Amar Dedic

Der Youngster vorgestellt

ZuR Vertragsverlängerung ein Porträt: „Salzburger Burschen“ stellt unsere vielversprechendsten Talente in die Manege.

Vorname: Amar. Nachname: Dedic. Die Kenner des Balkans wissen es: Wenn sich orientalischer Vorname mit slawischem Nachnamen paart, reden wir von einem Bosniaken. Das ist kein Alternativbegriff für Bosnier, sondern die Bezeichnung für die muslimischen Bewohner Bosniens. Amars Wurzeln liegen im Norden des Landes, in Gracanica, nahe Tuzla. Fußballerisches Talent liegt dort fast in den Genen, auch der österreichweit bekannte Stürmer Mihret Topcagic kommt aus dem Bergnest. Noch bevor Amar das Licht der Welt erblickt hatte, zog es seine Familie nach Graz, der Großstadt mit der prozentuell höchsten bosnischen Population in der westlichen Welt. Beim LUV schnürte Amar zum ersten Mal die Schuhe, wie sein älterer Bruder, den er zu seinem frühen Vorbild erklärt.

Gewinnt den Ball und gebt ihn zu Amar! Talent, Größe und Dribbelkünste machten ihn früh zum Mini-Messi. Weil es gegen Gleichaltrige zu einfach war, spielte Dedic schon früh mit den Älteren. Pünktlich zum zehnten Geburtstag wechselte er in die Jugend des SK Sturm Graz.

Amar Dedic

Doch Amar war nur auf der Durchreise. Drei Jahre später ging es über den Alpenhauptkamm nach Salzburg. Zu diesem Zeitpunkt noch Flügelspieler, stutzte man ihm in der Red Bull Fußball Akademie das Gefieder und machte ihn zum Außenverteidiger, keinen von der Sorte Gary Neville, eher einen aus dem Cafu-Regal. Dedic mag den Vorstoß und das Dribbling, scheut aber auch die Grätsche nicht. Die Härte steht ja schon im Namen, Amar bedeutet „der Unsterbliche“.

Auch der Unverwüstliche, wie es scheint. Für unseren Kooperationsklub FC Liefering ist er ein Dauerbrenner. 24 Spiele absolvierte er in der 2. Liga, dazu kommen sieben Einsätze in der UEFA Youth League. Mit dem Rechten natürlich, mit dem Linken stark kultiviert, spielt Dedic an beiden Enden der Abwehrkette. Agilität und Umtriebigkeit sind aber nicht nur auf dem Platz charakterisierend.

Amar, für seine 17 Jahre erstaunlich erwachsen, reist viel umher. Vor allem mit den Nachwuchsauswahlen Bosniens. Seit 2018 spielte er sowohl für die U16 als auch für die U17 und U19. Im Frühjahr kam sogar der Anruf von U21-Coach Slobodan Starcevic, doch sein Debüt-Spiel wurde kurzfristig abgesagt. „Warum nicht für Österreich, Amar?“, fragten auch wir. Für ihn stand das aber nie zur Disposition. Dedic lebt die Kultur und liebt die Musik. Sinan Sakic und Saban Saulic pumpt er auf dem Weg zum Training.