Enock Mwepu im Interview

Ein Gespräch über seine Anfänge in Sambia, seinen großen Kindheitstraum vom FC Liverpool und seine eindrucksvolle Entwicklung beim FC Salzburg.

Dein Spitzname ist „The Computer“. Erklär bitte mal, wie es dazu gekommen ist!

„Den hat mir ein Trainer in der Fußball-Akademie in meiner Heimat gegeben. Ich bin ihm mit meiner Technik und meinen Dribblings aufgefallen, und da hat er mich „The Computer“ genannt. Tja … irgendwie ist mir der Name bis heute erhalten geblieben.

Als du nach Salzburg gekommen bist, hast du dir vor den Trainingseinheiten immer die Fußballschuhe und Handschuhe gewärmt. Wie geht es dir mittlerweile mit den winterlichen Temperaturen?

„Es war damals wirklich die Hölle für mich. Ich hatte so eine Kälte noch nie erlebt und konnte mich anfangs im Training kaum bewegen, weil mir so kalt war. Ich habe einfach alles vor den Einheiten auf den Heizkörper gelegt, um ein bisschen Wärme abzubekommen. Mittlerweile habe ich mich aber offenbar an die hiesigen Temperaturen im Winter gewöhnt. Die Kälte macht mir nichts mehr aus.“

Du hast beim FC Liefering gespielt und kickst nun auch schon seit zwei Jahren bei den Roten Bullen. Wie wichtig war die Station in Liefering für dich?

„Enorm wichtig! Der FC Salzburg folgt von den Wurzeln bis an die Spitze einer Philosophie. Ich bin hier fußballerisch auf dem höchsten Niveau ausgebildet worden, auch als Mensch konnte ich mich hier entwickeln. Dafür bin ich dem Verein und allen seinen Mitarbeitern sehr dankbar.“

Erzähl uns doch mal, wie du überhaupt zum Fußball gekommen bist!

„Mein Vater hat auch gespielt. Er hat es zwar nie zu den Profis geschafft, aber er war wirklich gut. Er liebt diesen Sport einfach. Diese Liebe hat er mir weitergegeben, und ich wollte, seit ich ein kleiner Bub war, nur eins: Fußballprofi werden. Ich bin mitten in der Nacht aufgestanden und habe mir die Spiele von Liverpool im TV angesehen. Damals habe ich mir gesagt: Dort will ich mal spielen!“

Klingt nach einem Karriereplan …

„… eher nach einem Traum, würde ich sagen. Aber Träume können wahr werden. Und ich lebe ihn hier in Salzburg. Es war ein harter Weg bis hierher, aber ich habe ihn mit der Unterstützung meiner Familie gemeistert. Dafür bin ich ihnen und Gott sehr dankbar.“

Du hast mittlerweile über 60 Spiele absolviert. Wie sieht deine persönliche Bilanz aus, und wie zufrieden bist du selbst mit deiner Entwicklung?

„Ich glaube, ich habe mich gut entwickelt – auch weil mir hier in Salzburg immer zur rechten Zeit die nächsten Karriereschritte ermöglicht wurden. Und an neuen Aufgaben und neuen Erlebnissen wächst man natürlich auch. Die Spiele in der UEFA Champions League waren schon ganz besondere Erfahrungen, die ich wohl nie vergessen werde.“

Nun steht wieder die UEFA Europa League auf dem Programm. Welchen Stellenwert hat der Bewerb für dich?

„Schaut euch um! Die Arena ist ausverkauft, das Flutlicht ist an – die Spieler und Fans sind heiß und voller Vorfreude auf dieses Match. Das sagt eigentlich alles aus über diesen Bewerb.“

Was ist gegen Frankfurt noch möglich?

„Wir haben letzte Woche nicht gut gespielt. Eigentlich können wir es diesmal nur besser machen. Frankfurt war gut, aber wir haben es ihnen auch nicht besonders schwer gemacht. Wir müssen konzentrierter agieren, konsequenter in die Zweikämpfe gehen und einfach alles aus uns rausholen. Mit einem 3:0 sind wir weiter!“