Torschützen: Szoboszlai (31.), Haaland (38.), Junuzovic (90.+4) bzw. Knasmüllner (45.+1), Barac (87.)

Auf und ab, wie am Trampolin, und doch ein Backflip am Ende. Ein Lucky Punch von Zlatko Junuzovic rettete uns drei schon verloren geglaubte Punkte.

Spielbericht

Das Spiel begann wie eine Fortsetzung der Cup-Partie in Hütteldorf. Die Spielanteile bei uns, die Aggressivität bei Rapid. Das Tempo war hoch, so auch die Kreativität. Rasmus Kristensen versuchte es aus einer Flankenposition mit einem Heber, den Richard Strebinger so eben noch an das Quergebälk ablenken konnte. Regularität wurde das aber keine. Bei Pässen ins letzte Drittel war der Ball häufig bei den Grünen – und die kannten an diesem Nachmittag nur eine Richtung: nach vorne! Ohne Tupferl oder Gaberl, dafür mit Schupferl ging es meist tief auf Fountas, der im Stil eines Mopeds unterwegs war.

Durch die drückende Spielweise irritiert, ging bei uns zunächst wenig. Einzig bei Laufpässen auf Erling Haaland hielt das Publikum kurz den Atem an. Mit Mann und Maus wusste Rapid aber Abschlüsse unseres Sturmtanks zu verhindern. Es waren alternative Konzepte gefragt. Andi Ulmer versuchte es mit einem schnell abgespielten Freistoß, den Hee Chan Hwang mit dem ersten Kontakt an Strebinger, aber auch am Tor vorbeilegte.

Dann war es eben wieder Earl. In den Strafraum hineingestartet, kollidierte er dort mit Gäste-Goalie Strebinger. Schiedsrichter Oliver Drachta zögerte keine Sekunde: Elfmeter. Haaland ließ seinen Spezl Dominik Szoboszlai ran, der den Penalty halbhoch verwertete (31.). Und weil es so schön war, brachte Haaland die Rapidler zwei Minuten später noch einmal in Verlegenheit. Diesmal war Barac der Sensenmann. Den folgerichtigen Elfmeter vergab Hwang aber flach, unscharf, unglücklich.

Dann nahm Haaland das Heft des Handelns selbst in die Hand. Ein Po-Wackler, ein Doppelpass, ein Schuss und das Leder segelte mit Wucht durch die Beine von Strebinger zum 2:0 ins Netz (38.). Jetzt schien alles möglich, doch statt des 3:0 überraschte uns Rapid mit einer Flanke aus dem Halbfeld, an deren Ende Christoph Knasmüllner in die kurze Ecke einköpfte. Eine Antiklimax kurz vor dem Pausenpfiff (45.+1).

Durchgang zwei, dieselbe Gangart. Rapid versuchte, wo möglich, zu zwicken, der Ballbesitz gehörte aber uns. Die ersten zehn Minuten verliefen ohne herzeigbare Highlights. Zweikampfbetont wäre die diplomatische Ausdrucksweise. Nach einem Freistoß von Junuzovic änderte sich das aber schlagartig. Erling Haaland stand wieder einmal goldrichtig, doch der Abstauber segelte in den zweiten Rang. Ja, er ist noch menschlich.

Aus den bislang vereinzelten grün-weißen Nadelstichen wurde jetzt eine Akupunktur. Mit der Hereinnahme von Badji und Arase kippte das Spiel nun ein wenig in Richtung der Hauptstädter, wenngleich Großchancen auf den Ausgleich noch nicht zustande kamen. Eher schaffte es Rapid, uns auf deren Spielstandard herabzunivellieren. Behäbig, schlampig und unvollständig war nun das Spiel beider Mannschaften, während die Zeit ohne Großchancen verstrich.

Durch unsere Lethargie bekam Rapid nun Oberwasser. Hier ging was! Nach einer Ecke fühlte Ullmann vor. Nach einem Freistoß tat Barac den Rest. Der kantige Abwehrrecke köpfte zum 2:2 ein, das hatte sich abgezeichnet (87.). Ein letztes Aufbäumen unserer Roten Bullen gab es dann aber doch noch. Sekou Koita wurde kurz vor der Strafraumgrenze gelegt: Freistoß. Routiniert, aber kein bisschen leise, zimmerte Zlatko Junuzovic die Frucht in der letzten Minute der Nachspielzeit in die Goalie-Ecke und drehte zum ekstatischen Jubel in Richtung Ersatzbank ab. Was für ein Spiel!?

Nach einer durchwachsenen Leistung holten wir uns doch noch drei – nicht völlig unverdiente – Punkte ab. Das sind Spiele, die Meister machen. Dreckig wie sauber, wir gewinnen. Das ist am Ende des Tages die Hauptsache.

BL-12: RBS vs. SCR

Statement

Jesse Marsch

In der ersten Halbzeit haben wir gut begonnen. Ich denke, dass wir sehr unglücklich nur mit einer 2:1-Führung in die Halbzeit gehen konnten. Dann haben wir wieder zu viele Fehler gemacht. Wir bekommen zu viele Gegentore. Das hätte uns heute fast den Sieg gekostet. Wir wussten aber, dass es gegen Rapid nicht einfach wird. Das war es in den ersten beiden Aufeinandertreffen ja auch nicht.

Wechsel

Mwepu für Minamino (66.), Daka für Haaland (76.), Koita für Szoboszlai (89.)

Gelbe Karte

Haaland (45.+1)

Nicht einsatzbereit

Stankovic (Oberschenkel), Bernede (Schienbein), Farkas (Folgen eines Kollapses)