seine Anfänge in der Red Bull Akademie unterhalten.

Amadou Haidara zählt zu den talentiertesten Youngsters, die je in der Talenteschmiede der Red Bull Akademie ausgebildet wurden. Das zumindest meinte Akademieleiter Ernst Tanner schon lange vor dem sensationellen Erfolg unserer U19 in der UEFA Youth League. Der junge Malier spielte sich damals zum ersten Mal auch international in die Auslage. Unter Trainer Marco Rose kam er in dieser Saison immer öfter zu Pflichtspieleinsätzen in der Kampfmannschaft, sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene.

Einmal mehr bewies er sein Talent auch im letzten UEFA Europa League-Gruppenspiel gegen Olympique de Marseille, als er ausgerechnet seinem Idol Luiz Gustavo als direktem Gegenspieler unbeeindruckt auf der Nase herumtanzte.

Na ja, wir hatten ein etwas heftigeres Wortgefecht auf dem Platz, aber am Ende des Spiels sind wir im Spielertunnel zusammengestanden und haben uns wieder vertragen. Es stimmt, er ist eines meiner ganz großen Fußball-Idole. Das heißt aber nicht, dass ich in Ehrfurcht erstarren muss, wenn er mich nur ansieht. Es war großartig, gegen ihn zu spielen, und es war für mich ein schönes Gefühl, zu wissen, dass meine Familie dieses Spiel zu Hause im Fernsehen anschauen konnte. Sie haben ja leider nicht oft die Gelegenheit, mich spielen zu sehen und waren sehr stolz auf mich.  

Amadou Haidara kam von der JMG Akademie Bamako im Sommer 2016 in die Red Bull Akademie bzw. als Kooperationsspieler gleich zum FC Liefering (25 Einsätze, 2 Tore, 5 Assists). In nur einer Saison in der zweiten Liga konnte er sich über die Youth League auch für seine ersten Pflichtspieleinsätze in der Kampfmannschaft empfehlen.

In der UEFA Youth League erzielte er in der ersten Runde gegen Skopje gleich einen Doppelpack und spielte gegen Man City, Paris Saint-Germain, Atletico Madrid, FC Barcelona und im Finale gegen Benfica Lissabon jeweils über die gesamte Spieldistanz. 

Unter Trainer Oscar Garcia feierte der damals 18-Jährige am 5. April 2017 im Cup-Viertelfinale gegen den KSV 1919 dann auch verdientermaßen sein Pflichtspiel-Debüt für den FC Red Bull Salzburg. Das Vertrauen seines Trainers belohnte Doudou umgehend, schoss nach seiner Einwechslung in der Verlängerung das entscheidende Tor zum 2:1 und besiegelte damit den Aufstieg in Halbfinale.

Das war natürlich ein großartiges Gefühl, klar. Ich bin sehr froh, dass mir meine Trainer hier in Salzburg immer sehr großes Vertrauen entgegengebracht haben und mir immer das Gefühl gegeben haben, dass sie meine Fähigkeiten richtig einschätzen und einsetzen. Ich hatte nie Angst, dass ich die Erwartungen, die an mich gestellt werden, nicht erfüllen kann, und das gab mir Selbstvertrauen, die Herausforderungen anzunehmen und zu meistern.

Sein Bundesliga-Debüt folgte wenige Tage darauf im Spitzenspiel gegen den SK Sturm Graz, allerdings gab es damals nur einen Kurzeinsatz für ihn. Auf sein Startelf-Debüt musste er noch warten.

Marco Rose brachte den talentierten Youngster in der ersten Cup-Runde von Beginn an zum Einsatz, wo er gleich seinen ersten Assist ablieferte. Mittlerweile hat Doudou bereits 36 Pflichtspiele (21 BL, 5 Cup, 8 EL, 2 CL) für den FC Red Bull Salzburg absolviert, in denen er sechs Tore erzielte (3 Assists). Seit Sommer 2017 hat er seinen Marktwert quasi verdoppelt und daher ist es kein Wunder, dass auch er eines unserer Toptalente ist, die immer mehr Begehrlichkeiten bei internationalen Topklubs wecken.

Ich wollte unbedingt nach Salzburg, weil mein bester Freund, Diadie Samassekou mir nur vorgeschwärmt hat, wie toll es hier ist, und als dann die Anfrage kam, hab ich mich riesig gefreut. Die Red Bull Akademie hat einen sehr guten Ruf, und ich wollte meine Chance nutzen, um mich hier weiterzuentwickeln. Ich fühle mich hier sehr wohl. Ich wurde sehr gut aufgenommen, und die Trainer, Erzieher und Betreuer in der Akademie haben es mir an nichts fehlen lassen. Sie haben mir das Gefühl gegeben, eine große Familie zu haben, und das macht es leichter, wenn man so weit weg von zu Hause ist. Auf diese Weise kann ich mich ganz und gar auf das Training und meine Ausbildung konzentrieren.

Erst kürzlich feierte er im Rahmen der WM-Qualifikation gegen die Elfenbeinküste sein Debüt im Nationalteam von Mali.

Amadou wirkt trotz seines jungen Alters sehr erwachsen und eher ruhig. Seine Trainer schätzen seine konzentrierte Einsatzbereitschaft beim Training, aber trotzdem können wir uns nicht vorstellen, dass ein junger Mann wie er sich nur aufs Trainieren und Lernen konzentrieren möchte.

Nein, natürlich nicht. Ich habe hier ja auch Freunde gefunden und wir verabreden uns in unserer Freizeit und unternehmen was zusammen. Zwischen den Trainingseinheiten, Therapieeinheiten, Sprachunterricht, Fahrschule usw. bleibt aber eigentlich kaum Zeit. Manchmal sind wir auch nur zu Hause und hängen rum, weil wir einfach zu müde sind, um noch um die Häuser zu ziehen. Aber das ist schon gut so.