Torschützen: Monschein (67.), Palmer-Brown (89.) bzw. Daka (7., 70.)

Klebstoff an den Startblöcken: Auch gegen die Wiener Austria kommen wir nicht richtig in Schwung. Obwohl die Einstellung überzeugte, mangelte es heute an Konzentration.

Spielbericht

Nasskalte Bedingungen in Wien X und bescheidene Platzverhältnisse, hier gibt es nur einen Weg: Kampf. Von Beginn an nahmen wir diesen an. Selbstbewusst und couragiert, so stach Albert Vallci in die gegnerische Hälfte. Seine Flanke landete auf der Brust von Patson Daka. Der hechtete, Bein voran, seiner Mitnahme hinterher und vollendete aus kurzer Distanz gegen Patrick Pentz, unsere Roten Bullen atmeten auf (7.).

Spielfreudig gingen wir zu Werke, unsere Kombinationen, für die Austria oft zu schnell. Viel ging durch die Mitte. Auch aus der Formation wurde man nicht schlau. Ursprünglich als 3-5-2 angegeben, war es zunächst mehr 4-3-3 mit Albert Vallci als Innen-/Außenverteidiger-Hybrid.

Mit unserem Tempo hatte die Austria ihre liebe Not. Mergim Berisha auf Hee Chan Hwang, der Koreaner wollte das Tor, doch der Rasen hatte etwas dagegen. Der Wind am Verteilerkreis schien nun aber zunehmend in Richtung unseres Tores zu wehen. Alex Grünwald versuchte es von der Strafraumgrenze, zu wenig, um Cican Stankovic in Bedrängnis zu bringen. Einwürfe und Eckbälle brachten die meiste Gefahr vor unserem Kasten, vermutlich den stürmischen Böen geschuldet.

Statt Tempo gab es jetzt viele Pausen, oft nach Fouls. Ein schmutziges Spiel, bis dato aber mit einer gebührenden Führung.

Zurück auf dem Rasen und mitten hinein in eine violette Drangphase. Wie aus Frust über die glücklose erste Halbzeit ballerten die Violetten jetzt aus allen Lagen. Mit Mann und Maus blieb der Kasten sauber, doch die Stimmung wurde, entgegen dem Wetter, heißer.

Und wir? Wir nahmen uns gute zehn Minuten, bis Berisha den eingelaufenen Okugawa in Szene setzte: Annahme, Pirouette, Abschluss, nur Zentimeter am Pfosten vorbei. Eine Umkehr des Momentums, nur Minuten später vergaben der eingewechselte Dominik Szoboszlai und Andi Ulmer eine Doppelchance.

Und dann war es doch so weit. Patrick Pentz mit dem weiten Abschlag, der Ball kam nach kurzem Tohuwabohu in den Strafraum. Max Wöber und Andi Ulmer vertändelten die Aktion nach dem Motto nimm du ihn, ich hab ihn sicher, Nutznießer Monschein vollstreckte trocken (67.).

Die Reaktion? Sie ließ nicht lange auf sich warten. Im violetten Übermut reichte ein langer Ball, um Hwang frei vor dem Goalie auftauchen zu lassen, der legte quer auf Daka, klassisches Sweaty Goal (70.). Es sah aus wie ein Ausrollen dem Schlusspfiff entgegen. Aber ein Corner reichte der Viola, um noch mal alles auf den Kopf zu stellen. Die Raumverteidigung ließ zwei Gegner im Zentrum ungedeckt, einer davon Erik Palmer-Brown, der aus kurzer Distanz einnickte (89.).

Die letzten Minuten verharrten wir im Belagerungszustand, zum Glück erfolgreich. Ein Remis, das uns zumindest mit Zählbarem zurücklässt, den Abstand im Meisterrennen aber weiter anschwellen lässt.

Statements

Jesse Marsch

Es war ein schwieriges Spiel mit Wind und einem schlechten Platz. Wenn wir den Fehler nicht machen, fahren wir mit drei Punkten nach Hause. Wir waren aber auch nicht vom Glück gesegnet. Dennoch müssen wir positiv bleiben und beim nächsten Spiel das nachholen, was wir heute nicht gewinnen konnten.

Patson Daka

Meine zwei Tore waren nicht genug. Ich hätte gerne meine Chancen besser genutzt, damit wir heute mit drei Punkten nach Hause gefahren wären. Ich denke, dass das Glück heute aber auch nicht auf unserer Seite war.

Wechsel

Szoboszlai für Okugawa (58.), Farkas für Hwang (74.), Koita für Berisha (91.)

Gelbe Karten

Vallci (21./Foul), Camara (44./Foul), Wöber (73./Foul), Ashimeru (77./Foul),

Nicht einsatzbereit

Kristensen (Oberschenkel), Köhn (Knöchel), Ramalho, Mwepu (beide Gelbsperre)