Karim Adeyemi im Spieltagsinterview

Karim Adeyemi muss nach einem Muskelfaserriss in der UEFA Youth League zwar passen, nahm sich aber trotzdem Zeit für ein ausführliches Interview.

Du hast auswärts in der UEFA Europa League gegen Frankfurt dein Debüt in der Kampfmannschaft feiern dürfen. Wie aufregend war der Abend – trotz des bitteren Ausgangs?

Dieser Abend war eine großartige Erfahrung für mich. Diese Anspannung, diese Vorfreude und dann der Moment, wenn du in diese wunderschöne Arena kommst – das ist schon außergewöhnlich. Ich war nicht nervös, dafür aber irrsinnig motiviert, mein Bestes zu geben. Und es war unglaublich laut! Bei unserem Elfmeter erlebten wir ein Pfeifkonzert, da haben mir die Ohren wehgetan. Es ist natürlich schade, dass wir an diesem Abend nicht unsere Leistung abrufen konnten und dann eine Woche später ausgeschieden sind, aber für mich war es dennoch ein unvergessliches Erlebnis.“

Du hast in Salzburg im Nachwuchs und beim FC Liefering gespielt. Wie war dieser Weg für dich?

„Sehr wichtig, weil ich dadurch die Zeit bekommen habe, die Philosophie unseres Klubs zu verinnerlichen. In der U18 konnte ich mich mal rantasten, und dann hatte ich die Chance, mich in Liefering im Männerfußball zu beweisen. Für mich war es der optimale Weg!“

Dein Weg ist auch großen Vereinen, wie zum Beispiel dem FC Barcelona, aufgefallen. Warum hast du deinen Vertrag beim FC Red Bull Salzburg dennoch bis 2024 verlängert?

„Ich habe diesen Schritt ganz bewusst gemeinsam mit meiner Familie gewählt. Ich sehe hier in Salzburg die größten Chancen, mich zu entwickeln. Nach dem FC Liefering und den tollen Spielen in der UEFA Youth League möchte ich mich jetzt in der Bundesliga behaupten und den Verantwortlichen und Fans zeigen, dass ich diesem Klub weiterhelfen kann.“

In der UEFA Youth League hast du bis zum Viertelfinale drei Tore und vier Assists beisteuern können.

„Ich bin froh, dass ich dabei sein und auch hier der Mannschaft helfen konnte. Ich weiß, welchen Stellenwert dieser Bewerb für unseren Klub hat, und die Youth League macht unheimlich Spaß. Du kannst dich mit den besten Mannschaften und den begabtesten jungen Spielern Europas messen und weißt auch, dass du da vielleicht schon jetzt gegen einen Messi oder Ronaldo der Zukunft spielst. Es ist die perfekte Bühne für junge Spieler. Ich bin jedenfalls stolz auf den verdienten Aufstieg gegen Derby County und glücklich, noch ein Spiel auf höchstem Niveau zu haben.“

Jesse Marsch ist von deiner Schnelligkeit begeistert. Ist sie dein größter Trumpf?

„Meine Geschwindigkeit zählt sicherlich zu meinen großen Stärken. Dadurch komme ich dann oft in Eins-gegen-eins-Situationen und zu Torabschlüssen. Das läuft schon ganz gut, aber es ist natürlich noch viel Potenzial für Verbesserungen vorhanden. Mir ist klar, dass ich durch meine Schnelligkeit Vorteile habe, aber die muss ich auch in Zählbares verwandeln.“

Du bist von München nach Salzburg gezogen. Wie geht’s dir in Österreich?

„Ich mag die Stadt, aber als junger Mensch, der aus München kommt, kommt mir das alles hier doch ein wenig, na ja, klein vor. Deshalb bin ich gar nicht so viel in der Altstadt unterwegs. In meiner Freizeit gehe ich gern mit meinen Kumpels aus der Mannschaft essen oder wir zocken FIFA. Im Sommer ist es natürlich sehr fein, weil es rund um Salzburg so viele Seen gibt. Aber ehrlich gesagt habe ich ja eh nicht so viel Zeit. Ich bin hier, um Fußball zu spielen!

Ihr spielt gegen Sturm Graz. Es ist das letzte Spiel des Grunddurchgangs. Worauf wird es ankommen?

„Wir haben in den letzten Spielen einfach zu viele Tore bekommen – das müssen wir abstellen. Und da ist die gesamte Mannschaft gefragt. Die Defensive beginnt vorn bei uns Stürmern und reicht nach hinten bis zu Stanko. Teamwork wird auch gegen Sturm im Vordergrund stehen müssen. Wir haben die besten Einzelspieler der Liga, aber nur als Mannschaft können wir Erfolg haben. Sturm ist immer gefährlich. Ich schätze mal, dass sie es uns ungemütlich machen wollen und früh attackieren. Aber wenn wir flink sind und das Mittelfeld schnell überbrücken, werden wir vorn zu unseren Chancen kommen.