Zlatko Junuzovic im Interview über seinen Ex-Klub und unseren kommenden Cup-Gegner

In exakt einer Woche treffen wir im Halbfinale des UNIQA ÖFB Cups auf den GAK 1902 – einen Verein, den Zlatko Junuzovic nur allzu gut kennt und an den er nach wie vor gute Erinnerungen hat.

Wir haben Juno deshalb zu einem kurzen Interview gebeten und mit ihm über diese Zeit und das bevorstehende Cup-Duell gesprochen.

Du hast beim GAK von der Jugend bis zur U19 alle Nachwuchsmannschaften durchlaufen und dann auch zwei Jahre unter Walter Schachner und Lars Söndergaard bei den Profis in der Bundesliga gespielt. Was kommt dir in den Sinn, wenn du an diese Zeit zurückdenkst?

Meine Erinnerungen sind natürlich sehr positiv, da für mich dort quasi mein Weg als Fußballer begonnen hat. Nach den Nachwuchsmannschaften bin ich ins Bundesnachwuchszentrum gekommen und mit 16 Jahren bereits zu den Amateuren aufgestiegen. Dort habe ich dann gleich in den ersten Einsätzen meine Tore machen können, weshalb es nicht lange gedauert hat, bis ich zu den Profis hochgezogen wurde. Ich habe dem GAK sehr viel zu verdanken, hatte da eine super Zeit und deshalb vergisst man diese auch nicht.
 

Danach kam für den GAK leider eine recht turbulente Zeit, die mit der Neugründung des Vereins im Jahre 2013 und dem Wiedereinstieg in der achten und letzten Spielstufe seinen Tiefpunkt fand. Diese Phase hast du ja noch selbst miterlebt. Wie schwierig war diese Zeit für dich, da du doch vorher viele schöne Momente in Graz erlebt hast?

Nach meinem rasanten persönlichen Aufstieg beim GAK habe ich am Ende meines zweiten Profijahres leider die Kehrseite des Fußballgeschäftes kennengelernt. Mit damals 19 Jahren habe ich miterlebt, wie extrem negativ vieles sein kann, da es ja in finanzieller Hinsicht zu schweren Problemen kam. Dadurch entstand auch eine enorme Unruhe im Verein, weil 90 % der Spieler kein Geld mehr bekommen haben und uns zudem noch Punkte abgezogen wurden. Das war natürlich eine harte Zeit, wir mussten ja trotzdem unsere Leistung bringen und wussten nicht, wie es in Zukunft weitergehen würde.

Seit der Neugründung geht es aber beim GAK sowohl wirtschaftlich als auch sportlich wieder steil bergauf. Aktuell ist man überlegener Tabellenführer in der Regionalliga Mitte und hat im Cup mit Vorwärts Steyr und KSV 1919 zwei Zweitliga-Vereine sowie mit Austria Wien sogar einen Bundesligisten aus dem Bewerb geworfen. Wie bewertest du diese Entwicklung in den letzten Jahren?

Ich habe diese sehr positive Entwicklung natürlich mitverfolgt, da ja einer meiner besten Freunde – Ralph Spirk – dort Co-Trainer ist. Bei diesen Erfolgen fiebert man da mit, und es ist wirklich sensationell, dass sie es auch ins Cup-Halbfinale geschafft haben. Noch geiler ist natürlich, dass wir jetzt gegen diesen Verein in einem sicherlich gut gefüllten Stadion spielen, und man kann sich nur wünschen, dass so ein Verein wieder hochkommt.
 

In genau einer Woche triffst du nun mit den Roten Bullen im Cup-Halbfinale wieder auf deinen Ex-Klub. Mit welchen Gefühlen gehst du in dieses Duell in der Merkur Arena?

Das weiß ich noch nicht (lacht). Einerseits war ich schon mit einigen vom GAK, unter anderem mit Ralph Spirk, jetzt viel in Gesprächen und im Austausch. Andererseits muss man das Ganze einfach mal sacken lassen. Die Vorfreude ist natürlich riesig, aber ich kann nicht einschätzen, wie es dann am Spieltag selbst sein wird.
 

Zu guter Letzt – wie geht das Spiel am kommenden Mittwoch aus?

Trotz aller Liebe haben wir natürlich Ziele und wollen das Double holen. Im Pokal gibt es bekanntlich eigene Gesetze, was man in den vergangenen Spielen gesehen hat. Da kann viel passieren, und ein Spielverlauf kann auch kippen. Der GAK hat es sich mit Leidenschaft, Willen, Mentalität und seiner fußballerischen Qualität verdient, im Halbfinale zu stehen. Wir dürfen also nicht einen Meter weniger machen und müssen fokussiert sein. Die Qualität sollten wir haben, aber die müssen wir erst auf das Spielfeld bringen.